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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Davyn; Davyscher Flammenbogen; Dawdon; Dawe; Dawes; Dawison; Dawk; Dawkins; Dawley Magna; Dawydów

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Davyn - Dawydow.

in Genf. D. galt am Ende des ersten Dezenniums unsers Jahrhunderts als der bedeutendste Chemiker; mit vorzüglicher Begabung, neue Hilfsmittel für die experimentale Ermittelung der Zusammensetzung der Körper in Anwendung zu bringen, vereinigte er eine damals seltene Unabhängigkeit von den herrschenden Theorien und brachte zuerst in dem von Lavoisier aufgestellten System der Chemie eine wesentliche Abänderung zur Geltung. Im J. 1806 begannen seine Arbeiten über die Einwirkung des elektrischen Stroms auf chemische Verbindungen, welche ihn zur Entdeckung des Kaliums und Natriums, der Erdalkalimetalle und des Bors führten. Anderseits lehrte er seit 1810 das Chlor als einfachen Körper betrachten und gab damit den Anstoß zu den wichtigsten Reformen in der Theorie der Salze. Seine Arbeiten ließen die Beziehungen zwischen den chemischen und elektrischen Kräften klarer und bestimmter hervortreten, auch suchte er die Wärmeerscheinungen auf Bewegungen der kleinsten Teilchen der Körper zurückzuführen. Im J. 1815 konstruierte er die nach ihm benannte Sicherheitslampe. Er schrieb: "Chemical and philosophical researches, chiefly concerning nitrous oxid and its respiration" (Lond. 1800; deutsch von Nasse, Leipz. 1812-14, 2 Bde.); "Elements of Chemical philosophy" (1812; deutsch von Wolff, Berl. 1814); "Elements of agricultural chemistry" (1813, zuletzt 1855; deutsch von Wolff, Berl. 1814, von Hermbstädt, das. 1817); "On the safety-lamp and on flame" (1828); "Salmonia, or the days of fly-fishing" (1828, 5. Aufl. 1870; deutsch von Neubert, Leipz. 1840); "Consolations in travel, or the last days of a philosopher" (7. Aufl. 1869; deutsch von Martius, Nürnb. 1833). Die gesammelten Werke, herausgegeben von John D., erschienen in 9 Bänden, London 1839. Vgl. Paris, The life of Sir Humphry D. (Lond. 1831, 2 Bde.), und die von seinem Bruder John D. herausgegebenen "Memoirs of the life of Sir H. D." (das. 1836, 2 Bde.; deutsch von Neubert, Leipz. 1840); "Fragmentary remains, literary and scientific of Sir H. D." (Lond. 1858).

Davyn, s. Nephelin.

Davyscher Flammenbogen, s. Galvanische Wärmeentwickelung.

Dawdon (spr. dahdön), s. Seaham Harbour.

Dawe (spr. dah), Georg, engl. Maler und Kupferstecher, geb. 8. Febr. 1781 zu London, stach schon im 14. Lebensjahr die Porträte der Königinnen Elisabeth und Maria nach Graham und im 20. nach eigner Zeichnung das Monument des Marquis Cornwallis. Sein erstes Gemälde: Achilles beim Tode des Patroklos, erhielt 1803 den Preis der königlichen Akademie zu London; demselben folgten 1804 Noemi und ihre beiden Schwiegertöchter, 1809 eine Szene aus Cymbeline, Andromache und das Porträt der Gattin Thomas Hopes. Letzteres brachte den Künstler so in die Mode, daß es fortan zum guten Ton gehörte, sich von D. malen zu lassen. Nachdem er drei Jahre im Gefolge des Herzogs von Kent gereist war, porträtierte er auf dem Kongreß zu Aachen (1818) viele der dort versammelten Fürsten und Staatsmänner. Vom Kaiser Alexander I. zum Hofmaler ernannt, malte er in Petersburg über 400 in einer Galerie der Eremitage aufgestellte Porträte russischer Helden. Zur Wiederherstellung seiner Gesundheit kehrte er im Frühjahr 1829 nach England zurück und starb 15. Okt. d. J. in London.

Dawes (spr. dahs), Richard, engl. Philolog, geb. 1708, studierte in Cambridge, wurde 1738 Vorsteher der Grammar school in Newcastle, lebte zuletzt einsam in Henworth und starb daselbst 1766. Er schrieb die berühmten "Miscellanea critica" (Cambr. 1745, zuletzt Lond. 1827).

Dawison, Bogumil, berühmter Schauspieler, geb. 15. Mai 1818 als der Sohn einer armen Familie zu Warschau, wurde Abschreiber, dann Schildermaler, zuletzt Schreiber in der Redaktion der Warschauer "Gazeta". Hier erlernte er bald die deutsche und französische Sprache, avancierte vom Schreiber zum Übersetzer und trat als Theaterrezensent auf. Von dem Schauspieler Kudlicz für die Bühne gebildet, debütierte D. 1837 mit Beifall, begab sich 1839 nach Wilna, gastierte in Warschau und fand endlich an der Lemberger Bühne ein dauerndes Engagement. Die Gastspiele Löwes und der Rettich brachten in ihm den Entschluß, deutscher Schauspieler zu werden, zur Reife. Er machte eine Reise nach Frankreich und Deutschland, suchte sich, zurückgekehrt, eine gute deutsche Aussprache anzueignen und trat 9. Aug. 1841 im deutschen Theater zu Lemberg auf. Anfangs wegen der Aussprache getadelt, studierte er trotzdem deutsche Rollen und reiste 1846 nach Breslau, wurde aber hier wie in Stettin u. a. O. abgewiesen. Von L. Schneider empfohlen, spielte er in Hamburg 13. Febr. 1847 zum erstenmal in Deutschland und frappierte anfangs durch seine Neuheit, bis die Gewalt der Leidenschaft, die Macht der Naturwahrheit in seinem Spiel Anerkennung fand. 1849 folgte er einer Einladung zum Gastspiel am Wiener Burgtheater, dessen Folge ein Engagement war, ging dann 1854 an die Dresdener Hofbühne über, wo er 1864 auf Lebenszeit engagiert wurde, löste aber auch hier sein Engagement wieder, um in allen wichtigern Städten Deutschlands, 1866 auch in Amerika zu gastieren. Durch Überanstrengung körperlich und geistig gebrochen, kehrte er, der Kunst verloren, nach Dresden zurück und starb daselbst 1. Febr. 1872. Mephistopheles und Franz Moor, Monaldeschi und der alte Spielwarenhändler, Mark Anton und Hamlet, Alba und Karlos, Karl V. und Riccaut de la Marlinière, Harleigh und Stephan Foster, Molière und Marinelli, Richard III., Narziß und Lear waren bewunderte Leistungen Dawisons.

Dawk, s. Dak.

Dawkins (spr. dahkins), William Boyd, engl. Geolog und Anthropolog, geb. 26. Dez. 1838 zu Buttington in Montgomeryshire, empfing seine Erziehung in Rossall Hall und auf der Universität Oxford und ward 1862 der königlichen Kommission zur geologischen Untersuchung Großbritanniens beigeordnet. 1869 in Manchester zum Kurator des Museums ernannt, las er 1870 am Owen's College über Geologie und ward 1874 Professor, gleichzeitig Präsident der Geographischen Gesellschaft; im Jahr darauf unternahm er eine Reise um die Welt. Er schrieb: "Cave hunting. Researches on the evidences of caves respecting the early inhabitants of Europe" (Lond. 1874; deutsch von Spengel, Leipz. 1876) und "Early man in Britain and his place in the tertiary period" (1880).

Dawley Magna (spr. dahli), Stadt in Shropshire (England), mit Kohlen- und Eisengruben, Schmiedehämmern und Kalkbrennereien und (1881) 9200 Einw.

Dawydów, Deniß Wasiljewitsch, russ. Kriegsschriftsteller und Dichter, geb. 27. Juli (a. St.) 1784 zu Moskau, trat 1801 in das Gardekavallerieregiment, nahm teil an den russischen Feldzügen in Deutschland, an der Donau und in Schweden, führte 1812 ein Korps von Parteigängern, 1814 ein Husarenregiment unter Blücher und wurde 1815 zum