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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Darling; Darlington; Darlingtonĭa; Darm

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Darling - Darm.

pas und brachte zahlreiche Zeichnungen aus dem Volksleben sowie Architekturbilder heim. Zu seinen jüngsten Arbeiten, in denen sich reiche Phantasie und glücklicher Humor bemerklich machen, gehören: die von Indianern überfallenen Puritaner, der Schulknabe, die Wanderung zum Meer, die Schafhürde, der Kavallerieangriff bei Fredericksburg in Virginia und ein Cyklus von Zeichnungen zu Lossings "Geschichte der Vereinigten Staaten" (deutsche Ausg., Stuttg. 1878).

Darling (engl.), Liebling.

Darling, größter, 2370 km langer Nebenfluß des Murray in Australien und längster Fluß des Kontinents. Er entsteht aus der Vereinigung des Balonne (von seiner nur 96 km von der Ostküste entfernten Quelle in den Darling Downs Condamine genannt) und des Barwan, welcher links den Macintyre, Gwydir, Namoi oder Peel, Castlereagh, Macquarie und Bogan aufnimmt. In seiner zuerst südwestlichen Richtung kommt dem D. als rechter Nebenfluß (aber nur höchst selten) der Warrego zu; später schlägt er eine südliche Richtung ein und mündet unterhalb Wentworth in den Murray. Bei hohem Wasserstand fahren Dampfer bis über Bourke hinauf; oft verwandelt sich der Fluß aber in eine Kette von tiefen Lachen. An seinen Ufern wird nur Viehzucht, Ackerbau aber nirgends betrieben; doch sind bereits mehrere ansehnliche Ortschaften entstanden, welche durch die neuerdings im Hinterland aufgefundenen wichtigen Lager von Kupfer (bei Bourke), Gold und Silber (Barrier- und Stanleykette) einen schnellen Aufschwung gewinnen.

Darlington, Stadt im S. der engl. Grafschaft Durham, in fruchtbarer Gegend, hat eine vom 12. bis 15. Jahrh. erbaute Kirche (St. Cuthbert), ein Lehrerseminar, Werkstätten für den Bau von Lokomotiven, Eisenhütten und Walzwerke, lebhaften Verkehr und (1881) 35,102 Einw., worunter zahlreiche Quäker.

Darlington, William, Botaniker, geb. 28. April 1782 zu Birmingham in Pennsylvanien, unternahm die botanische Erforschung zunächst seiner Heimat ("Flora cestrica", Philad. 1837), dann der Vereinigten Staaten ("Agricultural botany", das. 1847) und unternahm 1806 als Schiffsarzt eine Reise nach Ostindien, deren Ergebnisse er in den "Letters from Calcutta" publizierte. Er war 1815-17 und 1819-1823 Mitglied des Kongresses und starb 23. April 1863 in Westchester.

Darlingtonĭa Dec., Gattung aus der Familie der Sarraceniaceen, enthält acht in Nordamerika heimische Arten. D. californica Dec., an sumpfigen Stellen in Kalifornien, ist ausdauernd, mit wurzelständigen, etwa 30 cm langen Blättern, deren hohler Stengel nach unten sich verjüngt, in einer halben Drehung um seine Achse gewunden und mit starken und feinen Adern gezeichnet ist. An der Spitze wölbt er sich und bildet einen Sack von der Größe eines Hühnereies, an dessen Unterseite sich eine Öffnung von 1,3 cm befindet. Das an der Spitze des Stengels entspringende, verhältnismäßig kleine Blatt ist am Grund verschmälert und tief in zwei fast lanzettförmige Lappen gespalten. Die Innenseite des hohlen Stengels ist mit abwärts gerichteten Haaren besetzt, so daß Insekten, welche hineinkriechen, sicher gefangen werden. Außerdem finden sich auf der Wandung der Höhlung Drüsen, welche eine wässerige Flüssigkeit absondern. Die ansehnlichen, purpurrötlichen Blüten stehen einzeln nickend auf 60-120 cm hohen, mit kleinen Blättchen besetzten Stengeln, und die Frucht ist eine fünfteilige, etwa 2,5 cm lange, vielsamige Kapsel. S. Tafel "Insektenfressende Pflanzen".

Darm (Darmkanal, -Schlauch, -Rohr, Intestinum), die Verdauungshöhle im Innern der Tiere. In seiner einfachsten Form besteht er nur aus dem Magen (s. d.), sondert sich jedoch bei den meisten Tieren in drei Abschnitte: Vorderdarm (mit Speiseröhre und Kaumagen), Mitteldarm (eigentlicher Magen) und Hinterdarm. Nur der Mitteldarm und ein Teil des Hinterdarms dienen alsdann zur Verdauung, während der vordere meist nur die Zuleitung (durch den Mund) und die Zerkleinerung der Speisen besorgt, von denen die unverdauten Reste durch den Endabschnitt des Hinterdarms, den sogen. End- oder Mastdarm, hindurch und mittels des Afters nach außen gelangen. Im engern Sinne, namentlich bei den Wirbeltieren, versteht man unter D. die hinter dem Magen gelegenen Teile des Darmkanals, die sich gewöhnlich von dem weiten Magen durch größere Enge (Dünndarm) unterscheiden und häufig sehr lang sind. Die unmittelbar dem Magen folgende Strecke des Dünndarms wird bei den Säugetieren Zwölffingerdarm, der Rest Dünndarm im engern Sinn genannt bis auf das letzte Stück, welches nach seiner bedeutendern Weite Dickdarm heißt und meist auch einen Blinddarm zum Anhang hat. (Leerdarm, Krummdarm und Grimmdarm, s. unten.) Drüsige Anhangsorgane des Vorderdarms sind die Speicheldrüsen (s. d.), des Mitteldarms Leber (s. d.) und Bauchspeicheldrüse (s. d.). Bei manchen Fischen ist der Anfang des Mitteldarms dicht am Pförtner des Magens mit den sogen. Pförtneranhängen (appendices pyloricae), d. h. Blindschläuchen von verschiedener Form und Gruppierung, auch wohl der ganze Mitteldarm innen mit einer spiralig verlaufenden Schleimhautfalte (Spiralklappe) zur Vergrößerung der Oberfläche und zur Verlangsamung des Durchganges der Speisen ausgestattet. Bei den Vögeln hat der Hinterdarm gewöhnlich zwei Blinddärme, bei den Säugetieren meist nur einen oder auch (Bären) gar keinen; am Ende des Blinddarms befindet sich häufig ein besonderer Anhang, der sogen. Wurmfortsatz. Der Hinterdarm ist von sehr verschiedener Länge, doch bleibt sein Endstück (Mastdarm) stets kurz. Die Ausmündung desselben geschieht bei den meisten Wirbeltieren zusammen mit den Gängen der Harn- und Geschlechtswerkzeuge in einen besondern Raum, die sogen. Kloake, bei den Säugetieren, mit Ausnahme der Schnabeltiere, jedoch getrennt von jenen, durch den After direkt nach außen.

Beim Menschen (s. Tafel "Eingeweide") liegt der D. in der Bauch- und Beckenhöhle und ist beim Erwachsenen im Durchschnitt 8 m, also etwa fünfmal so lang wie der Körper. Der vorderste Abschnitt heißt Zwölffingerdarm (intestinum duodenum), weil seine Länge der Breite von zwölf Fingern entspricht. Dieser hat bei mittlerm Füllungsgrad einen Durchmesser von etwa 4 cm; er bildet eine nach rechts gewendete Schlinge, in deren Höhlung die Bauchspeicheldrüse liegt; in ihn münden der Ausführungsgang dieser Drüse sowie der Gallengang gemeinschaftlich ein. Der eigentliche Dünndarm ist ein 4-8,5, gewöhnlich 5,5-6 m langes, in vielfache Schlingen gelegtes Rohr; seine ersten zwei Fünftel heißen Leerdarm (i. jejunum), der Rest Krummdarm (i. ileum). Dem letztern folgt der Dickdarm (i. crassum) mit einer Länge von 1,1-2,3, meist 1,3-1,6 m und einer Weite von 4-6 cm; an der Grenze von beiden befindet sich innen eine kreisförmige Schleimhautfalte, die sogen. Blinddarmklappe (valvula Bauhini s. coli). Der Dickdarm besitzt einen weiten, sackförmigen Anhang, den sogen. Blinddarm