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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Donaghadee; Donald; Donaldson; Donaldsonville; Donalitius; Donándi animo; Donar; Donarium

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Donaghadee - Donarium.

São Francisco, an den Flüssen Cubatão, Cachoeira und Pirahy, von denen die beiden ersten nach kurzem Lauf in die Lagoa de Saguassu sich ergießen, während der dritte gegen SO. dem Itapocú zufließt. Zwischen der Serra do Mar und dem Meer gelegen, umschließt das 25,000 Hektar große Gebiet wohlbewässerte, anmutige Hügellandschaften, die im Südteil von einer sumpfigen Niederung unterbrochen sind. Zahlreiche Fahrwege (500 km) durchkreuzen die Gegend; von vorzüglicher Wichtigkeit wird die von der Regierung in Angriff genommene Serrastraße werden, welche den Export des Viehs und des Matéthees aus dem Innern und den Import des Salzes nach Parana erleichtern wird. Der Boden ist an den Bergen meist Granitsand, welcher der Düngung bedarf, in den Thälern angeschwemmtes Land. Das Klima ist nicht mehr das tropische, sondern gemäßigt (mittlere Temperatur 20,6° C.). Der regenreiche Sommer ist nicht allzu heiß, im Winter kommt sogar bisweilen leichter Frost vor. Angebaut werden namentlich: Reis, Tabak, Mandioka, Arrowroot, Mais, Bohnen, Zuckerrohr, Kartoffeln und verschiedene Knollengewächse. Die Industrie ist durch Matémühlen, Faßbindereien, Sägemühlen, Gerbereien, Brauereien und zahlreiche kleinere Gewerke vertreten. Die Ausfuhr im jährlichen Wert von 1,500,000 Mk. besteht namentlich aus Maté (Paraguaythee), Branntwein, Stärke, Tapioka, Mandiokamehl, Zucker, Bohnen, Tabak, Zigarren und Butter, ferner Leder, Sattlerwaren, Möbeln etc. Die Einwohnerzahl ist von (1868) 5237 auf (1883) 18,000 gestiegen, von denen etwa 15,000 meist protestantische Deutsche sind. Die Kolonie wurde von dem "Kolonisationsverein von 1849 in Hamburg" auf Ländereien des Prinzen von Joinville und mit Unterstützung der brasilischen Regierung gegründet. Die ersten Einwanderer kamen 1851 an. Ansiedler erhalten 12½ Hektar für 150 Milreis bar (oder für 200 Milreis bei Abzahlung in 3 Jahren). Hauptort ist Joinville, ein freundliches Städtchen inmitten von Bergen, mit weiß getünchten, meist einstöckigen Häusern, mit protestantischer und kath. Kirche, Hospital, Freimaurerloge, Turn- und Gesangverein, Druckerei (mit Zeitung) und etwa 2000 Einw. Für eine größere Ausdehnung der Viehzucht fehlt es an guten Wiesen und an der Nachbarschaft einer größern Stadt zum Export. Joinville ist der Sitz des deutschen Konsuls. S. Karte "Brasilien". Vgl. Dörffel, Die Kolonie D. (Leipz. 1882).

Donaghadee (spr. donagadíh), Hafenstadt in der irischen Grafschaft Down, Portpatrick in Schottland gegenüber, hat Küstenhandel und (1881) 1900 Einw.

Donald, Könige von Schottland: 1) D. Mac Alpin, König der Pikten, folgte seinem Bruder Kenneth 860 in der Regierung, die er vier Jahre führte. Die von der Sage überlieferte Erzählung von einem Aufstand der mit den Angelsachsen verbundenen Pikten gegen ihn ist historisch nicht aufrecht zu erhalten.

2) Sohn des Konstantin, Neffe des vorigen, war König von Alban (Schottland) von 889 bis 900. Er hatte mit den Normannen zu kämpfen, welche sich während seiner Regierung der Orkneyinseln bemächtigten.

3) D. Ban, d. h. der Weiße, Sohn Duncans I., bemächtigte sich nach dem Tod seines Bruders Malcolm III. 1093 des Throns, wurde aber, nachdem er sechs Monate regiert hatte, von seinem Neffen Duncan II., dem ältesten Sohn Malcolms, der mit englischer Hilfe gegen ihn zog, gestürzt. Schon 1094 kehrte er, nachdem Duncan ermordet worden, zurück und regierte gemeinschaftlich mit Duncans Bruder Edmund. 1097 zog Edgar, ein dritter Sohn Malcolms, abermals mit englischer Hilfe gegen ihn, besiegte ihn, ließ ihn blenden und in den Kerker werfen, worin er starb.

Donaldson (spr. dónnäldssön), Thomas Leverton, engl. Architekt, geb. 1795, machte fünf Jahre hindurch Studien in Frankreich, Italien und Griechenland, trat dann als Schriftsteller über Architektur auf und erhielt zuletzt die Professur der Architektur am University College zu London. Als er letztere 1864 niederlegte, ließen seine Kollegen und Schüler eine Medaille zu seinem Andenken schlagen, von der zwei Silberabdrücke jährlich als Preise in den Architekturklassen jenes College verteilt werden. Unter den von ihm ausgeführten Bauten sind zu nennen: Trinity Church, die University College Hall, Gordon Square, Flaxman Hall, das University College und Brompton Church zu London sowie verschiedene Häuser, Kirchen und Schulen auf dem Land. Seine bedeutendsten schriftstellerischen Leistungen sind folgende: "Pompeii illustrated" (mit Stichen von Cooke, 1827, 2 Bde.); "Examples of ancient doorways in Greece and Italy" (1833); "Examples of modern doorways in Italy and Sicily" (1836); "A review of the professional life of Sir John Soane" (1837); "The temple of Apollo Epicurius at Bassa" (1838); "Architectural maxims and theorems" (1847); "Architectura numismatica" (1859); "Handbook of specifications, or practical guide to the architect etc." (1860, 2 Bde.; neue Aufl. 1880).

Donaldsonville (spr. dónnäldssönwill), Hauptort des Kirchspiels Ascension im nordamerikan. Staat Louisiana, rechts am Mississippi, 130 km oberhalb New Orleans, in fruchtbarer Alluvialgegend, mit Ausfuhr von Zucker und Baumwolle und (1880) 4567 Einw. Früher war es Hauptstadt von Louisiana.

Donalitius (Donaleitis), Christian, litauischer Dichter, geb. 1. Jan. 1714 zu Lasdinehlen bei Gumbinnen, studierte von 1732 an Theologie in Königsberg, ward 1740 Rektor in Stallupönen und drei Jahre später Pfarrer in Tolmingkemen, wo er 18. Febr. 1780 starb. Er hinterließ fünf Idylle in Hexametern sowie eine Anzahl Fabeln in litauischer Sprache, die als die einzigen Kunstdichtungen in diesem Idiom merkwürdig sind. Nachdem vier von den Idyllen Rhesa unter dem Titel: "Das Jahr in vier Gesängen" (Königsb. 1818) in deutscher Übersetzung veröffentlicht hatte, wurden die sämtlichen Dichtungen D.' in der Ursprache mit litauisch-deutschem Kommentar von Schleicher (Petersb. 1865) und neuerdings von Nesselmann mit Übersetzung, Anmerkungen und Glossar (Königsb. 1869) herausgegeben.

Donándi animo (lat.), in der Absicht, eine Schenkung zu machen.

Donar (altd.), der Donnergott der alten Deutschen, dem nordischen Thor (s. d.) entsprechend. Nach ihm ist der Donnerstag benannt, der früher auch noch in einigen Teilen Norddeutschlands durch allerlei Gewohnheiten geheiligt wurde (Erbsen waren das dem Gott heilige Gericht). Die ihm geweihte Eiche zu Geismar fällte Bonifacius. D. verlieh als Gewittergott (als solcher erscheint er rotbärtig, was auf die feurige Lufterscheinung des Blitzes bezogen werden muß) Fruchtbarkeit. Sein Zeichen, der Hammer (Donnerhammer), ging im Gebrauch vielfach in das christliche Kreuz über. Berge tragen öfters nach ihm den Namen, z. B. der Donnersberg in der Rheinpfalz.

Donarium (lat.), ein den Göttern dargebrachtes Weihgeschenk, aber auch der zur Aufbewahrung dieser Geschenke dienende Raum im Tempel, dem griechischen Thesauros entsprechend; im nachklassischen Latein auch die Kirche selbst.