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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Devonport; Devonshire

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Devonport - Devonshire.

falen von unten nach oben unterscheiden läßt. Zum Unterdevon wären zu rechnen der Spiriferensandstein und die gleichalterigen Quarzite im Taunus sowie die Wissenbacher Orthocerasschiefer. Ihnen folgen Grauwackenschiefer (rheinische Grauwacke) mit Eifeler Kalk, Calceolaschiefer, Schalsteine und Stringocephalenkalk als Mitteldevon, endlich Goniatitenkalke, Cypridinenschiefer und Clymenienkalke als Oberdevon. Die geographische Verbreitung der devonischen Formation ist namentlich in Britannien, Rußland und Nordamerika eine sehr große. In Frankreich besitzen die Bretagne und die Normandie, in Spanien Asturien größere Devongebiete. In Deutschland findet die Formation ihre Hauptentwickelung am Unterrhein (vom Taunus an abwärts), in der Eifel (zusammenhängend mit dem Devon Luxemburgs und Belgiens), am Harz, im Fichtelgebirge, untergeordneter in der preußischen Provinz Schlesien und dem benachbarten Österreichisch-Schlesien und Mähren. Die vulkanische Thätigkeit lieferte während der devonischen Periode vorzugsweise Diabase. Ihre stark zersetzten Tuffe, die Schalsteine, sind mit dem übrigen Schichtenmaterial der devonischen Formation durch Wechsellagerung eng verbunden und ihrerseits, besonders in Nassau, Westfalen und dem Harz, mit Roteisensteinen, in Nassau zudem noch mit Phosphoriten verknüpft. An technisch wichtigen Substanzen birgt das devonische Schichtensystem außer den eben citierten Roteisensteinen und den zu landwirtschaftlichen Zwecken in Nassau emsig abgebauten Phosphoriten mannigfaltige Erzlagerstätten: am Rammelsberg im Harz Gemenge von Zinkblende, Kupferkies, Eisenkies und Bleiglanz, in Westfalen und bei Aachen Zink- und Bleierze. Ferner werden die betreffenden Gesteine von Nickel und Kupfererzen, von Blei- und Manganerzen, von Eisenspat (Müsen bei Siegen), von Zinnstein (Cornwallis) gangförmig durchsetzt. Auch scheint wenigstens ein Teil der großen Petroleumschätze Pennsylvaniens devonischen Schichten zu entstammen. Vgl. Dechen, Über die Schichten im Liegenden des Steinkohlengebirges (Bonn 1850); Römer, Das rheinische Schiefergebirge (Hannov. 1844); F. und G. Sandberger, Beschreibung und Abbildung der Versteinerungen des rheinischen Schichtensystems in Nassau (Wiesbad. 1850-56); Kayser, Studien aus dem Gebiet des rheinischen Devon (Berl. 1870-79).

Devonport (spr. déww'npōrt), s. Plymouth.

Devonshire (spr. déww'nschir, kurz Devon), Grafschaft im südwestlichen England, zwischen dem Kanal von Bristol und dem Englischen Kanal gelegen, östlich von den Grafschaften Dorset und Somerset, westlich von Cornwallis begrenzt, umfaßt einen Flächenraum von 6698 qkm (121,6 QM.). Die Küsten sind im allgemeinen steil, und die Oberfläche des Bodens ist sehr mannigfaltig gestaltet. Im westlichen Teil nimmt das aus Granit bestehende wüste Tafelland Dartmoor Forest (s. d.) mit seinen Sümpfen und Moorstrecken eine Oberfläche von 500 qkm ein und erreicht im Yeo Tor eine Höhe von 633 m. Im N. erstreckt sich von Somerset aus der aus devonischem Kalkstein bestehende Exmoor Forest (s. d.) in die Grafschaft, und im O. steigen die Black Downs zu einer Höhe von 220 m an. Mit Ausnahme der genannten Landstriche, welche sich nur zur Weide eignen, ist das Land fruchtbar, namentlich in den Thälern. Die Mehrzahl der zahlreichen Flüsse ergießt sich nach S. in den Englischen Kanal (so Tamer, Avon, Dart, Teign, Ex); nur Taw und Torridge fließen in nordwestlicher Richtung in die große, aber seichte Barnstapler Bai. Die Südküste ist reich an guten Häfen, darunter vornehmlich der Plymouthsund (s. d.). Das Klima ist mild und feucht und günstiger für Viehzucht als für Ackerbau. Die Bevölkerung zählte 1881: 603,595 Einw., von welchen mehr als die Hälfte in Städten wohnt. Etwa 39 Proz. der Oberfläche bestehen aus Ackerland, 35 aus Weideland, 1,6 aus Obst- und Gemüsegärten und 4,7 aus Wald. Die Landschaft South Hams im westlichen Teil der Grafschaft zeichnet sich namentlich durch ihren Obstbau aus und gilt als Garten Devons (viel Apfelwein wird gekeltert). Die Viehzucht ist sehr ausgedehnt und liefert Butter, Rahm und Käse vorzüglicher Qualität. Im J. 1884 gab es 246,049 Rinder, 867,291 Schafe, 101,890 Schweine und 54,821 Acker- und Zuchtpferde. Der Fischfang (besonders Makrelen, Lachse, Heringe) beschäftigte 1822 Menschen. An Mineralien ist die Grafschaft reich, und Kupfer, Zinn, Eisen, Blei, Silber und Manganerz werden von 2080 Bergleuten ausgebeutet. Auch Bausteine (Marmor), Schiefer und besonders Porzellanerde (40,000 Ton.) und Töpferthon (15,000 T.) werden gewonnen. Die Industrie ist ziemlich entwickelt. Im J. 1881 beschäftigte der Schiffbau 2656 Menschen, die Spitzenklöppelei 3426 (namentlich Frauen), die Fabrikation von Handschuhen 1242, die Fabrikation wollener Waren 1192, der Maschinenbau 2001 und die Papierfabrikation 784 Menschen. Hauptstadt ist Exeter.

Devonshire oder Devon, engl. Adelstitel, der, seit Heinrich I. bestehend, 1335 von dem Haus Redvers auf das Haus Courtenay überging, das seit Heinrich II. in England ansässig war. Thomas Courtenay, sechster Graf von D., wurde in der Schlacht von Tewton gefangen und 1461 enthauptet; Edward Courtenay, der 1485 Graf von D. wurde, zeichnete sich unter Heinrich VII. aus; dessen Sohn William heiratete die Prinzessin Katharine, jüngste Tochter Eduards IV., und spielte unter Heinrich VIII. eine Rolle ebenso wie sein Sohn Henry, der nach vielen Gunstbezeigungen von seiten Heinrichs VIII. 1538 in Ungnade fiel und 1539 hingerichtet wurde. Mit Henrys Sohn Edward, dem Maria die Blutige 1553 den Titel Graf von D. wiedergab, erlosch die Hauptlinie der Courtenay; aber eine Nebenlinie des Hauses bestand fort, und diese beanspruchte in neuerer Zeit auf Grund des Patents von 1553 den Titel Graf von Devon, der ihr 1831 vom Oberhaus zugesprochen wurde. Inzwischen hatte 1618 Jakob I. den Titel Graf von D. an William Cavendish verliehen, der zu den ersten Kolonisatoren Virginias und der Bermudas gehörte. Von den Grafen und Herzögen von D. aus dem Haus Cavendish sind die folgenden hervorzuheben. William, vierter Graf von D., gehörte zu den Lords, die Wilhelm III. nach England hinüberriefen, und wurde dafür 1694 zum Marquis von Hartington und Herzog von D. erhoben. Er starb 1707 als Oberhofmeister der Königin Anna. Ihm folgte sein ältester Sohn, William, als zweiter Herzog von D. sowie in der Hofwürde, die seitdem in der Familie fast erblich war. Derselbe starb 1729 und hinterließ drei Söhne, von denen der jüngste, Charles, der Vater des als Chemiker und Gelehrter berühmten Henry Cavendish ist. Der älteste, William, dritter Herzog von D., geb. 1698, war 1736-45 Vizekönig von Irland, Mitglied der königlichen Societät der Wissenschaften und starb 5. Dez. 1755. Sein ältester Sohn, William, vierter Herzog von D., geb. 1720, wurde 1755 Vizekönig von Irland, 1756 erster Kommissarius der Schatzkammer und Lord-Lieutenant von Derbyshire, dann 1757 Oberkammerherr und Ritter des Hosenbandordens. Unter Butes Ministerium