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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: D'Ovidio; Dovrefjeld; Dow; Dowden; Dowersches Pulver; Dowlais; Dowlas; Down; Downing Street; Downpatrick; Downs

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D'Ovidio - Downs.

namentlich: Handschuhe, Seiden- und Wollwaren, Wein. D. ist Sitz eines deutschen Konsuls. Bei D. (Portus Dubris) soll Julius Cäsar seinen ersten Versuch gemacht haben, zu landen. Unter Eduard dem Bekenner ward die Stadt mit vier andern als "Cinque Ports" zur Landesverteidigung bestimmt. Wilhelm der Eroberer verstärkte die Befestigungen. Im J. 1295 wurde die Stadt von einer französischen Flotte geplündert. Das Schloß hat mehrere Belagerungen ausgehalten, und zur Zeit Karls I. wurde dasselbe von den Anhängern des Parlaments überrumpelt. In der Nähe von D. befindet sich der aus "König Lear" bekannte Shakespeare Cliff, ein steiler Felsen. Nordöstlich davon, bei St. Margarets, hat man mit Bohrung des Kanaltunnels angefangen. - 2) Stadt im nordamerikan. Staat New Hampshire, am Cocheco, 18 km oberhalb Portsmouth, hat Fabrikation von Wollen- und Baumwollenstoffen, Stiefeln etc. und (1880) 11,687 Einw. Es ist die älteste Stadt des Staats, 1623 angesiedelt. - 3) Hauptstadt des nordamerikan. Staats Delaware, Grafschaft Kent, 8 km von der Delawarebai, mit großem Staatenhaus, aber nur (1880) 2811 Einw.

D'Ovidio, Francesco, ital. Philolog und Kritiker, geb. 5. Dez. 1849 zu Campobasso (Provinz Molise), studierte in Neapel und Pisa, wirkte dann als Lehrer am Lyceum zu Bologna, später zu Mailand und bekleidet seit 1876 die Professur der romanischen Philologie an der Universität zu Neapel. Er schrieb: "Dell' origine dell' unica forma flessionale del nome italiano" (Pisa 1872); "Storia della letteratura italiana" (Mail. 1879); "Grammatica portoghese" (Imola 1881); "D'un recente libro del Delbrück, della traduzione italiana del Merio e di due nuove dissertazioni del Whitney. Critica glottologica" (Turin 1882) und zahlreiche Abhandlungen grammatischen und litterarhistorisch-kritischen Inhalts in Zeitschriften, zum Teil gesammelt in "Saggi critici" (Neapel 1879). Auch veröffentlichte er eine Übersetzung von Whitneys Werk "Della linguistica moderna, ossia la vita e lo sviluppo del linguaggio" (Mail. 1876).

Dovrefjeld (spr. dowrefjäll), eine Abteilung des skandinav. Hochgebirges, die sich im mittlern Teil von Norwegen, zwischen der Driva im N. und der Rauma und dem Gudbrands-Laagen im S., von 63° bis 62° 40' nördl. Br. erstreckt, 810-1100 m mittlere Höhe hat und nach dem an der Südseite belegenen Kirchspiel Dovre benannt wird. Die zahlreichen Kuppen erscheinen abgerundet und fallen auf einer Seite oft ziemlich allmählich ab, während die übrigen Seiten fast unersteiglich schroff sind. Am Fuß werden sie von einem Wall aus größern und kleinern Steinblöcken und Gruß umgeben, oft bedecken auch kleinere Blöcke und Steine die höchsten Gipfel. Als der hervorragendste unter denselben gilt die Snehätta mit 2306 m Höhe und einem unbedeutenden Gletscher; die benachbarte Skreahö kommt ihr an Höhe fast gleich (2290 m). Pässe führen über das D. in 1100-1720 m Höhe; auch führt über dasselbe, nahe der Snehätta, die große Straße von Christiania nach Drontheim. Auf der unbewohnten Höhe stehen vier Alpenherbergen: Fogstuen, Hjärkin, Kongsvold und Drivstuen; zwischen der zweiten und dritten erreicht die Straße die größte Höhe (1050 m). Weiter westlich ist die Straße von Christiania nach Molde, wo eine merkwürdige Bifurkation sich befindet, indem der See Lesjeskogens Vand (625 m ü. M.) sowohl gegen SO. durch den Gudbrands-Laagen (Nebenfluß des Glommen) als auch gegen NO. durch die ein enges und tiefes Thal durchströmende Rauma abfließt.

Dow, Maler, s. Dou.

Dowden (spr. dauden), Edward, engl. Dichter und Litterarhistoriker, geb. 3. Mai 1843 zu Cork, machte seine Studien am Trinity College in Dublin und erhielt später an demselben die Professur der englischen Litteratur, die er noch jetzt bekleidet. Von seinen Werken sind zu nennen: "Poems" (2. Aufl. 1876); "Shakespeare, his mind and art" (1872, 5. Aufl. 1880; deutsch von Wagner, Heilbr. 1879); "Studies in literature" (2. Aufl. 1882); "Southey" (1879). Auch gab er Shakespeares "Sonnets" (1881) und "The correspondence of Southey and Caroline Bowles" (1881) heraus.

Dowersches Pulver (Pulvis Ipecacuanhae opiatus s. Doweri), Mischung aus 1 Teil Opium, 1 Teil Ipekakuanhapulver und 8 Teilen schwefelsaurem Kali, wird gegen Durchfälle, als schweißbringendes und schlafbeförderndes Mittel angewandt.

Dowlais (spr. daulis), Eisenwerk bei Merthyr-Tydfil (s. d.).

Dowlas (spr. daules, Lederleinwand), aus Leinengarn dicht und gedrungen gewebte Leinen, welche früher aus der Lausitz und Schlesien nach England exportiert wurden und im allgemeinen der Kreasleinwand glichen. Gegenwärtig versteht man unter D. stärkere baumwollene Gewebe, die ohne Appretur in den Handel kommen (für Leibwäsche beliebt).

Down (spr. daun), Grafschaft im östlichen Teil der irischen Provinz Ulster, erstreckt sich zwischen Belfast Lough und Carlingford Lough längs des Irischen Meers und umfaßt 2478 qkm (45 QM.). Das Land ist im allgemeinen ein fruchtbares Hügelland, nur im SW. erhebt sich das kahle granitische Mournegebirge (mit dem 852 m hohen Slieve Donard). An der Ostküste liegen die Dundrumbai und die große, Strangford Lough genannte Bucht, welche die Halbinsel Ards vom Meer trennt. Die Hauptflüsse sind der Bann, Newry und Lagan, von denen die beiden erstern durch den Newrykanal verbunden sind. Die Bevölkerung zählte 1881: 272,107 Seelen (1871: 277,775). Von der Oberfläche sind 49 Proz. Ackerland und 34 Proz. Weideland. Flachs wird in großer Ausdehnung angebaut. Im J. 1881 gab es 31,378 Pferde, 129,447 Stück Hornvieh, 56,745 Schafe und 34,272 Schweine. Die Fischerei beschäftigt 2650 Fischer. Der Bergbau liefert etwas Blei und Silber, die Industrie namentlich Leinenwaren, Hanf- und Jutegespinste, etwas Wollzeuge (die Textilindustrie beschäftigte 1881: 20,763 Arbeiter), eiserne Schiffe, Maschinen, Papier etc. Hauptstadt ist Downpatrick, die größten Städte aber sind Newry und Newtownards.

Downing Street (spr. dauning striht), Straße in London, in welcher das Ministerium des Auswärtigen seinen Sitz hat.

Downpatrick (spr. daunpáttrik), Hauptstadt der irischen Grafschaft Down, am Quoile, der hier in den Strangford Lough mündet und einen seichten Hafen bildet, hat eine prot. Kathedrale (in der St. Patrick begraben liegt), ein Gymnasium (Royal School), Gerichtshof, Kaserne, unbedeutende Industrie und (1881) 3419 Einw. Als Hauptstadt des Königreichs Ulster war es von größerer Bedeutung.

Downs (spr. dauns), zwei Höhenzüge in England, die, von der Ebene von Salisbury ausgehend, sich in östlicher Richtung erstrecken. Die nördlichen D. enden mit den Felsen zwischen Dover und Folkestone, die südlichen mit dem 178 m hohen Beachy Head (s. d.). Im O. umfassen sie den Weald (s. d.) genannten Be-^[folgende Seite]