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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Druck - Druckregulatoren.

mit einem aus drei Teilen bestehenden, sogen. gebrochenen Prägring, welcher innen vertiefte Buchstaben enthielt und erhabene Randschrift lieferte. Bei der Restauration 1814 verlor er seine Stelle und starb 2. März 1823 in Paris.

3) François Xavier Joseph, franz. Moralphilosoph, geb. 31. Okt. 1773 zu Besançon, ward 1824 Mitglied der französischen Akademie und 1838 Präsident der Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften; starb 5. Nov. 1850. Die hauptsächlichsten seiner vornehmlich der Moralphilosophie gewidmeten Schriften sind: "Essai sur l'art d'être heureux" (Par. 1806, 8. Aufl. 1857; deutsch von Blumröder, Ilmenau 1826); "Éloge de Montaigne" (Par. 1812, 3. Aufl. 1815); "Application de la morale à la politique" (das. 1825; deutsch von Blumröder, Ilmenau 1827); "Œuvres morales" (Par. 1826, 2 Bde.); "Économie politique, ou principes de la science des richesses" (das. 1829; 3. Aufl. von Chevalier, 1854; deutsch, Berl. 1830); "Histoire du règne de Louis XVI pendant les années où l'on pouvait prévenir ou diriger la révolution française" (Par. 1838-42, neue Aufl. 1858; deutsch von Luden, Jena 1842); "Pensées sur le Christianisme" (Par. 1844, 9. Aufl. 1860; deutsch von Reithmaier, 2. Aufl., Straub. 1844), wozu die "Aveux d'un philosophe chrétien" (1848 u. öfter), in denen der ehemalige Sensualist und Epikureer seine Jugendgeschichte beichtet, einen Anhang bilden.

4) Gustave, franz. Dichter, geb. 6. Juni 1832 zu Paris als Enkel von D. 2), bildete sich nach beendeten Schulstudien zum Maler aus, vertauschte indes 1864 den Pinsel mit der Feder und widmete sich ganz der Litteratur, in der er auf dem Gebiet der Novelle und des Romans ganz ungewöhnliche Erfolge errang. Zuerst Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften, zog er sich später von aller journalistischen Thätigkeit zurück; um ungestört seinen Arbeiten leben zu können, in denen ein gesunder Zug in der Auffassung des Lebens hervortritt, wenn sie auch von bedenklichen Pikanterien nicht frei sind. Vorzüglich gelingt ihm das kleine Sittenbildchen, und seine frischen, vielfach schalkhaften Darstellungen des Junggesellen- und Ehelebens dürften ihm wohl das meiste Publikum verschafft haben. Von seinen Werken sind zu nennen: "Monsieur, Madame et Bébé" (Par. 1866, 120. Aufl. 1885); "Entre nous" (das. 1867); "Le cahier bleu de Mademoiselle Cibot" (1868); "Autour d'une source" (1869); "Un paquet de lettres" (1870); "Babolain" (1872); "Une femme génante" (1875); "Les étangs" (1876); "Tristesses et sourires" (1883); "L'enfant" (1885) u. a.

5) Numa, schweizer. Staatsmann, geb. 27. Jan. 1844 zu La Chaux de Fonds im Kanton Neuenburg, trat nach Absolvierung der Volksschule bei einem Graveur in die Lehre, studierte in seinen Mußestunden die alten Sprachen, wurde 1860 Lehrer in einer Pension, 1864 Redakteur des "National Suisse" zu La Chaux de Fonds, 1869 Abgeordneter in dem Großen Rate des Kantons, 1871 Mitglied des Staatsrats und Erziehungsdirektor sowie 1872 Abgeordneter Neuenburgs in dem schweizerischen Ständerat, der ihn 1875 zu seinem Präsidenten wählte, worauf ihn die Bundesversammlung noch in derselben Session in den Bundesrat berief. Im Dezember 1880 wurde er zum Vizepräsidenten des Bundesrats und im Februar 1881 an Stelle Anderwerts zum schweizerischen Bundespräsidenten erwählt.

Druck, Kraftäußerung, welche zwei sich berührende Körper oder Teile eines und desselben Körpers senkrecht zur Berührungsfläche, in entgegengesetzter Richtung und mit gleicher Stärke aufeinander ausüben. Als Maß des Druckes dient die auf die Flächeneinheit ausgeübte Kraft. Der im Innern einer Flüssigkeit herrschende, durch die Schwerkraft verursachte hydrostatische D. ist an jeder Stelle gleich dem Gewicht der Flüssigkeitssäule, welche sich daselbst über der Flächeneinheit bis zur Oberfläche lotrecht erhebt, und ist sonach der Tiefe unter der Oberfläche und dem spezifischen Gewicht der Flüssigkeit proportional. Der D. der Gase rührt teils von ihrer Schwere, hauptsächlich aber von ihrem Ausdehnungsbestreben (Expansionskraft, Spannkraft) her. In Flüssigkeiten und Gasen pflanzt sich ein auf sie ausgeübter D. nach allen Richtungen mit gleicher Stärke fort, in festen Körpern dagegen nur parallel mit der Richtung des einwirkenden Druckes. D. nennt man auch das Verfahren, gesetzte Typen, gestochene Platten etc. auf einen aufnehmenden Stoff (Papier, Pergament, gewebtes Zeug etc.) mittels der Presse auszuprägen (Buchdruck, Kupferdruck, Stahldruck, Steindruck, Zeugdruck etc.). Daher heißt Drucken das technische Verfahren, Drucke aller Art herzustellen, Druckerei die Werkstätte, worin dies geschieht.

Druckelastizität, diejenige Elastizität, welche die festen Körper bei ihrer Zusammendrückung, d. h. bei gegenseitiger Annäherung ihrer Teilchen (Moleküle), den Druckkräften entgegensetzen.

Drucken, in der Jägersprache das Niederlegen und Ducken des Wildes an den Boden und hinter Gesträuch, um sich zu verbergen.

Drücken von Blechgefäßen, s. Blechbearbeitungsmaschinen und Drehbank.

Drucker (Drücker), ein in der Ateliersprache der Maler üblicher Ausdruck, durch welchen die starke Betonung einer Stelle in einem Gemälde, sei es durch tiefe Schatten oder durch helles Licht, bezeichnet wird. Durch das Aufsetzen der D. will man einem Bild zur beabsichtigten Wirkung verhelfen.

Druckexkavation, in der Augenheilkunde s. v. w. Glaukom.

Druckfreiheit, s. v. w. Preßfreiheit.

Druckkugel, s. Mine.

Druckmaschine, s. v. w. Schnellpresse.

Druckperkal, s. v. w. Kaliko.

Druckpumpe, eine Pumpe, welche durch den Druck eines Kolbens Wasser auf eine bestimmte Höhe hebt. S. Pumpen.

Druckregulatoren (Reduktionsventile) dienen zur Verminderung und Regulierung des Druckes vorhandener hochgespannter Dämpfe oder Gase (z. B. Wasserdampf, komprimierte Luft etc.), um selbige gleichzeitig für Zwecke zu benutzen, bei denen nur Dampf etc. von niederer Spannung angewendet werden darf. Der Druckregulator soll diese Druckverminderung selbstthätig und innerhalb enger Grenzen konstant erhalten. Es gibt eine große Menge Konstruktionen von D., doch beruhen dieselben sämtlich auf der drosselnden Wirkung eines den Querschnitt des Dampf- (Luft- etc.) Leitungsrohrs verengernden Ventils. Sehr einfach ist Weißenbachs Druckregulator, welcher, von Dreyer, Rosenkranz u. Droop fabriziert, aus einem weiten, in senkrechter Stellung in die Dampfleitung eingeschalteten, im untern Teil mit einem belasteten Ventil versehenen Rohr besteht. Die Belastung ist so zu bemessen, daß sie zusammen mit dem reduzierten Druck des von oben auf das Ventil wirkenden Dampfes dem ursprünglichen hohen Druck des Dampfes, der von unten auf das Ventil wirkt, das Gleichgewicht hält. Bei zu reichlicher Dampf-^[folgende Seite]