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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Demetoka; Demetrĭas; Demetrĭos

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Demetoka - Demetrios.

ter redigierte er die Zeitschrift "Danica". Er starb 24. Juni 1872 in Agram, wohin er sich 1861 als pensionierter Statthaltereisekretär zurückgezogen hatte. Seinen Hauptruf erlangte D. durch seine Dramen: "Ljubav i dužnost" ("Liebe und Pflicht"), "Krvna osveta" ("Die Blutrache") und das Trauerspiel "Teuta". Außerdem veröffentlichte er das lyrisch-epische Gedicht "Grobnicko polje", mehrere Novellen und machte sich als Übersetzer, namentlich zahlreicher dramatischer Werke, verdient. Seine Bühnenstücke erschienen gesammelt in 2 Bänden (1838-44).

Demetoka (Dimotika), Stadt im türk. Wilajet Adrianopel, im Thal des Kisil Delisu, eines rechten Zuflusses der Maritza, und an der Eisenbahn von Adrianopel nach der Küste des Ägeischen Meers, Sitz eines griechischen Bischofs, mit 6-8000 Einw., meist Mohammedanern, welche Seidenzucht und Töpferei treiben; geschichtlich merkwürdig als Geburtsstadt Bajesids I. (1347) und als Aufenthaltsort Karls XII. von Schweden (Februar 1713 bis Oktober 1714). Über D. Ruinen eines alten Schlosses.

Demetrĭas, im Altertum Hafenstadt in der thessal. Landschaft Magnesia, am Pagasäischen Meerbusen, von Demetrios Poliorketes 290 v. Chr. gegründet und nach ihm benannt, oft Residenz der makedonischen Könige, durch ihre Lage in der Nähe des Pelion, des Passes Tempe und der Thermopylen wie durch die angrenzende Ebene (neben Chalkis und Korinth) einer der drei Hauptschlüssel von Griechenland. Deshalb bemächtigten sich ihrer 196 die Römer, darauf 192 die Ätolier; 191-169 war sie in makedonischem Besitz und wird noch im 6. Jahrh. n. Chr. erwähnt. Geringe Überreste davon auf dem Hügel Goritza bei Volo.

Demetrĭos, Name mehrerer Könige von Makedonien und Syrien.

[Könige von Makedonien.] 1) D. I., Poliorketes ("Städteeroberer"), Sohn des Antigonos Monophthalmos, stand seinem Vater in den unmittelbar nach dem Tod Alexanders d. Gr. ausgebrochenen Kämpfen tapfer zur Seite, führte zuerst 312 v. Chr. ein selbständiges Kommando, wurde in demselben Jahr von Ptolemäos bei Gaza geschlagen, siegte aber bald darauf bei Myus. Er wurde sodann von Antigonos nach Babylon geschickt, das er aber nicht erobern konnte. 307 zog er als Befreier von dem Joch des Kassandros in Athen ein, wurde von den Athenern mit Ehren überhäuft, eroberte Kypros, wo er namentlich bei der Eroberung der Stadt Salamis durch den Bau von Belagerungsmaschinen sich den Beinamen Poliorketes erwarb (306), und nahm darauf, wie auch sein Vater Antigonos, die Königswürde an. Nachdem er 304 Rhodus vergeblich belagert, vertrieb er 303 Kassandros abermals aus Griechenland, wurde zum Feldherrn der Griechen ernannt und von den Athenern wie ein Gott verehrt, verlor aber sodann, von seinem Vater nach Asien berufen, mit dem letztern die Entscheidungsschlacht bei Ipsos (301). Nach längerm Umherschweifen bemächtigte er sich Athens wieder, wobei er die unzuverlässigen Athener mild behandelte, und benutzte die Wirren in Makedonien, um 294 den Thron an sich zu reißen. Durch sein hochfahrendes Wesen und seine Verschwendung machte er sich bald verhaßt, wurde im Kriege gegen Ptolemäos, Lysimachos, Seleukos und Pyrrhos von seinen Soldaten verlassen und mußte 287 aus Makedonien fliehen. 286 mußte er sich Seleukos ergeben, der ihn nach Apamea in Syrien bringen ließ, wo D. 283 im 54. Jahr seines vielbewegten Lebens starb.

2) D. II., des Antigonos Gonatas Sohn, Enkel des vorigen, folgte 239 v. Chr. ungestört seinem Vater im Besitz des makedonischen Throns. Seine zehnjährige Regierung ist bloß durch Kämpfe mit Alexander von Epirus und den barbarischen Grenzvölkern von Makedonien bezeichnet. Seine Pläne gegen Griechenland konnte er nicht ausführen, da der Ätolische und Achäische Bund bereits zu mächtig geworden waren. Er fiel 229 im Kampf gegen die Dardaner. Ihm folgte in der Regierung sein siebenjähriger Sohn Philipp III., der aber bald von Antigonos Doson entthront wurde.

3) D. III., König Philipps III. von Makedonien Sohn, wurde als Geisel 197 v. Chr. von seinem Vater nach Rom gesendet, 191 entlassen, aber 184 wieder als Gesandter nach Rom geschickt, wo er mit Auszeichnung behandelt wurde, deswegen durch die Ränke seines ältern Bruders, Perseus, des Einverständnisses mit den Römern und verräterischer Absichten auf den Thron angeklagt und 181 auf Befehl seines Vaters vergiftet.

[Könige von Syrien.] 4) D. I., Soter, Sohn Seleukos' IV., Philopator, lebte zur Zeit der Ermordung seines Vaters als Geisel in Rom, entwich aber 163 v. Chr. nach dem Tode des Antiochos Epiphanes, der nach dem Tode des Seleukos die Herrschaft an sich gerissen, aus Rom, um den syrischen Thron in Besitz zu nehmen, fand eine Partei in Syrien, stürzte 161 die Herrschaft des Antiochos Eupator, den er ermorden ließ, und wurde auch bald von den Römern anerkannt. Sogleich befreite er die Babylonier von der Tyrannei der Satrapen Timarchos und Herakleides (daher der Name Soter, d. h. Retter). Gegen die Juden, die sich unter den Makkabäern erhoben, sandte er nach und nach vier Kriegsheere unter Nikanor und Bakchides ab, ohne jedoch in festen Besitz Palästinas zu kommen, wandte sich sodann gegen Kappadokien, vertrieb daselbst den König Ariarathes und setzte den Orophernes auf dessen Thron, der jedoch kurz darauf wieder von jenem verdrängt wurde. Der Trunkenheit ergeben und grausam, machte sich D. bei seinen Unterthanen und Nachbarn so verhaßt, daß der von Ptolemäos, Attalos und Ariarathes unterstützte Alexander Balas als angeblicher Sohn des Antiochos Epiphanes gegen ihn auftreten konnte und auch wirklich Anhänger fand. Von ihm in die Enge getrieben und dann in einer Schlacht (151) besiegt, ward er auf der Flucht getötet.

5) D. Nikator (Nikanor) II., Sohn des vorigen, flüchtete nach dessen Tod nach Kreta, kehrte aber 147 v. Chr. nach Syrien zurück und bemächtigte sich des Landes mit Hilfe des Ptolemäos Philometor von Ägypten, nachdem Alexander Balas 146 ermordet worden war. D. wurde eine Zeitlang durch einen Aufstand der Antiochener unter Tryphon vertrieben, wogegen er sich mit Jonathan Makkabäus verband, mit dem er sich auch bald entzweite. Aber er gelangte bald wieder in den Besitz des Throns, zog 140 gegen Arsakes, König von Parthien, wurde aber nach mehreren Siegen von diesem durch List gefangen genommen und nach Hyrkanien gesandt. Doch behandelte ihn der parthische König sehr gut, gab ihm seine Tochter zur Ehe und versprach ihm Wiedereinsetzung in Syrien. Als nun des D. Bruder Antiochos Sidetes, der sich 139 Syriens bemächtigt hatte, dem Partherkönig bedrohlich erschien, entließ dieser 130 D., welcher Antiochos vertrieb und aufs neue den Thron bestieg; allein ein Krieg gegen Ägypten und seine Härte machten ihn bei den Unterthanen so verhaßt, daß Ptolemäos Physkon einen jungen Alexandriner, Alexander Zabina, als Gegenkönig aufstellen konnte. D., bei Damaskus von diesem geschlagen, kam in Tyrus, vergeblich eine Zuflucht suchend, ums Leben (126).