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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Dreikaiserschlacht - Dreischürig.

Dreikaiserschlacht, s. Austerlitz.

Dreikapitelstreit, der Streit, welcher 544-553 darüber geführt wurde, ob die von dem vierten ökumenischen Konzil zu Chalcedon 451 in drei Bestimmungen (Kapiteln) für rechtgläubig erklärten Bischöfe Theodor von Mopsuestia, Theodoret von Cyrus in Syrien und Ibas von Edessa sich nicht gleichwohl der nestorianischen Ketzerei schuldig gemacht hätten.

Dreiklang, in der üblichen Terminologie der Harmonielehre Name für ein aus zwei übereinander gebauten Terzen bestehendes Akkordgebilde, gleichviel ob die Terzen große oder kleine sind. Man unterscheidet daher im besondern: den großen oder harten D. (Durdreiklang), den kleinen oder weichen D. (Molldreiklang), den übermäßigen und den verminderten D. Vgl. Akkord, Durakkord und Mollakkord. Die Generalbaßbezifferung fordert den D. durch ^ über dem Baßton oder gewöhnlicher durch das Fehlen jeder Ziffer; die Zahlen werden dann nur hingeschrieben, wenn das Intervall durch ein # oder ^ verändert werden muß, z. B. ^[img]; ein über den Baßton geschriebenes Versetzungszeichen ohne Zahl verändert die Terz, z. B. ^[img] etc. Vgl. Generalbaß.

Dreiklassenwahlsystem (Dreiklassensystem), die in Preußen bestehende Einrichtung, wonach die Urwähler bei den Wahlen der Stadtverordneten und der Wahlmänner, welche die Mitglieder des Abgeordnetenhauses zu wählen haben, nach Maßgabe der direkten Staatssteuern (bei den Kommunalwahlen zuzüglich der Gemeindesteuern) in drei Klassen eingeteilt sind und in diesen je ein Drittel der Stadtverordneten, resp. Wahlmänner zu wählen haben (s. Preußen).

Drei Könige, die Männer, welche nach Matth. 2, 1-12, durch einen Stern veranlaßt, aus dem Morgenland kamen, um dem neugebornen König der Juden ihre Ehrfurcht zu bezeigen, in Jerusalem von Herodes nach Bethlehem gewiesen wurden und dem Neugebornen Gaben an Gold, Weihrauch und Myrrhen darbrachten. Das Evangelium sagt weder, daß es drei, noch daß es Könige gewesen, sondern spricht ganz unbestimmt nur von "morgenländischen Weisen" (Magiern). Aber schon Beda nennt sie Kaspar, Melchior und Balthasar. Letzteres ist der chaldäische Name Daniels; Melchior bedeutet "König des Lichts"; Kaspar heißt in ältern Legenden Gathaspar; in syrischen Quellen heißt einer der Magier Gudophorhem, worin der Name des mächtigen indisch-parthischen Königs Gondophares zu erkennen sein dürfte, welcher den Legenden zufolge vom Apostel Thomas getauft wurde (s. Thomas). Ihre Gebeine rühmt sich die Metropole Köln zu besitzen. Im Kalender sind die drei Tage nach Neujahr nach ihnen benannt. Der jüngste der Könige wird auf Kunstwerken gewöhnlich als Mohr dargestellt. Nach ihnen ist das Fest der heiligen drei Könige (s. Epiphania) benannt.

Dreikönigsbündnis, Bündnis, welches die Könige von Preußen, Hannover und Sachsen 26. Mai 1849 zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung in Deutschland und zur Begründung eines (kleindeutschen) Bundesstaats schlossen. Doch löste es sich nach einem halben Jahr wieder auf, indem Hannover und Sachsen sich von demselben lossagten, als Preußen mit den norddeutschen Kleinstaaten die Berufung des Erfurter Parlaments betrieb.

Dreikönigsfest, s. Epiphania.

Dreikronenkrieg oder nordischer siebenjähriger Krieg, der von 1563 bis 1570 zwischen Dänemark und Schweden geführt und durch den Frieden zu Stettin beendigt wurde; er war dadurch veranlaßt, daß der dänische König die drei Kronen, das Denkzeichen der Kalmarischen Union, nicht aus seinem Wappen entfernen wollte.

Dreiläufer, ein Hase, der etwa zu drei Vierteln ausgewachsen ist (s. Hase).

Drei Männer im Feuerofen, nach dem Bericht des Buches Daniel die drei Juden Sadrach, Mesach und Abednego (früher Asarja), welche unter Nebukadnezar zu Statthaltern in Babylon erhoben worden waren, nachher aber, weil sie sich standhaft weigerten, die Götzen anzubeten, in einen Feuerofen geworfen wurden, doch, von einem Engel geschützt, unversehrt blieben. In der Septuaginta finden sich als Zusätze noch zwei alexandrinisch-jüdische Stücke, welche unsre deutschen Bibeln als apokryphische Schriften von den übrigen getrennt unter den Titeln: "Gebet des Asarja" und "Gesang der drei Männer im Feuerofen" aufführen.

Dreimaster, Laienausdruck für ein dreimastiges Schiff (Vollschiff, Bark oder Dreimastschoner).

Dreimastschoner, ein Schiff mit drei Masten, von denen nur der vordere Raasegel führt.

Dreipaß (Drypaß), eine aus drei Bogen und drei Winkeln bestehende Figur, also ein Dreieck, dessen Seiten nicht gerade Linien, sondern Bogen sind (s. Figur), eine in der gotischen Architektur häufig vorkommende Maßwerksverzierung. Vgl. auch Dreiblatt.

^[Abb.: Dreipaß.]

Dreiruderer (Dreireihenschiff), s. Triremen.

Dreisam (Treisam), Fluß in Baden, entsteht im Zartener Thal östlich von Freiburg bei Zarten aus mehreren Bächen, von denen der eine von St. Märgen, der andre aus dem Höllenthal (Höllenbach oder Rotach) herabkommt, fließt dann in nordwestlicher Richtung an Freiburg und Eichstätten vorbei und mündet nach einem Laufe von 60 km bei Riegel in die Elz (Nebenfluß des Rheins). Zur Verhütung von Überschwemmungen, hervorgebracht durch die zahlreichen wilden Bergbäche, ist die D. unterhalb Freiburg kanalisiert (Dreisamkanal); zu demselben Zweck ist der Leopoldskanal unterhalb Riegel angelegt (1842), der zugleich auch die wilden Gewässer der Elz ableitet. Nach der D. war der ehemalige Dreisamkreis benannt, der jetzt im wesentlichen die drei Kreise Waldshut, Lörrach und Freiburg umfaßt.

Dreischenkel (Triquestra), eine aus drei verschlungenen Kreissegmenten und einem Kreis bestehende mystische Figur, wahrscheinlich Symbol der heiligen Dreieinigkeit, welche häufig als Ornament in romanischen Kirchenbauten angewendet wurde (s. Figur).

^[Abb.: Dreischenkel.]

Dreischhafer, s. Brache.

Dreischlag, s. v. w. fliegender Paß, s. Gangarten des Pferdes.

Dreischlitz, s. Triglyph.

Dreischneuß, im Maßwerk der got. Baukunst eine Figur, bestehend aus drei in einem Kreis nebeneinander liegenden Fischblasen (s. Figur).

^[Abb.: Dreischneuß.]

Dreischürig, Bezeichnung von Wiesen, auf denen das Gras dreimal gehauen wird (s. Wiesenbau).