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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dodonäisches Erz; Dodrans; Dodsley; Dodson; Dodwell; Doelen; Does

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Dodonäisches Erz - Does.

Thor; 2) das Theater, südöstlich davon, eins der größten und besterhaltenen Griechenlands, an den Hügelabhang gelehnt und nach S. zu offen, mit 45 Sitzreihen in zwei Rängen, deren unterer 29 Reihen umfaßt, während der obere deren 16 besitzt; 3) die heilige Umfriedigung, östlich vom Theater, südöstlich von der Akropolis, ein sehr unregelmäßiges Oblongum von 225 m Länge und durchschnittlich 130 m Breite. Die nördliche Hälfte liegt etwas höher und enthält Reste eines Zeustempels und zweier wahrscheinlich für Zwecke des Orakels bestimmter Gebäude. Die südliche Hälfte, 110 m lang, 105 m breit, ist von Doppelmauern umgeben und umschließt ein Aphrodite-Heiligtum und zahlreiche Postamente von Weihgeschenken, Statuen etc. Die Ausgrabungen ergaben außer zahlreichen Bronzefiguren etc. 24 bronzene Weihgeschenke an den dodonäischen Zeus, an Dione und Aphrodite (mit Inschriften), 45 Inschriften auf Kupfer- und Bronzetafeln, 662 Münzen, dazu Tempelgeräte, Waffenstücke u. a. Das wichtigste aber ist eine einzig dastehende Sammlung von 84 Inschriften auf Bleitäfelchen, Anfragen an das Orakel und einige nicht zu enträtselnde Antworten desselben enthaltend, von höchstem kulturgeschichtlichen Interesse. Nicht nur Städte und Völker, wie z. B. die Tarentiner und ein epirotischer Stamm, bitten darin das Orakel um Rat für ihr politisches Verhalten, selbst die nichtigsten Privatangelegenheiten, wie Wäschediebstähle und bevorstehende Entbindungen, werden dem Zeus und der Dione vorgelegt. Vgl. K. Karapanos, Dodone et ses ruines (Par. 1878, 2 Bde.).

Dodonäisches Erz, ein Weihgeschenk der Kerkyräer zu Dodona, bestand in einem ehernen Becken auf einer Säule, dem gegenüber auf einer zweiten Säule ein Knabe angebracht war, in der Hand eine Peitsche, welche, von dem dort fast nie aufhörenden Wind gegen das Becken geschlagen, das Erz ertönen ließ: ein Instrument zum Behuf der Weissagung. Bei den Griechen wurde dann der Name zur sprichwörtlichen Bezeichnung eines unermüdlichen Schwätzers.

Dodrans (lat.), altröm. Maß, in sehr verschiedenen Beziehungen gebraucht, nämlich = ¾ As (= 9 Unciae) oder ¾ Jugerum oder ¾ (röm.) Fuß die Spanne) oder ¾ Stunde.

Dodsley (spr. doddsli), Robert, engl. Schriftsteller, geb. 1703 zu Mansfield in Nottinghamshire, schwang sich durch die Herausgabe einer Sammlung von Gedichten: "The muse in livery" (1732), und sein Schauspiel "Toy-Shop" vom Bedienten zum angesehenen Buchhändler auf und starb 25. Sept. 1764. Sehr beliebt waren ihrer Zeit seine Lustspiele: "The king and the miller of Mansfield" (1737) und "Sir John Cockle at court" (1738). Eine Sammlung seiner dramatischen Werke erschien 1748 unter dem Titel: "Trifles". Verdient machte er sich auch durch seine "Select collection of old plays" (Lond. 1744, 12 Bde.; neue vermehrte Ausg. von Collier, 1825-27, 12 Bde.; von Hazlitt, 1874-75, 15 Bde.) sowie die "Collection of poems by several hands" (1748, 4 Bde.) und "Fugitive pieces of Spencer, Cooper etc." (1765, 3 Bde.). Außerdem veröffentlichte er: "The preceptor", ein nützliches Sammelwerk (1748, 2 Bde.); "The economy of human life" (1751 u. öfter, zuletzt 1839), ein moralisches Werk, das man lange Lord Chesterfield zuschrieb; "Public virtue" (1754); "The Annual Register" (seit 1758) u. a. Seine Gedichte finden sich in Chalmers' "Collection of the poets" (Bd. 15).

Dodson, John George, brit. Staatsmann, geb. 1825 als einziger Sohn des Mitglieds des Geheimen Rats, Sir John D., studierte in Oxford, widmete sich der Rechtswissenschaft und wurde 1851 Barrister, bald darauf auch Friedensrichter in seiner Heimatsgrafschaft Sussex. Für Chester ins Parlament gewählt, schloß er sich der liberalen Partei an, zu deren mehr radikalem Flügel er gehörte, und zeichnete sich durch seine Geschäftskenntnis so aus, daß er von 1865 bis 1872 als Stellvertreter des Chairman of Committees (Vorsitzenden der Ausschüsse) fungierte. 1873 wurde er zum Finanzsekretär des Schatzamtes ernannt, trat aber schon 1874, als Gladstone seine Entlassung nehmen mußte, zurück. Bei den Neuwahlen von 1880 wurde er in Chester wieder gewählt und in Gladstones zweitem Ministerium zum Präsidenten des Lokalverwaltungsamts (des frühern Armenamts) ernannt. Im Dezember 1882 übernahm er das Amt eines Kanzlers von Lancaster, das er bis zum Rücktritt Gladstones im Juni 1885 behielt.

Dodwell, 1) Harris, engl. Philolog und Kirchenschriftsteller, geboren im Oktober 1641 zu Dublin, in dem Trinity College daselbst gebildet, ließ sich 1666 zu Oxford nieder, wo er 1688 die Professur der Geschichte erhielt, besonders wegen seiner eifrigen Verteidigung der anglikanischen Kirche. Seine Weigerung, Wilhelm III. an Stelle des vertriebenen Jakob II. den Eid der Treue zu leisten, zog 1691 seine Absetzung nach sich. Er privatisierte seitdem in dem Dorf Cookham und starb 7. Juni 1711 zu Shottesbrook in Berkshire. Am geschätztesten unter seinen Werken sind seine chronologischen Schriften: "Dissertationes Cyprianicae" (Oxf. 1682); "Annales Vellejani, Quintiliani, Statiani" (das. 1698, Leid. 1719); "De Graecorum Romanorumque cyclis" (Oxf. 1701); "Annales Thucydidei et Xenophontei" (das. 1702) u. a. Vgl. Brokesby, The life of D. (Lond. 1715 u. 1723, 2 Bde.).

2) Edward, engl. Altertumsforscher, geb. 1767 zu Dublin, bereiste 1801-1806 Griechenland und lebte dann in Italien, wo er zu Rom 14. Mai 1832 starb. Die Archäologie förderte er durch sein wertvolles Reisewerk "Classical and typographical tour through Greece" (Lond. 1818, 2 Bde.; deutsch von Sickler, Meining. 1821) und die nach seinen Originalzeichnungen herausgegebenen "Thirty Views in Greece" (1821) und "Cyclopian or Pelasgic remains in Greece and Italy" (131 Zeichnungen, 1834). Nach ihm benannt ist die Dodwell-Vase in München, ein altgriechisches Thongefäß mit Tierreihen und einer Jagdszene in orientalischem Stil (s. Tafel "Vasen").

Doelen (holländ., spr. dulen), "Schützen", welche sich in den Niederlanden seit dem Mittelalter zu Gilden und Gesellschaften vereinigten. Bei ihren festlichen Aufzügen und Mahlzeiten ließen sie sich gern malen, und so entstanden im 16. und 17. Jahrh. die sogen. Doelenstücke, auch Schutter- (Schützen-) Stücke, Gesellschafts- und Regentenstücke genannt, letzteres, wenn nur die Vorsteher darauf dargestellt waren. Solche Doelenstücke finden sich noch in großer Zahl in Rathäusern und Museen der Niederlande. Die berühmtesten sind von Frans Hals, Rembrandt und van der Helft.

Does (spr. duhs), 1) Jakob van der, holländ. Maler, geb. 1623 zu Amsterdam, war mehrere Jahre Schüler N. Moeyaerts, ging später nach Paris und darauf nach Rom, wo P. van Laar Einfluß auf ihn ausübte, ward nach seiner Rückkehr Vorsteher der Malergilde im Haag und starb 17. Nov. 1673 in Sloten bei Amsterdam. D. malte Landschaften, die meist mit Ziegen und Schafen staffiert, schön komponiert und von klarem, tiefem, warmem Ton, doch