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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Debuskieren; Debuskōp; Debüt; Dec.; Décadence; Décadi; Decaen; Decagynus; Decaisne; Decālo; Decamerōne; Décampement; Decamps

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Debuskieren - Decamps.

de la Rochelle, 1782), die Bibliographie in Frankreich. Er starb 15. Juli 1782. - Auch sein Vetter, der Buchhändler Guillaume D., geb. 10. Mai 1734, gest. 4. Febr. 1820, erwarb sich durch seine ausgezeichneten Kataloge, deren die "France littéraire" 43 aufzählt, um die Bibliographie bleibendes Verdienst.

Debuskieren (franz., spr. -büs-), den Feind aus einer vorteilhaften Stellung vertreiben.

Debuskōp (griech.), s. Kaleidoskop.

Debüt (franz. début, spr. -büh), der erste Anfang einer Sache, das erste öffentliche Auftreten mit einem Erzeugnis; namentlich die erste Rolle, in welcher ein Schauspieler oder Sänger auftritt; daher debütieren, zum erstenmal auftreten; Debütant, Debütantin, die Person, welche eine Antrittsrolle gibt.

Dec., bei botan. Namen Abkürzung für De Candolle (s. d.).

Décadence (franz., spr. -dāngs), Verfall, Abnahme.

Décadi, im franz. Revolutionskalender der zehnte, der Ruhe gewidmete Tag einer Dekade.

Decaen (spr. dokāng), 1) Charles Matthieu Isidore, Graf, franz. General, geb. 1769 zu Creuilly bei Caen, diente vor Mainz in Klébers Generalstab, dann aber namentlich gegen die Vendéer. 1796 zum Generalmajor befördert, ward er unter Moreaus Oberbefehl beauftragt, bei Straßburg eine Passage über den Rhein vorzubereiten, setzte unter heftigem Kartätschenfeuer über den Fluß, nahm eine Batterie und richtete sie gegen den Feind. Als Führer der Avantgarde entschied er den Tag von Ettlingen (10. Juli 1796). Bei dem Rückzug Moreaus befehligte er die Nachhut. 1800 zum Divisionsgeneral ernannt, nahm er München durch einen Handstreich, entschied den Sieg von Hohenlinden und ward 1802 Generalkapitän der französischen Inseln Ile de France und Bourbon im Indischen Ozean, die er bis 1810 gegen die Engländer behauptete. Nach Frankreich zurückgekehrt, erhielt er den Befehl über die Armee in Katalonien, wo er die Engländer zwang, die Belagerung von Tarragona aufzuheben. Hierfür ward er zum Grafen erhoben. Nachdem er 12. und 13. Sept. 1813 die Engländer am Paß von Ordal und bei Villafranca geschlagen hatte, zog er sich nach Frankreich zurück und suchte vergeblich Bordeaux zu retten. Nach der Abdankung des Kaisers schloß er sich Ludwig XVIII. an. Als Napoleon I. 1815 von Elba zurückkehrte, war D. Gouverneur der 11. Division in Bordeaux und bemühte sich, die Herrschaft der Bourbonen aufrecht zu erhalten, sah sich aber bald von seinen Truppen verlassen und nahm von Napoleon das Kommando der 10. Militärdivision an. Nach der Schlacht von Waterloo ward er infolge des Gesetzes vom 23. Okt. verhaftet, aber durch Ordonnanz des Königs in Freiheit gesetzt. Fortan lebte er in Zurückgezogenheit und starb 9. Sept. 1832.

2) Claude Théodore, franz. General, Sohn des vorigen, geb. 1811 zu Utrecht, wurde nach Absolvierung der Militärschulen 1829 Unterleutnant, diente längere Zeit in Algier, kam 1855 als Oberst in die Krim, wurde wegen seines bei der Erstürmung des Malakow bewiesenen Muts zum Brigadegeneral ernannt und erhielt bei seiner Rückkehr nach Frankreich das Kommando einer Brigade der kaiserlichen Garde. 1859 machte er den italienischen Feldzug mit, wurde am Tag nach der Schlacht bei Magenta an Stelle des gefallenen Generals Espinasse zum Divisionsgeneral befördert und zeichnete sich in der Schlacht bei Solferino aus, wo er das bei San Cassiano schon verlorne Gefecht in Verbindung mit La Motterouge wieder für die Franzosen gewann. 1870 befehligte er die 4. Infanteriedivision im 3. Armeekorps unter Bazaine, und als dieser das Kommando über die Rheinarmee übernahm, erhielt D. 12. Aug. das Kommando des 3. Korps. Am 14. Aug. in der Schlacht bei Colombey-Nouilly wurde er tödlich verwundet und starb 17. Aug. in Metz.

Decagynus (griech.), zehnweibig, eine Blüte mit zehn Griffeln. Davon Decagynia, Ordnung in den ersten 13 Klassen des Linnéschen Systems, Pflanzen mit zehnweibigen Blüten umfassend.

Decaisne (spr. dökähn), 1) Henri, belg. Maler, geb. 27. Jan. 1799 zu Brüssel, gest. 17. Okt. 1852 in Paris, Schüler Davids, Girodets und Gros', ausgezeichnet durch naturgetreue Behandlung und glänzende, aber gefällige und anmutige Färbung, besonders in Porträten. Seine bekanntesten Werke sind: eine indische Familie in der Verbannung; der Paria und der junge Bráhmane; Milton, seinen Töchtern das "Verlorne Paradies" diktierend; Abschied Karls I.; Margarete von Valois.

2) Joseph, Botaniker, Bruder des vorigen, geb. 11. März 1809 zu Brüssel, widmete sich anfangs der Malerei, studierte seit 1823 Medizin in Paris, ward 1848 Professor der Botanik am Musée d'histoire naturelle; 1851 am Jardin des plantes und starb 10. Febr. 1882 in Baris. Er lieferte: "Herbarii timoriensis descriptio"; eine Flora der Insel Timor nach dem im Museum vorhandenen Material (Par. 1835); "Plantes de l'Arabie heureuse, recueillies par Botta" (das. 1841); "Histoire de la maladie des pommes de terre en 1845" (das. 1845); "Flore élémentaire des jardins et des champs" (mit Lemaout, das. 1855, 2 Bde.; 2. Aufl. 1865); "Traité général de botanique descriptive et anàlytique" (das. 1867); "Le jardin fruitier du Museum" (das. 1858-75, 9 Bde.); "Manuel de l'amateur des jardins" (mit Naudin, das. 1862-72, 4 Bde.).

Decālo, s. v. w. Calo (s. d.).

Decamerōne, Titel der berühmten Novellensammlung des Boccaccio (s. d.).

Décampement (franz., spr. -kangp'māng), der Aufbruch aus dem Lager; dekampieren, das Lager abbrechen, sich aus dem Staub machen.

Decamps (spr. dökāng, Descamps), Alexandre Gabriel, franz. Maler, geb. 3. März 1803 zu Paris, war Schüler des Akademikers Abel de Pujol, verließ aber bald dessen Weg, um in engerm Anschluß an die Natur und unter Einwirkung von Delacroix eine eigentümliche Richtung einzuschlagen. Seine koloristische Entwickelung fand ihre Hauptnahrung durch einen einjährigen Aufenthalt in Konstantinopel und Kleinasien 1827-28, wo er in Farbe und Sonnenschein sein Kunstelement fand. Nachdem er sich mit der türkischen Patrouille, den gelehrten Hunden und dem Hundehospital (1831) seinen Weg vorgezeichnet, ließ er noch eine Reihe von orientalischen Genrebildern folgen, bei welchen er es vornehmlich auf den Effekt der Farbe und des blendenden Sonnenlichts anlegte; so: die türkische Wache (1834), die mit einer Schildkröte spielenden Kinder (1836), die Zuschauer bei einer Hinrichtung (1839), die ausgelassene türkische Schuljugend (1842), der türkische Metzger (1843), das türkische Kaffeehaus etc. Nebenher widmete er sich besonders der Beobachtung des Tierlebens, vornehmlich mit feiner ironischer Charakterisierung, die dann zu parodistischen Schöpfungen, besonders in Affengruppen, führte. Seine Affen als Musiker, als Köche, als Bäcker, als Metzger zeigen eine drastische Persiflage menschlicher Physiognomie. Das erfolgreichste von seinen Affenbildern sind die Singes experts,