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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Drop; Drops; Dropt; Droschke; Drosera; Droseraceen; Drosometer; Drosophor; Drossel

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Drop - Drossel.

Drop (engl.), Hindernis der Steeplechasebahn in Form einer Erdvertiefung. Die Pferde springen in dieselbe hinein und springen oder klettern auf der andern Seite wieder heraus.

Drops (engl.), Fruchtbonbons, s. Bonbons.

Dropt (Drot, beides spr. drott), rechter Nebenfluß der Garonne im südwestlichen Frankreich, mündet nach 128 km langem Lauf, dessen untere Hälfte durch Schleusen schiffbar gemacht ist, in zwei Armen bei Gironde und Casseuil.

Droschke (russ., "Fuhrwerk", Droske, Troschke), ursprünglich russ. Fuhrwerk, meist unbedeckt mit niedrigen Rädern, über welchen Kotleder befindlich sind. Die Droschken sind gewöhnlich zweisitzig, haben aber noch einen dritten, der Länge nach gehenden Sitz, auf welchem eine Person rücklings oder seitwärts sitzen kann. Doch gibt es auch viersitzige sowie bedeckte Droschken. Da die Mietwagen (Fiaker) für kurze Fahrten, welche zuerst in Petersburg und Warschau aufkamen, die Droschkenform annahmen, so verbreitete sich der Name, als man auch in andern Städten dergleichen Einrichtungen traf, auch auf diese Wagen, die aber im übrigen mit den russischen Droschken nichts gemein haben.

Drosera L. (Sonnentau), Gattung aus der Familie der Droseraceen, ausdauernde, meist drüsig behaarte Kräuter mit häufig nur dicht rosettenartig grundständigen, selten auch zerstreut stengelständigen, sitzenden oder gestielten, fast kreisrunden bis spatelförmigen, mit langen Drüsenhaaren besetzten, reizbaren Blättern, weißen oder rötlichen Blüten in einfachen, ährenartigen Wickeln auf nacktem Schaft und vielsamiger Kapsel. Etwa 100 Arten. D. rotundifolia L., mit kleinen, kreisrunden Blättern, aufrechten, 15-20 cm hohen Blütenschäften und kleinen, weißen Blüten, wächst auf Torfmooren und sumpfigen Wiesen in Nord- und Mitteleuropa, auch in Nordasien und Nordamerika. Die Blätter sind mit purpurroten Drüsenhaaren besetzt, und an jedem Haar findet sich ein winziges Tröpfchen einer klebrigen Flüssigkeit. Berührt ein Insekt diese Blätter, so bleibt es an den Haaren kleben; das Blatt schließt sich zusammen und bleibt geschlossen, bis das Insekt tot und zerstört ist. Früher war die Pflanze als Sonnenkraut (Jungfernblüte) offizinell. Das Kraut soll die Milch gerinnen machen und den Schafen schädlich sein; das Drüsensekret soll Warzen vertilgen. Das Kraut war auch ein Bestandteil des früher berühmten Goldwassers, das als Universalmittel galt, und diente in Italien als Zusatz zu Likören, die unter dem Namen Rosoglio (Ros solis), einem noch jetzt für Liköre gebräuchlichen Namen, bekannt waren. Mehrere exotische Arten geben Farbstoff, D. gigantea Lindl., am Schwanenfluß, eine prachtvolle Purpurfarbe, welche durch Ammoniak schön gelb wird.

Droseraceen (Sonnentaugewächse), dikotyle, etwa 110 Arten umfassende Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Cistifloren, zunächst mit den Violaceen verwandt und von denselben durch regelmäßige Blüten und getrennte, zweispaltige Griffel verschieden. Die hierher gehörigen Gattungen Drosera, Dionaea, Aldrovandia haben einen sehr wechselnden Habitus (s. Insektenfressende Pflanzen). Vgl. Darwin, Insektenfressende Pflanzen (deutsch, Stuttg. 1876).

Drosometer (Drososkop, griech., "Taumesser, Tauzeiger"), s. Tau.

Drosophor, s. Zerstäubungsapparate.

Drossel (Turdus L.), Gattung aus der Ordnung der Sperlingsvögel, der Familie der Drosseln (Turdidae) und der Unterfamilie der eigentlichen Drosseln (Turdinae), große, gestreckt gebaute Vögel mit mittellangem, fast geradem, längs der Firste sanft gebogenem, vor der Spitze leicht gekerbtem Schnabel, mittelhohem, schlankem Lauf, stark bekrallten Zehen, bis zur Hälfte des Schwanzes reichenden Flügeln, an denen die erste Schwinge sehr kurz, die dritte und vierte die längsten sind, mittellangem, meist gerade abgeschnittenem und seitlich gerundetem Schwanz und sanftem, weichem Gefieder. Die Drosseln leben unter den verschiedensten Verhältnissen, stets aber in Wäldern und Gebüschen, zeigen meist eine große Wanderlust und durchfliegen bisweilen ganze Erdteile. Sie sind sehr gewandt, munter, gesellig, aber keineswegs friedfertig; sie hüpfen mit großen Sprüngen auf dem Boden umher und fliegen vortrefflich; ihre Sinne sind hoch entwickelt, und vor allem ist ihre Stimme eine der schönsten unter den Singvögeln. Die Singdrossel ist die Nachtigall des Nordens, die Waldnachtigall; ihr fast ebenbürtig ist die Amsel, dann folgen die Mistel- und die Wacholderdrossel. Sie lassen ihren Gesang vom Beginn des Frühlings bis in den Hochsommer ertönen, sitzen beim Singen frei auf einer Baumspitze und eifern sich gegenseitig zum Singen an. Ihre Nahrung besteht aus Kerbtieren, Schnecken und Würmern, welche sie meist vom Boden auflesen, im Herbst und Winter aus Beeren: Mistel-, Wacholder-, Heidel-, Preißel-, Kreuzdorn-, Holunder-, Ebereschen-, Weinbeeren, Kirschen etc. Sie nisten bald nach ihrer Ankunft in der Heimat, einige (Wacholder- und Ringdrossel) gesellig, legen 4-6 kleine Eier und brüten 14-16 Tage. Gewöhnlich folgt im Sommer eine zweite Brut. Mit Ausnahme der Amsel ziehen alle unsre Drosseln im Herbst nach dem Süden, wandern in zahlreichen Gesellschaften und werden in Südeuropa in großer Menge gefangen. Aber auch bei uns kommen noch jährlich Hunderttausende auf die Märkte. Die alten Römer mästeten sie wie Ortolane und Wachteln. Fürs Zimmer eignen sich die Drosseln wegen ihres lauten Gesanges kaum, jedenfalls erfordern sie einen großen Käfig und große Reinlichkeit. Am besten gedeihen sie im Freien im Gesellschaftsbauer; junge Vögel werden sehr zahm, alte sind nach dem Einfangen höchst ungestüm, gewöhnen sich aber leichter, wenn man sie in Gesellschaft verwandter Vögel bringt. Sie pflanzen sich sogar im Käfig fort. Die Schwarzdrossel (Amsel, Kohl-, Schwarzamsel, Merle, Amselmerle, Turdus merula L.), 25 cm lang, 35 cm breit, ist schwarz, das Auge braun, der Augenliderrand hochgelb, der Schnabel orangegelb, der Fuß dunkelbraun. Das Weibchen ist oberseits schwarz, unterseits schwarzgrau mit hellgrauen, an Kehle und Oberbrust mit weißlichen und rostfarbenen Flecken. Sie bewohnt die Laub- und Nadelwälder Europas bis zum 66.° nördl. Br., findet sich auch in Westasien und Nordwestafrika und verweilt mehr oder weniger jahraus jahrein an derselben Stelle. Sie sucht besonders dichte Gebüsche an Flußufern auf, ist aber sehr scheu und vorsichtig. Sie nistet in dichtem Gebüsch, am liebsten auf jungen Nadelbäumen, niedrig über dem Boden oder auf demselben und legt im März und Mai (bisweilen auch dreimal) 4-6 blaß blaugrünliche, hell zimtfarbig oder matt rostfarbig gefleckte Eier. Das Männchen gehört zu unsern vorzüglichsten Sängern und singt vom März bis Juli, vorzüglich des Abends. Die Ringdrossel (Rost-, Schnee-, Schild-, Dianen-, Erd-, Seeamsel, Stabziemer, T. torquatus L.), 26 cm lang, 42 cm breit, schwärzlich mit hellen, halbmondförmigen Flecken und einem weißen Brustband; die Schwingen und Flügeldeckfedern sind