Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

561

Dar Runga - Dartmouth.

Ausräucherung mit Schwefel angezeigt. Im Sommer gebe man den Vögeln viel Grünes. - Mit D. bezeichnet man auch eine Pflanzenkrankheit, die besonders an Bäumen auftritt und in einem sich immer wiederholenden Dürrwerden einzelner Zweige in größerer oder geringerer Häufigkeit besteht. Dieser Erscheinung, welche mit dem infolge von Trockenheit eintretenden Dürrwerden, das stets die ganze Pflanze ergreift, nicht zu verwechseln ist, können jedenfalls sehr verschiedenartige, nicht immer mit Sicherheit anzugebende Ursachen zu Grunde liegen, sowohl ungünstige Beschaffenheit des Mediums, wie giftige Gase, Rauch u. dgl., schädliche Bodenbestandteile als auch innere Veranlassungen; insbesondere hängt in vielen Fällen die Erscheinung mit dem allmählichen Erlöschen der Lebensthätigkeit zusammen, wobei gewöhnlich die vom Boden entferntesten Teile zuerst der D. anheimfallen. Derartige Bäume nennt man gipfeldürre. Diesem Zustand fällt von oben herab ein Teil des Baums nach dem andern zum Opfer.

Dar Runga, Gebiet im östlichen Sudân (Nordafrika), südlich von Wadai und dem Bahr es Salamat, von dem es durch eine große morastige, zur Regenzeit fast unpassierbare Wildnis getrennt ist. Das Land wird vom Aukadebbe und dessen zahlreichen Nebenflüssen durchzogen, ist wegen seiner bösartigen Mücken und Fliegen gefürchtet, deshalb auch arm an Rindern, Eseln und Pferden; die letztern schützt man möglichst durch Überzüge aus Strohgeflechten und hält sie in den Häusern. Kamele und andres Zugvieh sind zu dauerndem Aufenthalt nicht geeignet. Die Bewohner, Neger von großem und starkem Wuchs, sind kriegerisch und eifrige Jäger der zahlreichen Elefanten und Rhinozerosse, welche sie zu Pferde mit Lanzen erlegen. Das dazugehörige Dar Kuti, das 14 Dörfer zählt, ist ein an Elfenbein sehr ergiebiges Land, in dem sich zahlreiche Kaufleute aus den Nachbarländern angesiedelt haben.

Darrygras, s. Hiërochloë.

Dars, bewaldete Halbinsel an der pommerschen Küste, zum Kreis Franzburg des Regierungsbezirks Stralsund gehörig, im W. mit dem mecklenburg-schwerinschen Fischland zusammenhängend, im O. durch den Prerowstrom, der jetzt aber gegen die Ostseeseite zugeschüttet ist, von der Insel Zingst getrennt; daselbst liegen die Dörfer Born und Wiek. Die Nordspitze Darserort trägt einen Leuchtturm.

Darstellende Künste, s. v. w. bildende Künste, besonders aber die Reihe von Künsten, deren Ziel es ist, fremde Kunstproduktionen zu reproduzieren und auf möglichst vollendete Weise zur Anschauung zu bringen, also poetische (rhetorische) und musikalische Deklamation, Mimik, Schauspielkunst und Orchestik.

Darstellung, im ästhetischen Sinn des Wortes die Vorführung eines innerlich Vorgestellten für die äußere Wahrnehmung. Dieselbe ist successiv, wenn das Vorzuführende selbst eine Vorstellungsreihe, simultan, wenn es ein gleichzeitiges Ganze von Vorstellungen ist. Jenes findet z. B. in der Schauspiel-, dieses in der bildenden Kunst statt. Ob das innerlich Vorgestellte ein frei erfundenes oder der Wirklichkeit (Natur und Geschichte) entlehntes sei, ist dabei von keiner Wichtigkeit; dagegen ist es für die D. von der größten Bedeutung, daß jenes und dessen sinnlich wahrnehmbare Verkörperung einander vollkommen decken. Je unvollkommener die Kongruenz, es sei aus was immer für einem Grunde, desto weiter bleibt die D. hinter dem Darzustellenden zurück. Der häufigste Grund jener Inkongruenz, von der Nachlässigkeit oder dem absichtlichen Nichtwollen des Darstellers abgesehen, liegt in der Unvollkommenheit der Darstellungsmittel. Dieselben teilen sich, je nachdem die äußere Wahrnehmung des Darzustellenden durch das Auge oder das Ohr erfolgen soll, in sichtbare (Gebärdensprache, Bildersprache) und hörbare (Lautsprache, Tonsprache), woraus die Einteilung in bildnerische, redende und musikalische D. sich ergibt. Letztere beide, deren Darstellungsmittel, das Hörbare, zeitlich (eine Aufeinanderfolge von Worten und Tönen) ist, eignen sich vorzugsweise zur D. von Vorstellungsreihen (Begebenheiten und Handlungen), die erstgenannte dagegen, deren Darstellungsmittel, das Sichtbare, räumlich (Umriß, Fläche und Körper, beleuchtet und dunkel, farblos oder gefärbt) ist, zur D. eines gleichzeitig vorhandenen Ganzen von Vorstellungen (Stimmungen und Situationen). Je nachdem die D. des innerlich Vorgestellten durch diesen Vorstellenden selbst oder durch andre erfolgt, unterscheidet man produzierende oder reproduzierende D. Jene gibt der Redner, der seine Rede, der Dichter, der seine Dichtung, diese der Prediger, welcher die Predigt, der Rhapsode oder Schauspieler, welcher die Dichtung eines andern vorträgt. Ähnlich wie die letztern verhalten sich der ausführende Musiker, der vervielfältigende Künstler (Stecher, Bildgießer etc.) zum Komponisten und Originalbildner. Dabei ist zu bemerken, daß um der Unvollkommenheit der Darstellungsmittel willen, in welchen die produzierende D. niedergelegt ist (Laut- und Notenschrift etc.), für die reproduzierende D. manche Lücke übrigbleibt, die sie aus Eignem zu ergänzen und so in gewissem Sinn selbst produzierend darzustellen genötigt wird. Dies tritt insbesondere bei der Kunst des Schauspielers und des ausführenden Musikers stark hervor, wo der Dichter für Ton, Haltung, Gebärde, der Komponist für Tempo, Modulation, Ausdruck nur wenige unzureichende Angaben in Worten hinzufügen kann. Gefordert wird, daß der Darsteller in solchen Fällen kongenial mit dem Dichter und Komponisten, d. h. so verfahre, daß das von diesem ursprünglich innerlich Vorgestellte in möglichster Fülle und Reinheit zur äußern Erscheinung komme.

Darstellung Christi, christliches Fest, wird in der katholischen Kirche am 2. Februar (Mariä Reinigung, Lichtmeß) gefeiert (nach Luk. 2, 22 ff.).

Darstellung der Jungfrau Maria, s. Marienfeste.

Dartford, Stadt in der engl. Grafschaft Kent, liegt 24 km östlich von London, am Darent, der 4 km unterhalb in die Themse mündet, hat 2 große Anstalten für Blödsinnige, Papier- und Pulvermühlen sowie andre Fabrikanlagen und (1881) 10,567 Einw.

Dartmoor (spr. dartmūr), eine granitische Insellandschaft in der engl. Grafschaft Devon, nordöstlich von Plymouth, 500 qkm groß, war ehemals stark bewaldet, ist jetzt aber von Moor und Heideflächen bedeckt, aus denen Granitblöcke hervorragen. Höchster Punkt ist der Yeo Tor (633 m).

Dartmouth (spr. -möth), 1) Hafenstadt in Devonshire (England), an der Mündung des Dart in den Kanal, terrassenförmig am Abhang der Hügel gelegen, mit (1881) 5580 Einw. Den landumschlossenen Hafen verteidigt ein am Eingang desselben gelegenes Schloß. Er ist großen Schiffen zugänglich, und die afrikanischen Postschiffe segeln ihn regelmäßig an; aber die Einfuhr belief sich 1884 auf nur 43,157, die Ausfuhr auf 9395 Pfd. Sterl. D. ist Sitz eines deutschen Konsuls. D. hatte früher größere Bedeutung. 1190 schiffte sich Richard Löwenherz mit seinen Kreuzfahrern hier ein; 1347 stellte die Stadt 31 Schiffe für die Belagerung von Calais. Zweimal plünderten die Franzosen die