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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Doppelschnepfe - Doppia.

d. h. sich als natürliches Glied in die übrige Phrasierung einfüge; auch darf der D. einen im übrigen durchgeführten Rhythmus nicht zerstören. In neuerer Zeit unterscheidet man auch in der Bezeichnung zwei Hauptarten des Doppelschlags, den anschlagenden und den nachschlagenden. Bei ersterm steht das Zeichen ^ gerade über der Note. Ist die Note überhaupt nur von kurzer Dauer, so wird ihr ganzer Wert durch den D. in Noten gleicher Geltung ausgefüllt; ist die verzierte Note eine längere, so wird nur ein Teil derselben (der Anfang) aufgelöst und sodann der Hauptton ausgehalten: ^[img] Steht das Zeichen nicht gerade über, sondern hinter der Note, so wird nur der letzte Teil derselben aufgelöst, und zwar wird man bei Instrumenten, denen eine schnelle Ausführung leicht ist (Klavier, Streichinstrumente, Holzbläser, Orgel), nur so viel vom Werte der Note für den D. nehmen, daß derselbe als eine leichte, geschwinde, an die folgende Note anschließende Verzierungsfigur erscheint:

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während Singstimmen, Hörner etc. vorkommenden Falls Doppelschläge langsamer ausführen dürfen.

Der prallende oder getrillerte D. (^ ) beginnt mit dem Pralltriller und läßt dann den gewöhnlichen D. folgen; z. B. bei Mozart (Sonate in F):

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Jetzt ganz außer Gebrauch ist der umgekehrte D., gefordert durch das aufrecht stehende Zeichen ^ oder das umgekehrte ^ ; derselbe wird jetzt stets durch kleine Noten angedeutet oder in exakten Notenwerten ausgeschrieben:

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Doppelschnepfe, s. Brachvogel und Schnepfe.

Doppelsöldner, bei den Landsknechten Karls V. diejenigen, welche, mit Schwert und Doppelhaken bewaffnet, mehr als 4 Gulden Monatssold erhielten; wirklich doppelten Sold erhielten nur ganz Geharnischte. Von den Doppelsöldnern bildeten sechs, von den übrigen zehn eine Rotte.

Doppelspat, s. Kalkspat.

Doppelsperber, s. v. w. Habicht.

Doppelsterne, s. Fixsterne.

Doppeltchlorquecksilber, s. Quecksilberchlorid.

Doppelte Glieder, s. Englische Krankheit.

Doppeltier (Diplozoon paradoxum Nordm.), ein Plattwurm aus der Abteilung der Trematoden, zeigt sich in ausgebildetem Zustand als vollständiges Doppelwesen, indem zwei geschlechtsreife Individuen kreuzweise miteinander verwachsen. Solange sie getrennt leben, sind sie durch einen Augenfleck sowie durch einen Saugnapf in der Mitte des Bauches und einen Zapfen auf dem Rücken ausgezeichnet, wurden auch früher als eigne Art unter dem Namen Diporpa beschrieben. Bei der Verwachsung umfassen sie wechselseitig mit dem Bauchsaugnapf den Rückenzapfen; diejenigen Exemplare, welche nicht zur Vereinigung gelangen, sterben ohne Nachkommen. Das D. lebt an den Kiemen der Karpfenarten; die Eier werden im Frühjahr abgelegt und liefern eine frei schwimmende, mit Wimpern versehene Larve, welche bei Gelegenheit zur Anheftung bald in die wimperlose Diporpa übergeht. S. Tafel "Würmer". Vgl. Nordmann, Mikroskopische Beiträge (Berl. 1832); van Beneden, Mémoire sur les vers intestinaux (Par. 1861).

Doppeltkohlensaures Natron, s. Soda.

Doppeltsehen (Diplopie), eine krankhafte Erscheinung, deren Ursache bald zentral (im Gehirn), bald peripherisch (in den Augen) liegt. Bei fehlerhafter Richtung der Sehachsen des einen oder beider Augen, z. B. infolge von Lähmung der Augenmuskeln bei beginnendem Schielen, von Geschwülsten im Auge u. dgl., wird das Bild eines und desselben Gegenstandes auf nicht symmetrische Stellen der Netzhäute fallen, und es werden daher zwei gesonderte Eindrücke davon im Gehirn zu stande kommen. Das Erscheinen mehrfacher Bilder (Polyopie) ist seltener. Hypochondrische, hysterische und schwangere Personen leiden nicht selten an diesem Übel, welches namentlich durch starken Lichtreiz, Trunkenheit, heftige Leidenschaften, z. B. Zorn, Schreck etc., durch Quetschungen des Auges, Erschütterungen des Gehirns etc. hervorgerufen, oft auch in Begleitung von Hirnaffektionen beobachtet wird. Die Krankheit verschwindet, sobald ihre Ursachen gehoben sind; organische Fehler geben daher ein schlechtes Prognostikon.

Doppeltuch, mit Rippen, Rauten, Wellenlinien etc. gemustertes tuchartiges Doppelgewebe mit ziemlich stark gerauhter, aber schwach geschorner Unterseite, welche in der Regel weniger fein ist als die obere.

Doppeltwirkend heißen Dampfmaschinen, Wassersäulen, Heißluftmaschinen etc., auch Pumpen und Gebläse, welche beim Hin- und Hergang des Kolbens die gleiche Wirkung ausüben.

Doppelung, s. Reduplikation.

Doppelversicherung, s. Überversicherung.

Doppelvitriol (gemischter Vitriol, Adlervitriol), Eisenvitriol, mit Kupfervitriol in verschiedenen Verhältnissen zusammenkristallisiert; Salzburger (Doppeladler) enthält 76 Proz., Admonter 83 Proz., Doppeladmonter 80 Proz. Eisenvitriol, bisweilen auch Zinkvitriol.

Doppelwährung, gemischtes Münzsystem, bei welchem Gold- und Silbermünzen in festem Wertverhältnis zu einander ausgeprägt werden und in unbeschränkter Menge als gesetzliche Zahlungsmittel gelten, wie in Frankreich, Belgien, der Schweiz und den Niederlanden. Eine besondere Form der D. ist der sogen. Bimetallismus (s. d.). Näheres s. unter Währung.

Doppelzeug, s. Jagdgewehr.

Doppelzunge, Bezeichnung einer besondern Blasmanier bei der Flöte, vermittelst deren Figuren wie in schnellem Tempo hervorgebracht werden können. Die Trennung der beiden Töne gleicher Höhe wird nämlich durch Aussprache eines t bewerkstelligt, das den Luftstrom momentan unterbricht (hutu-hutu etc.) In ähnlicher Weise wird auf der Trompete die mehrmalige schnelle Angabe desselben Tons durch Aussprache von Konsonanten ermöglicht (Zungenschlag).

^[Abb.: Noten.]

Doppia (ital.), s. v. w. Pistole, frühere Goldmünze mehrerer italienischer Staaten, von verschiedenem Werte. Die neue sardinische D. entsprach dem französischen Zwanzigfrankstück = 16,2 Mk.