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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Delaware

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Delaware (Fluß) - Delaware (Freistaat).

ranger der Hauptvertreter der liberalen Richtung der zeitgenössischen Poesie. Mit großem Geschick und feinem Geschmack verstand er es, die Stimmung der Menge, ihren Haß und ihre Liebe, in echt poetische Formen zu kleiden. So war er der Mühe des eignen Schaffens überhoben; aber mit der Begeisterung des Tags verblaßten auch die Kinder seiner Muse. D. ist hauptsächlich Lyriker; einzelne seiner Gedichte, besonders auch die Chöre des "Paria", überraschen durch Wärme und Innigkeit des Gefühls, Eleganz und Reinheit des Ausdrucks. Seine Bühnenwerke stehen weit tiefer; es fehlen ihm die Gabe der Erfindung, der Schwung der Phantasie, die Freudigkeit des eignen Schaffens; es sind äußerst geschickte, geistvolle Werke, aber man merkt das Mühsame, Gemachte. In allem Technischen ist er Meister. Sein Stil schließt sich einerseits eng an Racine an und erlaubt sich anderseits, besonders seit seinem "Louis XI", gewisse Freiheiten, die dem strengen, klassischen Geschmack wenig zusagten: ein Bild seines unentschiedenen, vorsichtig lavierenden Charakters. Seine Werke erschienen bei Didier (1843, 6 Bde.; 1856, 4 Bde.), bei Charpentier (1851, 4 Bde.), zuletzt bei Didot (1870, 4 Bde.). - Sein Bruder Germain, geb. 1. Febr. 1790, gest. 30. Nov. 1868 in Paris, hat als Verfasser von Vaudeville- und Operntexten einen Namen gewonnen. Mit Scribe lieferte er die Texte zur "Stummen von Portici", zum "Schnee", zu Meyerbeers "Robert der Teufel", "Hugenotten" u. a.

Delaware (spr. déllawarr), Fluß in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, entspringt auf der Westseite der Catskillberge im Staat New York in zwei Hauptarmen, Mohawk und Popacton genannt, welche sich an der Grenze von Pennsylvanien (nahe am 42.° nördl. Br.) vereinigen. Von hier an hat der Fluß einen sehr gewundenen Lauf, da er die ganze Kette der Blauen Berge zu durchbrechen hat, ehe er in die atlantische Küstenebene eintritt. Der Hauptdurchbruch, das Water Gap genannt, liegt auf der Grenze von New Jersey und Pennsylvanien, wo die felsigen Uferwände vom Wasser aus senkrecht zu 424 m Höhe aufsteigen und der tiefe Fluß fast 4 km weit enge Schluchten durchbraust. Unterhalb derselben, bei Easton, empfängt er rechts seinen größten Nebenfluß, den Lehigh. Sein letzter Durchbruch ist bei Trenton, wo er 25 Stromschnellen bildet und mit einem Wasserfall und einer Wendung gegen SW. in die Ebene tritt. Er mündet unterhalb Philadelphia, nachdem er kurz zuvor noch den Schuylkill aufgenommen hat, in die Delawarebai (39° nördl. Br.), die im S. vom Kap Henlopen, im N. vom Kap May eingefaßt wird und 90 km lang und 35-50 km breit ist. Die ganze Länge des Flusses beträgt 512 km, wovon die letzten 65 km (bis Philadelphia) für die größten Schiffe fahrbar sind. Ein 99 km langer Kanal begleitet den Fluß von Philadelphia aufwärts bis nach Easton. Außerdem steht derselbe durch Kanäle mit dem Raritan und mit dem Hudson (bei Jersey City und Rondout) in Verbindung. Fluß und Bai haben ihren Namen vom Lord De la Warr, Gouverneur von Virginia, der 1610 in letztere vordrang; entdeckt ward dieselbe 1609 von Hudson.

Delaware, Freistaat in Nordamerika (s. Karte "Vereinigte Staaten etc."), nach Rhode-Island der kleinste der Union, umfaßt den nordöstlichen Teil der Halbinsel zwischen der Chesapeake- und Delawarebai, grenzt nördlich an Pennsylvanien, westlich und südlich an Maryland, östlich an den Atlantischen Ozean bis zum Kap Henlopen und nordöstlich an die Bai und den Fluß D. und hat von N. nach S. eine Ausdehnung von 148 und von O. nach W. von 15-60 km. Das Land ist im ganzen flach, nur der nördliche Teil wird am äußersten Ende durch Vorberge der Appalachen hügelig. Die Küste ist sumpfig, niedrig und ohne natürliche Häfen. Eine Menge kleiner Flüsse (Creeks), welche sich teils in den Delaware und die gleichnamige Bai, teils in die Chesapeakebai und in den Ozean ergießen, bewässern den Staat. Der Boden im S. ist sandig und mit Salzmarschen wechselnd. Die Sümpfe im S., namentlich der berühmte große Cypreß Swamp, der 20 km lang und mit mannigfaltigen Bäumen, immergrünen Sträuchern und giftigen Schlangen angefüllt ist, haben eine torfige, auf weißem Meeressand liegende Unterlage. Der nördliche Teil des Staats hat schweren Thon- und fruchtbaren Weizenboden. Das Klima ist mild, im N. sehr gesund; in den Sumpfgegenden kommen häufig Fieber vor. D. hat ein Areal von 5231 qkm (95 QM.) mit (1870) 125,015, (1880) 146,608 Einw., von denen 26,442 Farbige sind. Die Schulen wurden 1883 von 29,122 Kindern besucht, die 6 Colleges von 58 Studenten. Von der Oberfläche sind 60 Proz. landwirtschaftlich verwertet, 22 Proz. Wald. Mais und Weizen, Kartoffeln und Bataten sind die wichtigsten Gegenstände des Feldbaues. Pfirsiche und Erdbeeren werden massenhaft gezogen und ausgeführt. An Vieh zählte man 1880: 22,000 Pferde, 4000 Maultiere, 47,800 Rinder, 22,000 Schafe und 48,000 Schweine. Die Austern- und andern Fischereien sind von einiger Bedeutung. Die Waldungen in den südlichen Niederungen liefern noch immer viel Bauholz. Der Bergbau beschränkt sich auf Gewinnung von etwas Eisenerz. Von den (1880) 746 gewerblichen Anstalten mit 12,638 Arbeitern sind am wichtigsten die Schiffswerften (1576 Arb.), die Lederfabriken (982 Arb.), die Baumwollfabriken (945 Arb.), die Wagenbauwerkstätten (860 Arb.), die Eisen- und Stahlwerke (867 Arb.), die Fabriken von eisernen Röhren und die Kornmühlen. D. besitzt (1884) 182 Seeschiffe von 19,931 Ton. Gehalt; der Wert seiner Ausfuhr über See war 1883-84: 533,347 Doll. Ein Eisenbahnnetz von (1884) 352 km durchschneidet das Land und ein Schiffskanal (21 km lang) den Nacken der Halbinsel, so daß Schiffe, ohne ins offene Meer zu stechen, von Philadelphia nach Baltimore gelangen können. Die Verfassung vom Jahr 1831 ist noch wesentlich in Kraft. Der Gouverneur wird direkt vom Volk auf vier Jahre gewählt und kann nicht wieder gewählt werden. Die neun Senatoren werden gleichfalls vom Volk auf vier, die 21 Abgeordneten auf zwei Jahre gewählt und beziehen Diäten. Die Richter ernennt der Gouverneur, und sie sind während guten Betragens unabsetzbar. Stimmrecht haben die 22 Jahre alten weißen Bürger (seit kurzem auch die Neger). Pranger und Peitsche sind noch gesetzliche Strafen. Die Finanzen des Staats sind gut geordnet (Revenuen 1883/84: 117,458 Doll., Schuld Dezember 1883: 864,750 Doll.). Hauptstadt ist Dover, wichtigste Stadt aber Wilmington. - D. wurde zuerst von Schweden und Finnen unter dem Namen Neuschweden kolonisiert. Im J. 1630 bauten sie ein Fort bei Lewes (an der Mündung des Delaware) und 1631 ein zweites bei Wilmington. Das Land kam indessen schon 1655 durch Eroberung unter niederländische Hoheit, und 1664 wurde es in das von den Engländern den Niederländern abgenommene und von Karl II. dem Herzog von York verliehene Territorium eingeschlossen, welch letzterer es 1682 an William Penn übertrug. Seitdem blieb D. bis 1775 nominell mit Pennsylvanien vereinigt, obgleich es unter dem Namen der "Untern Länder des De-^[folgende Seite]