Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Diatōnisch; Diatreta; Diatrībe; Diatrimma; Diatypōsis; Diaulos; Diavoletti; Diavŏlo; Diaz; Diaz de Escobar

940

Diatonisch - Diaz de Escobar.

Diatōnisch (griech.) heißt eine Tonfolge im Gegensatz zur chromatischen und enharmonischen, wenn sie sich überwiegend durch Ganztonschritte bewegt. Das antike diatonische Tetrachord (e f g a) bestand aus einem Halbton und zwei Ganztönen, das chromatische (e f fis a) aus zwei Halbtönen und einer kleinen Terz, das enharmonische (e eis f a) aus zwei Vierteltönen und einer großen Terz. In unserm modernen Tonsystem ist der Begriff d. an die Skala der Stammtöne (ohne Versetzungszeichen) gebunden, d. h. d. sind die Ganzton- oder Halbtonfortschreitungen von einem Ton zu einem benachbarten dieser Skala, resp. von oder zu einem von diesem durch ^ oder ^ etc. abgeleiteten; chromatisch sind die Halbtonschritte von einem Ton zu einem auf derselben Stufe der Grundskala befindlichen und durch ^, ^ etc. unterschiedenen; enharmonisch verschieden sind endlich Töne, die von zwei benachbarten oder eine Terz entfernten Tönen der Grundskala abgeleitet sind, aber der Tonhöhe nach annähernd zusammenfallen u. im zwölfstufigen, gleichschwebend temperierten System identifiziert werden:

^[img]

Die diatonischen Tonleitern bewegen sich ausnahmslos durch diatonische Schritte, so daß sie, abgesehen von den Versetzungszeichen, das Bild eines gleichmäßigen Steigens oder Fallens bieten:

^[img]

Dagegen schaltet die durchweg in Halbtönen fortschreitende chromatische Tonleiter Zwischentöne ein, welche zum vorausgehenden Ton im Verhältnis des chromatischen und zum folgenden in dem des diatonischen Halbtons stehen:

^[img]

Diatreta (griech.), römische, in der spätern Kaiserzeit fabrizierte Glasgefäße mit dicken Wänden, deren obere Schicht derartig ausgeschliffen wurde, daß sich ein Netz von Glasstäben um den innern Kern bildete, an welchem die Glasstäbe nur an einzelnen Stellen hafteten. Die D. wurden von Pantotsek in Böhmen nachgeahmt; doch wandte er eine wesentlich andre Technik an, insofern er ein stellenweise doppelwandiges Gefäß herstellte, auf der äußern Wandung die Zeichnung entwarf und das zwischen dem Muster stehende Glas durch Schleifen entfernte.

Diatrībe (griech.), gelehrte oder schulmäßige Abhandlung, insbesondere eine kritische Streitschrift.

Diatrimma (griech.), Wundsein, durch Reibung beim Gehen oder Reiten, Wolf; s. Afterfratt.

Diatypōsis (griech.), Verbildlichung, in der Rhetorik die Veranschaulichung eines Gegenstandes durch Vorbilder.

Diaulos (griech.), Art des griech. Wettlaufs (s. Dromos), bei welchem die Bahn zweimal durchmessen ward. Häufig wurde derselbe zu einem Waffendoppellauf gemacht, indem die Läufer Helm, Beinschienen und Schild trugen.

Diaulos (griech.), Doppelflöte, s. Aulos.

Diavoletti (Diavolini, ital., spr. -wo-, "Teufelchen"), überzuckerte Gewürzkörner und Kantharidenpräparate, welche als Aphrodisiaka benutzt werden.

Diavŏlo (ital., spr. -wo-), Teufel.

Diaz, 1) Miguel, aus Aragonien, Begleiter des Kolumbus auf dessen zweiter Entdeckungsreise, erhielt 1495 den Auftrag, den Goldreichtum Hispaniolas zu untersuchen, und veranlaßte auf die Kunde von den ergiebigen Gruben am Fluß Hayna die Gründung der Stadt Santo Domingo. Von Bartolomeo Colombo zum Burgvogt derselben ernannt, weigerte er sich, dem als Statthalter nach Hispaniola entsandten Bobadilla dieselbe zu übergeben, fiel deshalb in Ungnade, wurde zwar 1506 wieder zum Leutnant des Gouverneurs von Puerto Rico ernannt, bald darauf aber nach Spanien abgeführt, wo er im Begriff, nach Westindien zurückzukehren, 1512 starb.

2) Porfirio, mexikan. Präsident, war bei dem Sturz des Kaisers Maximilian von Mexiko beteiligt und befehligte einen der republikanischen Heerhaufen, welche von Norden her gegen die Hauptstadt vordrangen. Er belagerte Puebla, während Maximilian in Queretaro sich befand, schlug den kaiserlichen General Marquez, welcher von Mexiko aus zum Entsatz herbeieilte, und erstürmte 5. April 1867 Puebla. Dann zog er vor Mexiko, wo er einen hartnäckigen Widerstand fand, so daß es ihm erst nach zweimonatlicher Belagerung, und nachdem Marquez mit seinen Anhängern daraus entflohen war, gelang, die Stadt 21. Juni zur Kapitulation zu zwingen. Der ehrgeizige Sieger strebte nach der Präsidentschaft, trat 1871 als Rival des langjährigen Präsidenten Juarez auf, und als dieser im Juli 1872 starb, versuchte D. einen Aufstand, fand jedoch wenig Anhang und sah sich zuletzt, als die meisten revolutionären Führer die von dem interimistischen Präsidenten Lerdo erlassene Generalamnestie annahmen, genötigt, 23. Okt. 1872 diesem seine Unterwerfung anzuzeigen und sich darein zu fügen, daß nicht er, sondern Lerdo zum definitiven Präsidenten gewählt wurde. Er begab sich nach Nordamerika. Als sich aber 1876 Iglesias gegen Lerdo erhob, kehrte D. nach Mexiko zurück, drang vom Nordosten aus siegreich vor, schlug die Truppen Lerdos 12. Nov. bei Huamontla, die des Iglesias 3. Dez. bei Guanajuato und ward im Februar 1877 zum Präsidenten bis 30. Nov. 1880 ernannt. Er bildete ein ansehnliches stehendes Heer, stellte Ruhe und Frieden her, vermehrte die Einnahmen des Staats und erreichte die Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen mit Frankreich. Auch begann er bedeutende öffentliche Arbeiten, namentlich den Bau zahlreicher Eisenbahnen, und übernahm, um diesen ferner zu leiten, nach seinem Rücktritt unter seinem Nachfolger Gonzalez bis 1881 das Ministerium der öffentlichen Arbeiten. 1884 trat er von neuem als Präsident an die Spitze des Staats.

3) Bartholomeu, Seefahrer, s. Dias 1).

4) Gonçalves, brasil. Dichter, s. Dias 2).

Diaz de Escobar, Narciso, span. Dichter, geb. 25. Juni 1860 zu Malaga, studierte in Granada die Rechtswissenschaft und erregte schon frühzeitig durch sein poetisches und schriftstellerisches Talent Aufmerksamkeit. Er beteiligte sich als Redakteur und Mitarbeiter an mehreren angesehenen Zeitschriften und pflegte gleichzeitig verschiedene Gebiete der Poesie mit demselben Erfolg. Nicht nur seine lyrischen Leistungen erfreuten sich großen Beifalls, auch seine Dramen, von denen besonders "Un episodio morisco", "Los jovenes del dia", "Por un pensamiento", "Por ella", "El anillo de pelo", "Dos maridos y una sposa" und "Dos para una" Auszeichnung verdienen, haben auf der Bühne viel Glück gemacht. Sehr beliebt sind auch die "Charakterbilder aus Madrid", die er im Verein mit andern herausgegeben hat.