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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Doni; Donieren; Donische Kosaken; Donischer Bezirk; Donizetti

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Doni - Donizetti.

Spitze der auswärtigen Angelegenheiten im Ministerium Pfuel berufen, welche Stellung er aber nur kurze Zeit bekleidete, ward sodann im Februar 1849 von dem zweiten Gumbinner Wahlbezirk zum Abgeordneten in die Erste Kammer gewählt und von dieser 1850 in das Staatenhaus nach Erfurt entsandt. Im Sommer 1850 abermals zum Mitglied der Ersten Kammer gewählt, schloß er sich hier der der rechten Seite angehörenden, aber gemäßigtern Partei Jordan an; 1851 nahm er an dem Landtag der Provinz Preußen teil und wohnte sodann zu Berlin der Kammersession von 1851 bis 1852 bei. Bei der Umwandlung der Ersten Kammer in das Herrenhaus ward er vom König zum erblichen Mitglied desselben ernannt; 1861 wurde er Obergewandkämmerer am Hof. Er starb im April 1874.

3) Sophie Juliane Friederike, Gräfin von, Tochter des Majors Grafen Ernst von D., Tante des vorigen, ward 1789 Hofdame der Gemahlin König Friedrich Wilhelms II. von Preußen und, da inzwischen die Gräfin Voß, die erste Gemahlin des Königs zur linken Hand, gestorben war, 11. April 1790 im Schloß zu Charlottenburg Friedrich Wilhelm zur linken Hand angetraut. Sie ward schon im Juni 1792 infolge der Ränke der Ritz (Gräfin Lichtenau) vom Hofe verwiesen und starb 1834 auf ihrem Gut bei Werneuchen in der Mark Brandenburg. Aus ihrer morganatischen Verbindung mit dem König gingen zwei Kinder hervor: Wilhelm, Graf von Brandenburg (s. d., S. 320), und Julie, Gräfin von Brandenburg, geb. 4. Jan. 1793, gest. 28. Jan. 1848 als Witwe des Herzogs Ferdinand von Anhalt-Köthen.

Doni, Antonio Francesco, ital. Schriftsteller, geb. 1513 zu Florenz, trat jung in den Servitenorden, entfloh aber 1540 aus Furcht vor der Strafe für ein grobes Vergehen dem Kloster, nahm die Kleidung eines Weltgeistlichen an und trieb sich in verschiedenen Städten Italiens herum. Nachdem er eine kurze Zeit Buchdrucker in Florenz gewesen war, ging er nach Venedig und verfaßte hier, lediglich des Broterwerbs wegen, eine große Menge von Schriften, denen er oft, um ihnen Absatz zu verschaffen, die seltsamsten Titel gab, und die ihm trotz ihres meistens geringen Gehalts und ihrer Bizarrerien einen großen Ruf verschafften. Er war Mitglied verschiedener Akademien und stand zu verschiedenen bedeutenden Persönlichkeiten in Beziehung. Mit Pietro Aretino und Ludovico Domenichi war er anfangs eng befreundet, entzweite sich aber mit beiden und verfolgte sie seitdem aufs feindseligste. 1553 verließ er aus unbekannten Gründen Venedig und ging schließlich nach Monselice, wo er die letzten Jahre seines Lebens in Dunkelheit zubrachte und 1574 starb. Von seinen zahlreichen Werken haben nur seine "Prima libraria" (Vened. 1550) und "Seconda libraria" (das. 1551-55; beide zusammen, das. 1557) noch heute einen bedingten Wert wegen der darin enthaltenen litterarischen Notizen und als erster Versuch einer italienischen Bibliographie. In viele seiner Schriften sind Novellen eingewebt, die in neuerer Zeit gesammelt herausgegeben worden sind, zuerst von Gamba (Vened. 1815), vollständiger von Salv. Bongi (Lucca 1852, mit ausführlicher Biographie).

Donieren (lat.), schenken, beschenken.

Donische Kosaken, s. Kosaken.

Donischer Bezirk (Donische Steppe, Donisches Kosakengebiet, Provinz des Donischen Heers), eine weite Ebene im südlichen Teil des europäischen Rußland, im O. von den Gouvernements Astrachan und Saratow, im N. und NW. von Woronesh, im W. von Charkow und Jekaterinoslaw, im S. vom Asowschen Meer, dem Kubangebiet und dem Gouvernement Stawropol begrenzt, 160,277 qkm (2911 QM.) mit (1882) 1,474,133 Einw. In dieser riesigen Ausdehnung, in welcher der D. B. fast stets den gleichen Charakter bewahrt, schließt er sich einerseits an die Jekaterinoslaw-Taurische Steppe am Dnjepr, anderseits an die Astrachanische Steppe an der Wolga und an die Kaukasische an den Flüssen Kuma und Kuban an. Er stellt eine nur an den Flußeinschnitten (Choper, Medwjediza, Ilawla, Ssal, Manytsch etc.) bewohnte und angebaute, sonst wüst liegende, nur von Nomaden durchzogene, trockne, thonig-sandige Fläche dar, welche bloß stellenweise humushaltig ist, meist aber aus kleinen, oasenartigen Sandrevieren mit Salzseen, träge schleichenden Steppenbächen und Salzpflanzen besteht. Laubhölzer sieht man nur an den Rändern derselben oder an den Niederungen der größern Flüsse. Als besonders dürr und recht eigentlich den Charakter der russischen Steppen abspiegelnd erscheint der südliche Teil des Landes der Donischen Kosaken, wo der D. B., je weiter man nach S. rückt, desto magerer, sandiger und salziger und zuletzt für die Kultur völlig ungeeignet wird, und wo einzig das Donthal noch für den Anbau brauchbar erscheint. Daher drängt sich an dem Don entlang auch die ganze Bevölkerung der Provinz dicht zusammen. Was die überaus spärliche Vegetation betrifft, so findet man am Ssal und Manytsch vorzüglich Heidekräuter, in den übrigen Teilen der Steppe fast nur Sodapflanzen. Überall aber ist die Weide für das Vieh vortrefflich und gesund; nur erfordern die Herden, weil die Steppengräser und Pflanzen nicht so dicht wie auf Wiesen zusammenstehen, ein weit ausgedehntes Weiderevier. Am Ssal, Manytsch und am Bolschoisee nomadisieren Kalmückenstämme; nördlich vom Kuban ist die Steppe von Tschernomorzen, zwischen Inja und Don von Asowschen Kosaken, gegen das Gouvernement Jekaterinoslaw hin von Nogaiischen Tataren, im übrigen meist von Donischen Kosaken und Kleinrussen bewohnt. Auch haben sich hier und da fremde Kolonisten aus dem Westen Europas angesiedelt, was meist schon zur Zeit der Kaiserin Katharina II. geschehen ist. In den Nachbargouvernements Stawropol; Jekaterinoslaw und Saratow, wo die Steppe von sandigen und kalkigen Flözgebirgen begrenzt ist, finden sich auch in der Regel Steinkohlen, Schwefelkiese und warme Quellen, die zum Teil zu Bädern benutzt werden. Hauptstadt ist Nowo-Tscherkask.

Donizetti, Gaetano, Opernkomponist, geb. 29. Nov. 1797 zu Bergamo, machte seine Studien unter Simon Mayr daselbst und dem Pater Mattei in Bologna und widmete sich anfangs bloß der Kirchenkomposition im strengen Stil. Nach der Rückkehr in seine Vaterstadt (1814), wo er die Stelle eines Bassisten und Archivars an der Kirche Santa Maria Maggiore bekleidete, konnte er jedoch nicht lange der Anziehungskraft widerstehen, welche die Bühne auf alle italienischen Komponisten ausübt, und fünf Jahre später brachte er seine erste Oper: "Enrico di Borgogna" in Venedig zur Aufführung. Sie gefiel zwar, machte aber ebensowenig wie 19 andre Opern, die er von 1818 bis 1828 schrieb ("L'Ajo nell' imbarazzo", "Elvira", "Alfredo il Grande", "Olivo e Pasquale", "Alahor in Granada", "Chiara e Serafino" u. a.), größeres Aufsehen. Erst mit dem "Esule di Roma" (1828 in Neapel aufgeführt) hob sich sein Erfolg und sein Ruf. In raschester Folge erschienen jetzt von ihm in Genua "Alina, regina di Golconda", in Neapel