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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dinumerieren; Dinur; Dinus; Dinxperlo; Dinzeltag; Dio Cäsarēa; Dio Cassius; Dioch; Diocletiānus; Dioecia

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Dinumerieren - Diocletianus.

an künftige Volksschullehrer" (das. 1803-1805, 4 Bde.; 3. Aufl. 1837-38); "Predigten zum Vorlesen in Landkirchen" (das. 1809, 2 Bde.; 5. Aufl. 1844); "Anweisung zum Gebrauch der Bibel in Volksschulen" (das. 1814-15, 3 Bde.; 2. Aufl. 1822 ff.); "Malwina, ein Buch für Mütter" (das. 1818, 5. Aufl. 1860); "Unterredungen über die Hauptstücke des Lutherschen Katechismus" (über die vier letzten, das. 1806-18, 4 Bde.; 4. Aufl. 1830; über die beiden ersten, 1819 bis 1823, 9 Bde.; 2. Aufl. 1824-26); "Religionsgeschichte" (3. Aufl., das. 1836). Sein letztes Werk: "Die Bibel als Erbauungsbuch", das er nur bis zum 55. Psalm ausarbeitete, ward von Brockmann und Fischer fortgesetzt (Neust. 1831-33, 5 Bde.). Seine "Sämtlichen Schriften" hat Wilhelm herausgegeben (Neust. 1840-51, 43 Bde.). Eine Auswahl gab Seidel heraus (Langensalza 1880-81, 2 Bde.).

Dinumerieren (lat.), aufzählen, herzählen; Dinumeration, Aufzählung.

Dinur, s. Nehar dinûr.

Dinus, ital. Rechtsgelehrter des 13. Jahrh., geboren im Thal von Mugello bei Florenz, lehrte zu Bologna und beteiligte sich im Auftrag des Papstes Bonifacius VIII. an der Ausarbeitung des 6. Buches der Dekretalen. Er starb bald nach 1298 in Bologna.

Dinxperlo, Städtchen in der niederländ. Provinz Geldern, mit (1883) 2444 Einw., die Ackerbau, Bienenzucht und Hanfhandel treiben. Die Grenzen zwischen D. und dem preußischen Dorf Suderwick (Kreis Borken), mit welchem es fast Einen Ort bildet, sind 1873 aufs neue festgesetzt.

Dinzeltag, in Bayern und Tirol der Tag, an welchem ehemals eine Zunftgenossenschaft ihre feierliche Zusammenkunft hielt und die Angelegenheiten der Zunft besprach. Mahl und Tanz beschlossen den Tag.

Dio Cäsarēa (Sepphoris), Flecken im alten Galiläa, ward von Herodes Antipas stark befestigt und zum Hauptort in Galiläa erhoben. Hier war eins der fünf Synedrien der Juden, um 180 n. Chr. sogar eine Zeitlang das Große Sanhedrin. Im 4. Jahrh. ward die Stadt infolge eines Aufstandes durch Constantius Gallus Cäsar zerstört. Die Stätte, heute noch Sefurieh geheißen, spielte als beliebter Lagerplatz mit frischer Quelle noch in den Kreuzzügen eine Rolle.

Dio Cassius (Cassius Dio), griech. Geschichtschreiber, geboren um 155 n. Chr. zu Nicäa in Bithynien aus angesehener Familie, ward zu Athen in der Rhetorschule sorgfältig gebildet, bekleidete unter Kaiser Commodus 194 die Prätur, war dann Statthalter von Pergamon und Smyrna und zweimal, 222 und 229, Konsul; zwischen dem ersten und zweiten Konsulat verwaltete er als Prokonsul die Provinzen Afrika, Dalmatien und Pannonien. Nach seinem zweiten Konsulat zog er sich, den Prätorianern durch seine Strenge so verhaßt, daß sie seinen Tod verlangten, in seine Vaterstadt zurück und nahm seine schon früher begonnenen litterarischen Arbeiten wieder auf, starb aber wahrscheinlich bald danach. D. schrieb außer einigen andern historischen und geographischen Werken, die aber völlig verloren sind, eine "Römische Geschichte" in 80 Büchern, von Gründung der Stadt bis zu seinem Konsulat 229, an der er, nachdem er 10 Jahre auf die Sammlung der Materialien dazu verwendet, 12 Jahre arbeitete. Wir besitzen davon nur Buch 35-60, die beiden erstern Bücher jedoch und Buch 55 mit großen Lücken, und von Buch 61-80 den Auszug des Xiphilinos (aus dem 11. Jahrh.); von den 34 ersten Büchern sind nur einzelne Fragmente erhalten. Das Werk, dessen erhaltene Teile mit dem Jahr 69 v. Chr. beginnen, ist aus verschiedenen Quellen geschöpft und daher von ungleichem Wert; auch ist es nicht frei von Ungenauigkeiten, von Parteilichkeit und von einer gewissen Liebhaberei für lange Reden und für weitläufige Berichte von allerlei Wunderzeichen; demungeachtet ist es für uns von großer Wichtigkeit, namentlich für die Kenntnis der Verfassung, der Rechtspflege, des Kriegswesens etc., wofür er als Staatsmann ein besseres Verständnis hat. Die erste Ausgabe von Buch 35-60 gab Rob. Stephanus (Par. 1548), eine andre dessen Sohn Heinrich Stephanus (Genf 1591, mit der lateinischen Übersetzung des Xylander), eine dritte Leunclav (Frankf. 1592 u. Hanau 1606, nebst den Auszügen von Xiphilinos aus Buch 61-80). Eine weit vollständigere Ausgabe ist die von Fabricius und Reimarus (Hamb. 1751-52, 2 Bde.). Sie enthält die Fragmente der frühern Bücher aus der Sammlung des Ursinus und Valesius und eine sehr vollständige Abhandlung über die frühern Ausgaben und das Leben des D. Neue Ausgaben lieferten Sturz (Leipz. 1824-36, 9 Bde.), I. ^[Immanuel] Bekker (das. 1849, 2 Bde.) und Dindorf (das. 1863 bis 1865, 5 Bde.); deutsche Übersetzungen Penzel (das. 1786-1818, 2 Bde.), Lorentz (Jena 1826, 4 Bde.) und Tafel (Stuttg. 1831-44, 16 Bdchn.). Vgl. Wilmans, De fontibus et auctoritate Dionis Cassii (Berl. 1835).

Dioch, s. Webervögel.

Dioecia (lat.), s. Dioicus.

Diocletiānus, Gajus Aurelius Valerius, mit dem Beinamen Jovius, röm. Kaiser von 284 bis 305 n. Chr., geb. 239 zu Dioclea in Dalmatien, von niedrigster Herkunft, schwang sich unter Probus vom gemeinen Soldaten zum Anführer in Mösien empor, ward dann Konsul, 284 Comes domesticorum und nach Numerians Ermordung 17. Sept. vom Heer in Chalcedon zum Kaiser ausgerufen. Er ernannte, nachdem er 285 durch den Tod seines Gegners Carinus Herr des ganzen römischen Reichs geworden war, Maximianus, einen erprobten Feldherrn, zum Mitregenten, zuerst mit dem Titel Cäsar, dann 286 als Augustus, und schritt in der Teilung der Reichsgewalt 292 noch weiter vor, indem er Galerius und Constantius Chlorus zu Cäsaren erhob. Durch die vereinte, überall von D. geleitete Thätigkeit dieser vier Fürsten wurde das durch die vorausgehenden langen innern Kämpfe erschütterte Ansehen des Reichs nach allen Seiten wiederhergestellt. In Gallien wurden durch Maximian 285 die Bagauden, d. h. die gegen ihre einheimischen Bedränger und damit zugleich gegen die römische Herrschaft aufgestandenen Bauern, wieder unterworfen und die Einfälle der Burgunder, Alemannen und andrer germanischer Völker zurückgeschlagen; durch Constantius wurde 296 Britannien, wo sich 287 Carausius und nach dessen Ermordung Allectus als Kaiser aufgeworfen hatte, wieder mit dem Reich vereinigt; D. selbst unterwarf 297 das abgefallene Ägypten, und in demselben Jahr gewann Galerius einen großen Sieg über den Perserkönig Narses, der zur Folge hatte, daß mehrere Provinzen am obern Lauf des Tigris an das römische Reich abgetreten wurden, daß Armenien an den von den Persern vertriebenen König Tiridates zurückgegeben wurde und damit wieder unter den Einfluß der Römer zurückkehrte, und daß auch an dieser Grenze Friede und Sicherheit auf die Dauer von 40 Jahren geschaffen wurden. Außer durch diese glücklichen Kriege und durch die friedliche Teilung des Reichs ist des D. Regierung noch durch zweierlei merkwürdig. Durch ihn hörte Rom auf, der Wohnsitz der Kaiser und der Mittelpunkt des Reichs zu sein, indem D.