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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dakota; Dakryocystītis; Dakryolith; Daktylen; Daktyliomantīe; Daktyliothēk

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Dakota - Daktyliothek.

mehr westlichen Völker, die Janktonwan, Janktonwanna und Titonwan, welche wandernd umherziehen und seit alters einen fortwährenden Raubkrieg gegen alle am Missouri und seinen Zuflüssen lebenden Indianer führen. Die Zahl dieser D., die zu den intelligentesten und kriegerischen Stämmen der Union zählen, schätzt man gegenwärtig auf ca. 46,900 (30,600 in Dakota, 9900 in Montana, 6300 in Wyoming). Vor zwei Jahrhunderten wurden sie von französischen Missionären besucht und in der Zivilisation weiter gefördert, als irgend ein andrer Stamm im NW. gelangt war. Sie sind treffliche Reiter und kühne Jäger, die im Sommer dem Büffel über die Prärie folgen, während sie im Winter ihre Hütten längs der mit Busch und Wald bestandenen Ufer der Seen und Flüsse aufschlagen. Über die übrigen zu den D. gehörenden Horden s. Indianer. Noch in neuester Zeit hatten die Truppen der Vereinigten Staaten mit den D. unter dem Häuptling Sitting Bull Kämpfe zu bestehen. Grammatiken der Dakotasprache lieferten Riggs (Washingt. 1852), v. d. Gabelentz (Leipz. 1852) und Röhrig (Washingt. 1873). Vgl. Hayden, Contributions to the ethnography and philology of the Missouri Valley (Philad. 1862); Poole, Among the Sioux of Dakota (New York 1881).

Dakota (abgekürzt D. T.), Territorium der Vereinigten Staaten von Nordamerika, liegt zwischen 42° 30'-49° nördl. Br. und 96° 20'-104° westl. L. v. Gr. und grenzt nördlich an Britisch-Amerika, östlich an Minnesota und Iowa, südlich an Nebraska und westlich an Wyoming und Montana. Der schiffbare Missouri durchströmt das Gebiet in diagonaler Richtung. Östlich von ihm zieht sich das unfruchtbare Plateau du Coteau du Missouri in südlicher Richtung zwischen ihm und seinem Nebenfluß D. oder James River hin, und noch weiter östlich liegt eine Seenplatte (das Plateau du Coteau des Prairies), welche sich in nördlicher Richtung fortsetzt. Hier im NO. des Gebiets liegt der salzige Minniwaken- oder Teufelssee (486 m ü. M.). Westlich vom Missouri steigt die Prärie allmählich bis zum Fuß der bis 1900 m hohen metallreichen und teilweise bewaldeten Schwarzen Berge (Black Hills) an. Endlich liegt im SW. ein wüster Strich von Mauvaises Terres oder Bad Lands. Außer dem bereits genannten Missouri, dessen wichtigste Nebenflüsse der Yellowstone und Big Cheyenne sind, verdient noch der gleichfalls schiffbare Red River des Nordens Erwähnung, der einen Teil der Ostgrenze bildet. Das Klima ist im S. mild, im N. aber sehr streng. Das Territorium umfaßt 386,153 qkm (7013 QM.) und zählte 1870: 40,501, im J. 1880 aber 162,345 Einw., darunter 401 Neger, 238 Chinesen und 28,559 Sioux oder Dakota und andre Indianer, von welchen 27,168 noch in Stämmen leben und in ihren Revieren Büffel, Elens, Hirsche, Antilopen, Bären, Wölfe, Ottern, Marder etc. jagen, deren Felle einen wichtigen Handelsartikel bilden. Die Hauptansiedelungen der Europäer liegen im südöstlichen Teil des Gebiets (wo Yankton, die ehemalige Hauptstadt), im Thal des Red River und im Bergbaubezirk der Black Hills. Geeignetes Land für Ackerbau und Viehzucht bieten die Flußthäler und Prärien in Fülle. Angebaut werden vornehmlich Weizen, Hafer und Mais (1883: 2,590,000 hl Getreide). An Vieh zählte man 1880: 45,000 Pferde und Maultiere, 141,400 Rinder, 30,000 Schafe und 63,000 Schweine. Ungemein reich an Metallen sind die Black Hills (Ertrag 1883: 3,200,000 Doll. Gold, 150,000 Doll. Silber; aber auch Eisen, Blei etc. kommen vor). Die Kohlenlager im SW. sind noch kaum in Angriff genommen (Ertrag 1883: 50,000 Ton.). Die Industrie (1880: 251 Anstalten mit 868 Arbeitern) ist noch in der Kindheit. Von Eisenbahnen (1884: 380 km) durchschneidet die Nordpacificbahn das Gebiet von O. nach W. D. hat die übliche Territorialverfassung. Seine Revenue belief sich 1884 auf 274,215, die Territorialschuld auf 262,000 Doll. Hauptstadt ist Bismarck. - D. ist ein Bestandteil des ehemaligen Louisiana und wurde 1861 zuerst als Territorium organisiert. Durch Regelung der Grenzen und Neubildung der Territorien Idaho (1863) und Wyoming (1868) wurde es auf seinen jetzigen Bestand reduziert. Die ersten Ansiedler (seit 1859) hatten viel von der Feindseligkeit der Indianer zu leiden, was 1863 zu einem Indianerkrieg führte. Schon seit 1881 liegt ein Gesetzentwurf vor, nach welchem das südliche D. zum Staat erhoben, das nördliche als Territorium Pembina abgetrennt werden soll.

Dakryocystītis (griech.), Entzündung des Thränensackes.

Dakryolith (griech.), Thränenstein.

Daktylen, s. Idäische Daktylen.

Daktyliomantīe (Daktylomantie, griech.), bei den Alten die Kunst, aus den Bewegungen lebloser Gegenstände, die in der Hand gehalten wurden, namentlich von Fingerringen, wahrzusagen. Ein unter Zeremonien geweihter Ring wurde von einer verhüllten, um den Kopf geschornen, in den Händen Eisenkraut haltenden Person unter Gebetformeln an einem Faden befestigt und über einer runden, am Rand mit Buchstaben bezeichneten Tafel oder Metallschale im Kreis bewegt, und die Buchstaben, auf welche er sprang, wurden behufs der Beantwortung der gestellten Frage zusammengesetzt. Ein großer Zauberprozeß unter Kaiser Valens, den Ammianus Marcellinus ausführlich mitteilt, machte diese Wahrsagungsart im Altertum besonders berühmt. Vgl. C. Sterne, Die Wahrsagung etc. (Weimar 1862).

Daktyliothēk (griech.), Ringbehältnis, Ringkästchen; insbesondere eine Sammlung von Gemmen, Kameen, geschnittenen Steinen, Ringsteinen (Gemmenkabinett), im Altertum meist eine Zierde des Tempelschatzes. Die älteste D. in Rom stammte von Scaurus, Sullas Stiefsohn, her. Mithridates besaß eine reiche D., die sein Überwinder Pompejus nach Rom ins Kapitol bringen ließ und dem Jupiter weihte. Cäsar legte sechs Daktyliotheken im Tempel der Venus Genetrix an, und unter Augustus stiftete Marcellus, der Sohn der Octavia, eine andre in den Tempel des palatinischen Apollo. Als in dem verfallenden römischen Reich auch die Glyptik außer Übung kam, rettete fromme Prunksucht bedeutende Werke dieser Art, um damit Kleinodienkästchen, Reliquienschreine, die Deckel der Ritualbücher und die Kirchengefäße zu schmücken. Petrarcas Begeisterung für Überreste alter Kunst machte zuerst in Italien auf jene wertvollen Kunstprodukte des Altertums aufmerksam. Es legten Daktyliotheken an: die Häuser Gonzaga in Mantua und Farnese in Rom, Este in Modena und Lorenzo de' Medici der Prächtige in Florenz und, als diese zerstört worden, ein späterer Medici eine neue, die Grundlage der noch bestehenden florentinischen, der reichsten unter allen, die gegen 4000 Steine enthält; in Rom außer den Päpsten Julius II. und Leo X. auch der Prälat Maria Piccolomini und die Königin Christine von Schweden (Museum Odescalchi, in Spanien). Später angelegte Daktyliotheken waren die in der vatikanischen Bibliothek, in den Palästen Barberini und Strozzi (jetzt in