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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Davenport; Daventry; David

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Davenport - David (Könige).

den; so brachte er den ersten Teil seiner "Siege of Rhodus", mit Instrumental- und Vokalmusik, häufigem Szenenwechsel reich ausgestattet, auf die Bühne. Nach der Restauration wurde D. poeta laureatus und erhielt eins der zwei dramatischen Gesellschaften verliehenen Patente; seine Gesellschaft führte den Titel "Schauspieler des Herzogs von York" und spielte zuerst in Portugal Row, dann in Dorset Gardens. In seinem Patent wurde zuerst gestattet, die Damenrollen von Frauen spielen zu lassen. Dies und die Vervollkommnung der Maschinerie und Szenerie, die Einführung des Reims und des französischen Einflusses, besonders Corneilles, verschlug das englische Drama für immer aus seiner nationalen Bahn. D. starb. 17. April 1668 und ward in der Westminsterabtei beigesetzt. Seine Werke erschienen gesammelt London 1673.

Davenport (spr. dewwenport), Stadt im nordamerikan. Staat Iowa, am Mississippi, der hier Stromschnellen bildet, der Stadt Rock Island (s. d.) in Illinois gegenüber, mit welcher sie durch eine stattliche Brücke in Verbindung steht. Die Stadt liegt teils hoch, auf den Bluffs, teils unten im Thal, sie hat Maschinenbau, Sägemühlen, Wollfabriken etc., ist Stapelplatz für Getreidehandel und hat (1880) 21,831 Einw.

Daventry (spr. dewwentri, lokal dántri), Stadt in Northamptonshire (England), nahe den Quellen von Avon und Nen, hat große Pferdemärkte, Fabrikation von Stiefeln und Peitschen und (1881) 3859 Einw.

David, Hauptstadt des Departements Chiriqui im Staat Panama, 11 km oberhalb der Mündung des gleichnamigen Flusses in den Stillen Ozean, hat Anbau von Tabak und Kaffee, Viehzucht, lebhaften Handel und (1870) 7906 Einw.

David, der zweite König von Israel, ein alle Ideale des jüdischen Volkes umfassender und darum auch für die Messiaslehre des Christentums bedeutsamer Name. D., der Sohn Isais, eines nicht unbegüterten Mannes von gutem Geschlecht aus Bethlehem im Stamm Juda, that sich, kaum dem Knabenalter entwachsen, in den Feldzügen Sauls durch kecken Mut hervor, erschlug im Zweikampf einen feindlichen Recken, Goliath genannt, und ward von Saul zum Obersten der Leibwache und zum Tischgenossen erhoben; auch gab er ihm seine Tochter Michal zum Weib, und sein Sohn Jonathan schloß mit D. enge Freundschaft. Da aber Saul den Argwohn faßte, daß D. mit Samuel und der Priesterpartei, welche dem neuerrichteten Königtum feindlich gesinnt waren, gegen ihn und seine Herrschaft sich verschworen habe, mußte D. vor seinem Zorn flüchten. Er versuchte den Stamm Juda zu einer Empörung aufzureizen, doch ward dieselbe unterdrückt, und D. fand bei den Philistäern, den Erbfeinden seines Volkes, Aufnahme. Mit ihrer Hilfe erhob er die Fahne des Aufstandes gegen Saul und trat dann förmlich in ihre Dienste. Als aber Saul und sein Sohn Jonathan, Davids Freund, 1033 v. Chr. im Kampf gegen die Philistäer gefallen waren, kehrte D. in sein Vaterland zurück und wurde zunächst vom Stamm Juda, nach der Ermordung Isboseths 1025 aber vom gesamten israelitischen Volk zu Hebron als König anerkannt. Nach echt orientalischer Despotenweise begann er seine Regierung damit, daß er Sauls ganze männliche Nachkommenschaft, mit Ausnahme eines gebrechlichen Knaben, ermorden ließ. Seine glänzende Regierung (1025-993) brachte diese Greuel in Vergessenheit. Er eroberte zunächst die Stadt der Jebusiter, an deren Stelle er eine starke Burg, Zion, erbaute. Auf diese gestützt, führte er während der ersten 13 Jahre seiner Regierung glückliche Kriege wider die Philistäer, Moabiter, Edomiter, Syrer, Ammoniter und andre Nationalfeinde, so daß sein Reich von der Nordspitze des Roten Meers und den Grenzen Ägyptens bis nach Damaskus reichte. Die große Kriegsbeute weihte er Jehovah und dankte ihm für die Rettung aus so großen Gefahren und für seine Siege durch schwungvolle Lieder (s. Psalmen). Nun organisierte er sein Reich durch zweckmäßige, dauernde Einrichtungen. Die Stadt der Jebusiter, die er Jerusalem nannte, machte er zu seiner Residenz und zur Hauptstadt des Reichs; er erbaute sich daselbst einen Palast, befestigte die Stadt stark und vergrößerte sie durch Ansiedelung von Einwohnern aus den Nachbarstämmen. Dann brachte er die Bundeslade nach Jerusalem und erhob es zum Mittelpunkt des nationalen Kultus, dessen Pflege er einem neuorganisierten, von dem Königtum abhängigen und ihm ergebenen Priesterstand übertrug. Aus den Tributen der unterworfenen Völkerschaften und den Einkünften der königlichen Güter bildete er einen ansehnlichen Schatz und errichtete eine meist aus Fremden bestehende Leibwache für seinen persönlichen Schutz. Die waffenfähige Mannschaft des Volkes ließ er mustern und das Aufgebot in zwölf Abteilungen von je 24,000 Mann teilen. Die Fürsten und Richter der Stämme wurden von ihm ernannt. Doch war seine Regierung oft willkürlich-despotisch und durch Einflüsse des Harems bestimmt. Daher erregte sie in Israel allmählich Mißstimmung, und als sein Sohn Absalom, diese benutzend, eine Empörung versuchte, um seinen Vater zu stürzen, fand er in allen Teilen des Reichs, ja unter den vertrautesten Räten des Königs Anhänger, dessen Herrschaft nur durch eine List Husais gerettet wurde. D. mußte auf das linke Jordanufer flüchten und sein Reich mühsam wiedererobern. Einen neuen Aufstand erregte er kurz vor seinem Tod, als er nicht seinen ältesten Sohn, Adonia, sondern Salomo, den Sohn der Bathseba, die er Uria geraubt hatte, zu seinem Nachfolger bestimmte. Adonias Versuch, sein Erbrecht zu behaupten, mißlang. D. starb 993. Seine Verdienste um Israel waren groß, und die Priesterschaft, welche ihm ihre Bedeutung verdankte, pries D., der ein lebendiges religiöses Gefühl besaß, als "den Mann nach dem Herzen Gottes". Aber neben seiner Thatkraft und Tapferkeit, seiner Klugheit und Umsicht hatte er auch häßliche Charakterzüge: Selbstsucht, Grausamkeit und eine heimtückische Rachsucht, welche ihn noch auf seinem Sterbebett bewog, seinem Sohn Salomo die Ermordung von Männern zu empfehlen, denen er, wie Joab, seinen Thron verdankte, oder denen er selbst Schonung verheißen.

David, Könige von Schottland: 1) D. I., jüngster Sohn Malcolms III., regierte 1107-24 in den südlichen Teilen Schottlands und beherrschte 1124-1153 das ganze Königreich, dessen erster feudaler Monarch er war. In den Kämpfen seiner Nichte Mathilde mit König Stephan von England unterstützte er die erstere und fiel deshalb 1138 in England ein.

2) D. II., Sohn Roberts I., folgte diesem 1329 im Alter von vier Jahren, wurde nach der Schlacht von Duplin 1332, durch welche Eduard Baliol sich der Herrschaft bemächtigte, nach Frankreich in Sicherheit gebracht, kehrte aber 1341 nach Baliols Flucht zurück, fiel in England ein und wurde in der Schlacht bei Nevils Croß 17. Okt. 1346 gefangen genommen. 1357 wurde er von seinen Ständen aus der Gefangenschaft gelöst; er starb 22. Febr. 1371.

David, armen. Gelehrter des 5. Jahrh. n. Chr., von den Armeniern vorzugsweise der Philosoph (Imas-^[folgende Seite]