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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Deludieren; Déluge; Delusion; Delvau; Delvaux; Delvauxít; Delvenau; Delvigne; Delvinon; Delwig; Dema; Demādes

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Deludieren - Demades.

(Genf 1772, 2 Bde.; 1784, 4 Bde.; deutsch von Gehler, Leipz. 1776); "Lettres physiques et morales sur les montagnes, et sur l'histoire de la terre et de l'homme" (Haag 1778-80, 6 Bde.); "Nouvelles idées sur la météorologie" (Par. 1787, 2 Bde.; deutsch von Wittekopp, Berl. 1788); "Lettres à Blumenbach sur l'histoire physique de la terre" (Par. 1798); "Introduction à la physique terrestre par les fluides expansibles" (das. 1803, 2 Bde.); "Voyage géologique dans le Nord de l'Europe" (Lond. 1810, 3 Bde.); "Voyage géologique en Angleterre" (das. 1811, 2 Bde.); "Voyages géologiques en France, en Suisse et en Allemagne" (das. 1813, 2 Bde.).

Deludieren (lat.), verspotten, täuschen, äffen.

Déluge (franz., spr. -lühsch), Überschwemmung, Sündflut. Vgl. Après nous le déluge.

Delusion (lat.), Verspottung, Täuschung; delusorisch, täuschend, trügerisch.

Delvau (spr. -woh), Alfred, franz. Schriftsteller, geb. 1825 zu Paris, war 1848 Sekretär Ledru-Rollins, des damaligen Ministers des Innern; starb 3. Mai 1869 in Paris. Als Schriftsteller begann er 1850 mit dem einaktigen Lustspiel "Le roué innocent", dem er eine Reihe verschiedenartiger Werke folgen ließ, wie: "Histoire de la révolution de Février" (1850); "Les murailles révolutionnaires", eine Sammlung der Wahlprogramme, Anzeigen, Dekrete etc. der letzten Republik (1851, 2 Bde.); "Au bord de la Bièvre" (1854); "Histoire de la campagne d'Italie, etc." (1859); "Les Cythères parisiennes, histoire anecdotique des bals, etc." (1864); "Dictionnaire de la langue verte" (1865), ein Werk, das besondern Lärm machte, weil es zum großen Teil aus den wenige Jahre zuvor erschienenen "Excentricités du langage français" von Loredan-Larcher entlehnt war. Ferner schrieb er: "Le fumier d'Ennius" (1863); eine Biographie Gérards de Nerval (1865); "Histoire anecdotique des barrières de Paris" (1865); "Les lions du jour", Bilder aus Paris (1866); "Henri Murger et la Bohême" (1866); "Les sonneurs de sonnet, 1540-1866" (1867) u. a. Auch gab er die "Bibliothèque bleue" (1859-60, 3 Bde.) sowie die "Collection des romans de chevalerie, mis en prose française moderne" (1869, 4 Bde.) heraus. Seine spezifisch Pariser Schriften, denen ein bleibender kulturgeschichtlicher Wert nicht abgesprochen werden kann, sind jetzt in den Originalausgaben ungemein gesucht.

Delvaux (spr. -woh), Lorenz, niederländ. Bildhauer, geb. 1695 zu Gent, Schüler Gery Heydelbergs und Plumiers, arbeitete seit 1717 in London, von 1727 bis 1733 in Italien, wurde 1734 Hofbildhauer Kaiser Karls VI., später des Herzogs Karl von Lothringen und der Maria Theresia. Er starb 24. Febr. 1778 in Nivelles, wo er hauptsächlich gelebt hatte. Seine Hauptwerke sind: die Kanzel der Kathedrale St. Bavo zu Gent, eine kolossale Statue des Herkules im Alten Hof zu Brüssel, das Mausoleum Leonhards van der Noot in der Karmeliterkirche daselbst, die Statue des heil. Livinus im Genter Museum.

Delvauxít (spr. -wo-), s. Phosphoreisensinter.

Delvenau, Nebenfluß der Elbe, im preuß. Kreis (Herzogtum) Lauenburg, ist von Mölln bis Lauenburg kanalisiert und bildet in Verbindung mit der ebenfalls (1390-98 von Lübecker Kaufleuten) kanalisierten Steckenitz eine 56 km lange und 0,9 m tiefe Wasserstraße zwischen Elbe und Trave.

Delvigne (spr. delwínj), Henri Gustave, franz. Militär, geb. 1799 zu Hamburg, war einer der ersten, welcher auf die Notwendigkeit der Einführung gezogener Gewehre für die Infanterie hinwies und den Eintritt des Geschosses in die Züge durch dessen Stauchung auf dem Kammerrand zu erreichen suchte. Er schrieb als Unterleutnant: "Recherches sur le feu de l'infanterie" (1826) und kommandierte bei der Expedition gegen Algier ein Korps von 100 Schützen, die mit Gewehren seines Systems und mit Wallbüchsen bewaffnet waren. 1838 wurde sein Gewehr bei den Chasseurs eingeführt. Beim Ausbruch der Julirevolution ging er nach Toulon und starb daselbst 18. Okt. 1876. Er lieferte auch Explosionsgeschosse, Revolver, Zimmergewehre, Rettungsapparate, besonders Rettungsraketen, und schrieb: "Exposé d'un nouveau système d'armement pour l'infanterie" (Par. 1836); "Observations sur un nouveau modèle de carabin rayée et sur le feu des tirailleurs en Afrique" (das. 1836); "Sur l'emploi des belles cylindro-coniques évidées" (das. 1843 u. 1849).

Delvinon (Delonia), Hauptstadt der gleichnamigen albanes. Landschaft im türkischen Wilajet Janina, 20 km von der Küste, von Oliven-, Zitronen- und Granatenpflanzungen umgeben, hat ein festes Schloß, mehrere Moscheen und 6000 Einw. (ein Drittel Mohammedaner), welche viel Öl erzeugen und Handel mit Südfrüchten treiben.

Delwig, Anton Antonowitsch, Baron, russ. Lyriker, geb. 6. Aug. (a. St.) 1798 zu Moskau, erhielt seine Erziehung im Zarskoje Seloschen Lyceum, gleichzeitig mit Puschkin, dessen vertrauter Freund er wurde, und verriet frühzeitig ungewöhnliche poetische Gaben und große Begeisterung für Poesie, während er im übrigen nur geringe Fortschritte machte. Nachdem er 1817 das Lyceum verlassen, erhielt er eine Stelle im Bergdepartement, wurde dann Bibliothekargehilfe an der kaiserlichen öffentlichen Bibliothek und 1825 Beamter für besondere Aufträge im Ministerium des Innern. Sein Haus bildete von jetzt ab den Sammelpunkt der litterarischen Welt Petersburgs, und namentlich die vielversprechende jüngere Generation (Puschkin, Glinka, Barjatinskij, Fürst Wjäsemsky etc.) gruppierte sich um ihn. Im Verein mit den letztern gab er 1825-32 den Almanach "Sséwernyje zwety" ("Nordische Blumen") heraus. Er starb bereits 14. Jan. (a. St.) 1831 in Petersburg. Unter Delwigs eignen dichterischen Produktionen sind namentlich seine im russischen Volksliederton gehaltenen Gedichte hervorzuheben, von denen einige ganz ins Volk übergegangen sind; seine übrigen Gedichte ermangeln der Leichtigkeit und vollendeter Formgewandtheit. Sammlungen seiner Poesien erschienen 1829 und 1839. Der erste Band der "Sséwernyje zwety" wurde von P. Bartenew (Mosk. 1881) neu herausgegeben.

Dema (Diuma genannt), Fluß im russ. Gouvernement Orenburg, entspringt im Gebirge Obschtschij Syrt, durchströmt ebene, trockne, steppenähnliche Gegenden und mündet nach einem Laufe von 380 km unterhalb Usa in die Bjelaja.

Demādes, Redner und Staatsmann zu Athen, talentvoll, schlagfertig und voll Mutterwitz und, obwohl ohne höhere Bildung, von hinreißender Beredsamkeit, aber gesinnungslos u. käuflich; von niederer Herkunft, diente er in frühern Jahren als Ruderknecht, schwang sich aber bald zum Rival des Demosthenes empor, gegen den er wiederholt auftrat, ohne selbst eine bestimmte Politik zu verfolgen. Bei Chäroneia 338 v. Chr. in makedonische Gefangenschaft geraten, erwarb er sich durch kecken Freimut die Gunst Philipps, bewirkte seine und der übrigen athenischen Gefangenen Freilassung, ward aber zugleich durch reiche Geschenke für das makedonische Interesse gewonnen. Nach