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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Drepanocarpus; Drepanon; Dreschen; Dreschmaschine

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Drepanocarpus - Dreschmaschine.

Deutschen Reich. Kaiser Heinrich III. gab 1046 die Grafschaft D. dem Bistum Utrecht. Im 14. Jahrh. erhielt D. ein eignes Rechtsbuch (Drenthesches Landrecht). 1522 riß Herzog Karl von Geldern D. an sich; doch sein Nachfolger, der Herzog von Jülich, mußte es 1538 an Kaiser Karl V. abtreten, der es mit den Niederlanden vereinigte. Zur Zeit der Republik der Vereinigten Niederlande hatte D. keine Stimme in der Versammlung der Generalstaaten. Während der Revolution bildete die Landschaft D. einen Teil des Departements Overyssel, seit 1806 ein eignes Departement und seit 1815 eine Provinz des Königreichs der Niederlande.

Drepanocarpus G. Mey. (Flügelfrucht), Gattung aus der Familie der Papilionaceen. D. senegalensis Nees (Pterocarpus erinaceus Lam.), ein Baum mit gefiederten Blättern und in eine fast kreisrunde Scheibe schneckenförmig zusammengekrümmten, stachligen, ungeflügelten Hülsen, wächst auf den Gebirgen am Senegal. Aus Einschnitten in die Rinde fließt ein blaßroter Saft, der allmählich dunkler wird, erhärtet und das afrikanische Kino liefert, welches jetzt aus dem Handel verschwunden ist.

Drepanon (griech., "Sichel"), bei den Alten Name mehrerer Vorgebirge und Ortschaften. Davon bemerkenswert: 1) Stadt auf einer Landzunge der Nordwestspitze Siziliens, befestigt und aus dem nahen Eryx, als dessen Hafen es anfangs diente, durch den Karthager Hamilkar 261 v. Chr. bevölkert; seitdem ein wichtiger Seeplatz Karthagos, welches hier 249 eine römische Flotte unter dem Konsul P. Claudius Pulcher gänzlich besiegte; auch unter den Römern, die es mit ganz Sizilien 241 Karthago abnahmen, blühend. Jetzt Trapani. - 2) Bithynischer Flecken an der Südseite des Meerbusens von Astakos, Geburtsort der Helena, der Mutter Konstantins d. Gr., deshalb von diesem unter dem Namen Helenopolis zur Stadt erhoben; hatte warme Bäder, worin Kaiser Konstantin d. Gr. kurz vor seinem Ende badete und sich taufen ließ. Jetzt Hersek.

Dreschen, das Entkörnen der Getreidearten, Hülsenfrüchte, Ölgewächse etc., wurde in den ältesten Zeiten wohl durch Auspeitschen mit Ruten ausgeführt, später ließ man das Getreide etc. durch Haustiere austreten, wie dies heute noch bei Hülsen- und Ölfrüchten mancherorten üblich ist; mehrere Kulturvölker, wie die Ägypter, Römer, Karthager, bedienten sich geringelter Walzen oder durch Einschlagen von Zapfen und Steinen rauh gemachter Bohlen und Schleifen. Diese Methode hat sich hier und da bis heute erhalten; am gebräuchlichsten war aber bis in die neueste Zeit und ist in kleinern Wirtschaften noch heute der Dreschflegel, mit welchem das Getreide auf der Tenne bearbeitet wird. Der Dreschflegel besteht aus dem Klöppel, welcher durch einen Lederriemen, seltener durch einen Drahtbügel, mit dem Stiel, der Rute, verbunden ist. Im Durchschnitt drischt ein Arbeiter mittels des Dreschflegels stündlich 20-40 kg Getreidegarben mit einem Körnererträgnis von 7-14 kg. Diese Leistung wird um etwa ein Fünftel vermindert, wenn der Arbeiter gleichzeitig die Reinigung besorgt. Beim D. auf dem Acker wird zwar ein größerer Körnerverlust verhütet; aber gewöhnlich leiden Stroh und Spreu sehr, und beim Eintritt von Regenwetter ist die ganze Frucht gefährdet. Nur wenn die Felder weit von dem Wirtschaftshof gelegen sind, kann das D. mancher Früchte auf dem Acker vorteilhaft sein. Solche Früchte sind alle die, welche ungleich reifen oder leicht ausfallen, also Hirse, Buchweizen, Hülsenfrüchte, besonders aber die Ölgewächse. Das D. geschieht bei diesen auf einem festgestampften Platz oder auf groben Tüchern, die man ausbreitet, oder auch auf transportabeln Tennen. Gegenwärtig finden die Dreschmaschinen immer mehr Eingang, besonders seitdem gute Apparate gegeben sind, die Dampfkraft die teure Handarbeit ersetzt und besondere Unternehmer das D. akkord- oder lohnweise übernehmen.

Dreschmaschine (hierzu Tafel "Dreschmaschinen"), Maschine zum Gewinnen der Körner aus den Cerealien, Klee, Luzerne, Gras, Erbsen, Bohnen, Buchweizen, Raps, Rübsen, Lupinen etc. Man unterscheidet je nach der Betriebskraft Hand-, Göpel- und Dampfdreschmaschinen; nach der allgemeinen Anordnung einfache und kombinierte, von denen erstere nur den Dreschapparat, letztere auch noch Strohschüttler zum Abführen des Strohs sowie Reinigungs- und Separationsvorrichtungen besitzen. Ferner unterscheidet man Lang- und Breitdreschmaschinen; erstere sind derart angeordnet, daß das Getreide rechtwinkelig zur Trommelachse, mit den Ähren voran, letztere derart, daß das Getreide nahezu parallel der Trommel eingelegt wird. Diese Einteilung ist übrigens in neuester Zeit wenig üblich, besonders da sie sich vielfach mit der Einteilung nach der Konstruktion des wichtigsten arbeitenden Teils, der Dreschtrommel, deckt. Danach kann man die sämtlichen Dreschmaschinen in Stiftendreschmaschinen und Schlagleistendreschmaschinen einteilen. Hinsichtlich der letzterwähnten Gruppierung ist zu bemerken, daß diese Konstruktionen die einzigen sind, welche sich für den Dreschprozeß geeignet erwiesen haben; alle Versuche, anstatt dieser Arbeitsorgane der D. andre Konstruktionen einzuführen, z. B. Walzen oder alternierend nach Art des Dreschflegels bewegte Schläger, sind (bis jetzt wenigstens) gescheitert. Bei der Stiftendreschmaschine (Textfig. 1) ist eine hölzerne oder eiserne cylindrische Walze a, die Trommel, mit einer Anzahl schräg oder spiralförmig gestellter Stifte armiert, welche bei der Umdrehung durch ähnliche, an einer festen Platte, dem Dreschkorb b, angebrachte Stifte hindurchgreifen. Das zu dreschende Getreide wird von den Stiften erfaßt, durch den Zwischenraum derselben mit denjenigen des Korbes hindurchgeführt und hier ausgestreift. Der Korb kann beliebig nahe zu der Trommel eingestellt werden, so daß hierdurch die Einwirkung des arbeitenden Teils auf die zu dreschende Frucht nach Bedürfnis verstärkt werden kann. Bei d wird das Getreide in den Dreschapparat eingegeben, während dasselbe bei g austritt. Die Schlagleistendreschmaschine (Textfig. 2) besitzt als arbeitenden Teil ebenfalls eine cylindrische Trommel d, welche sich mit hoher Umfangsgeschwindigkeit (800-1100 Touren in der Minute) dreht. Dieselbe ist mit einer Anzahl von Stäben,

^[Abb.: Fig. 1. Stiftendreschmaschine.]