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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dubarry; Dübel; Dübeleisen; Düben; Dubensee; Dubgras; Dubhe; Dubicza; Dubĭenka; Dubin; Dubiös; Dubiōsa; Dubitieren; Dublette

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Dubarry - Dublette.

beaux-arts in Paris, verwendete. Er restaurierte die Apollogalerie und einige Säle des Louvre und die heilige Kapelle im Schloß zu Blois. Er starb 20. Dez. 1870 in Bordeaux.

Dubarry (spr. dü-), Marie Jeanne, Gräfin, die berüchtigte Mätresse Ludwigs XV. von Frankreich, natürliche Tochter eines Acciseeinnehmers, Namens Vaubernier, geb. 19. Aug. 1746 zu Vaucouleurs, ward, früh verwaist, bis zu ihrem 15. Jahr in einem Kloster zu Paris erzogen, nährte sich sodann als Putzmacherin und kam als Freudenmädchen unter dem Namen Mademoiselle Lange zu der berüchtigten Gourdon. Der Graf Jean Dubarry, dessen Geliebte sie geworden, stellte sie 1769 dem König Ludwig XV. vor, in der Hoffnung, durch sie Vorteile zu erreichen, und dieser verliebte sich auch sofort in sie. Um ihr einen Rang am Hof zu verschaffen, vermählte er sie zum Schein mit Jeans Bruder, Graf Guillaume Dubarry, und machte sie zu seiner offiziellen Mätresse an Stelle der 1764 gestorbenen Marquise von Pompadour. Sie mischte sich zwar im allgemeinen nicht in die Regierungsangelegenheiten, war aber ein Werkzeug in der Hand andrer. Gutmütig, wie sie war, half sie auch manchem Unglücklichen. Ihre Verschwendung kostete dem König ungeheure Summen. Zu Choisy ließ sie ein kleines Theater einrichten, auf welchem die schlüpfrigsten Possen gegeben wurden. Der einzige, der es unter den Großen des Reichs wagte, der D. nicht zu huldigen, war der Minister Choiseul, daher es der seiner Politik feindseligen Hof- und Pfaffenpartei leicht wurde, ihn durch den Einfluß der D. zu stürzen. An seine Stelle brachte sie den Herzog von Aiguillon, der, von ihr unterstützt, das Parlament 1771 aus Paris vertrieb und darauf ganz aufhob. Nach Ludwigs XV. Tod 1774 wurde sie verhaftet und in ein Kloster bei Meaux gebracht, aber bald wieder in Freiheit gesetzt. In der ersten Zeit der Revolution ließ man sie unbelästigt in ihrem Schloß Luciennes bei Marly; als sie aber die Emigranten unterstützte und mit den Anhängern Brissots in Verbindung trat, ließ sie Robespierre 6. Dez. 1793 guillotinieren. Die unter ihrem Namen erschienenen "Mémoires" (Par. 1830, 6 Bde.; neue Ausg. 1857) sind unecht. Vgl. Vatel, Histoire de Mademoiselle D. (Par. 1882-84, 3 Bde.).

Dübel (Dollen), meist viereckiges, an einem Ende etwas dickeres Stückchen Holz, welches man mit diesem stärkern Ende in eine Vertiefung der Mauer eintreibt (dübelt), um Eisenwerk, Schrauben, Nägel etc. darin befestigen zu können; auch ein viereckiger eiserner, an den Kanten gewöhnlich aufgehauener Bolzen, welcher, mit diesen Widerhaken versehen, in zwei Steine eingelassen und mit Blei vergossen, zur festern Verbindung von Steinen untereinander dient; bei Verstärkung von hölzernen Trägern prismatische oder schwach keilförmige eichene Holzstücke, welche in die hölzernen Halbnuten je zweier aufeinander gelegter Balken eingelassen werden, um ihre Verschiebung zu verhindern, worauf man diese Balken durch eiserne Schrauben fest aufeinander preßt (verdübelte Träger); bei Verbindung der verzahnten gesprengten Träger eine Vorrichtung, wodurch deren Zähne zur Verstärkung ihrer Spannung fester aufeinander gekeilt werden, entweder aus schlanken Keilen oder auch aus schwalbenschwanzförmigen Eisen bestehend, welche in die zwischen die Zähne gebrachten hölzernen Keile eingetrieben werden; bei Verbindung der Balken mit ihren Unterlagen (Mauerlatten) kurze, cylindrische, gewöhnlich eichene Holzstückchen, welche in den einen Balken eingeschlagen und dann in entsprechende Vertiefungen des andern eingetrieben werden (Verdollung).

Dübeleisen, Vorrichtung zur Anfertigung hölzerner Dübel, Zapfen, Stifte, besteht aus einem Eisen, welches Löcher von verschiedenem Durchmesser mit aufwärts stehender Schneide enthält. Setzt man auf diese Löcher das Holz und treibt es mit Hammerschlägen hindurch, so wird es durch die erwähnte Schneide in der gewünschten Weise geformt.

Düben, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Merseburg, Kreis Bitterfeld, an der Mulde, 18 km vom Bahnhof Eilenburg, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat ein altes Schloß, eine Kirche, Zigarrenfabrikation und (1880) 3678 evang. Einwohner. Dabei liegt die Dübener Heide (Tornauer Heide), eine 15-18 km lange und ebenso breite, vorzugsweise flache, aber auch mit Hügeln (Wurzelberg, 181 m hoch) versehene Landstrecke, die mit Nadel- und Laubholz bedeckt ist. - D. wird bereits im 10. Jahrh. als Besitztum des Erzstifts Magdeburg erwähnt. Das Schloß, bisher der Sitz von Burggrafen, ward 1117 vom Grafen Wiprecht von Groitzsch erobert. Am 4. September 1631 schlossen hier der König Gustav Adolf von Schweden und der Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen das Bündnis gegen den Kaiser und die Liga ab. Im Siebenjährigen Krieg überfielen daselbst 29. Oktober 1759 die Preußen unter Fink und Wunsch das Ahrenbergsche Korps und nötigten es zum schleunigsten Rückzug. In D. verweilte Napoleon I. auf seinem Rückzug von Dresden vom 10. bis 14. Okt. 1813.

Dubensee (fälschlich Daubensee), Bergsee im schweizer. Kanton Wallis, auf der Gemmi, 2206 m ü. M., in wüster, von Felsstürzen überschütteter Einöde, je zehn Monate lang gefroren, ohne sichtbaren Abfluß. Nahe dabei ist das Bergwirtshaus Schwarenbach, 2065 m ü. M., der Schauplatz von Z. Werners Schicksalstragödie "Der 24. Februar".

Dubgras (Doubgras), s. Cynodon.

Dubhe (arab.), der Stern α im Großen Bären.

Dubicza (spr. -bitza, Türkisch-D.), Grenzfestung in Bosnien (Kreis Bihač), an der Unna, mit (1879) 2588 meist mohammedan. Einwohnern. D. gehörte früher den Rhodiserrittern, dann den Herren von Zrin, die es 1538 an die Türken verloren. Im 16. und 17. Jahrh. war es wiederholt ein Zankapfel zwischen Österreich und der Türkei. 1685 und 1687 wurde es von den Österreichern erstürmt, im Karlowitzer Frieden 1718 aber an die Pforte zurückgegeben.

Dubĭenka (Dubenka), Stadt im russisch-poln. Gouvernement Lublin, am Bug, mit (1870) 4341 Einw. (namentlich Juden), welche Geschäfte in Wolle, Leder und Seide betreiben; bekannt durch den Sieg Kosciuszkos über eine überlegene russische Streitmacht 17. Juli 1792.

Dubin (früher Dupin), Stadt im preuß. Regierungsbezirk Posen, Kreis Kröben, an der Orla, mit 2 kath. Kirchen und (1880) 662 meist kath. Einwohnern.

Dubiös (lat.), zweifelhaft, unentschlossen.

Dubiōsa (lat.), zweifelhafte Sachen, in der kaufmännischen Geschäftssprache unsichere Ausstände.

Dubitieren (lat.), zweifeln; Dubitation, das Zweifeln, Bezweifeln.

Dublette (franz. Doublette), etwas doppelt Vorhandenes, namentlich in Sammlungen, z. B. Bücher in Bibliotheken; dann Gegenstände, die zu Paaren verkauft werden; in der Musik zwei gleichnamige Orgelstimmen, die zu einer oder mehreren Klaviaturen disponiert worden sind; beim Juwelier ein aus zwei Steinen, von denen der eine als Ober-, der andre als Unterteil geschnitten ist, zusammengesetzter Edelstein (s. Edelsteine); in der Gärtnerei eine