Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Duderhofsche Berge; Duderstadt; Dudevant; Dudik; Dudley

194

Duderhofsche Berge - Dudley.

bung; Abhandlung, Regeln und Wörterverzeichnis mit etymologischen Angaben" (Leipz. 1872); "Die Zukunftsorthographie" (das. 1876); "Orthographisches Wörterbuch für die Schule" (8. Abdruck, das. 1884); "Orthographischer Wegweiser für das praktische Leben" (2. Abdruck, das. 1884), welch letzterer der Rechtschreibung in "Meyers Konversations-Lexikon" zu Grunde liegt; "Grundzüge der neuhochdeutschen Grammatik" (Bearbeitung der Bauerschen Grammatik, 20. Aufl., Nördling. 1884).

Duderhofsche Berge (Dudorowskija Gori), Flözgebirge im russ. Gouvernement Petersburg, erfüllt einen großen Teil des Kreises Peterhof und hat in der Nähe von Zarskoje Selo eine 167 m hohe Erhebung. Es besteht aus Thon-, Sand- und Kalkschichten und Eisensteinen und wird seiner Aussicht wegen von Petersburg aus häufig besucht. Viele Petersburger haben hier ihre Villen (Datschen). Auf dem Gipfel steht eine schöne finnische Kirche.

Duderstadt, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Hildesheim, 172 m ü. M., auf dem Eichsfeld und an der Hahle, in einem fruchtbaren Thal (ehemals Goldene Mark genannt), 19 km von den Bahnhöfen Herzberg und Leinefelde, ist Sitz eines Amtsgerichts und eines bischöflichen Kommissariats, hat eine evangelische und eine kath. Kirche (beides schöne Bauwerke aus dem 14. Jahrh.), ein schönes Rathaus, ein simultanes Realprogymnasium, ein bischöfliches Progymnasium, Flanell- und Baumwollwaren-, Zucker- und Zigarrenfabrikation, Handel mit Singvögeln und (1880) 4350 Einw. (davon 1313 Evangelische). D. ist ein Hauptplatz des strengsten Ultramontanismus. - D., das schon um 706 als Tutelstete nachzuweisen ist, war 929 ein Hofgut Heinrichs I. und kam 974 an das Stift Quedlinburg, das damit die Landgrafen von Thüringen belehnte. Nach deren Erlöschen kam D. an Braunschweig, dessen Herzog es 1334 zur Hälfte an Kurmainz verpfändete und 1440 ganz überließ. Damals war die Stadt Mitglied der Hansa. Im Bauernkrieg wurde D. 1525 vom Herzog Heinrich dem jüngern von Braunschweig gebrandschatzt, seiner Privilegien beraubt und dem Erzbischof wieder unterworfen. Während des Dreißigjährigen Kriegs war es ein Waffenplatz der Kaiserlichen, wurde aber 27. Juli 1632 vom Herzog Wilhelm von Weimar eingenommen. Im Siebenjährigen Krieg ward es von den Franzosen besetzt und 1761 Mauern und Wälle der Stadt geschleift. Mit dem Eichsfeld fiel D. 1803 an Preußen. Darauf kam es 1807 an das Königreich Westfalen und 1815 an Hannover, mit dem es 1866 abermals an Preußen überging. Vgl. Jäger, Urkundenbuch der Stadt D. (Hildesh. 1883-85, 2 Tle.).

Dudevant (spr. dü-d'wāng), Aurore, Marquise, franz. Schriftstellerin, s. Sand (George).

Dudik, Beda Franziskus, mähr. Historiker, geb. 29. Jan. 1815 zu Kojetein in Mähren, widmete sich dem geistlichen Stand und trat in den Benediktinerorden, wirkte 1840-54 als Lehrer der klassischen Sprachen, dann der Geschichte zu Brünn, machte im Auftrag der Stände Mährens 1852 eine archivalische Forschungsreise nach Schweden und dann nach Rom, war 1853-59 mit der Anlegung eines Zentralarchivs des Deutschen Ordens in Wien beschäftigt und wirkte außerdem als Dozent des historischen Quellenstudiums zu Brünn. 1859 zum mährischen Landeshistoriographen ernannt, erwarb sich D. um die Ordnung und Ausbeutung der bisher arg vernachlässigten österreichischen Staatsarchive, namentlich Galiziens, große Verdienste und war erfolgreich thätig in der Erforschung der mährischen Geschichte. 1869 begleitete er den Kaiser von Österreich auf seiner Orientreise als Reisekaplan und Historiograph. Außer zahlreichen Abhandlungen in den Schriften der Wiener Akademie, deren Mitglied er seit 1865 ist, sind von seinen Werken zu nennen: "Mährens gegenwärtige Zustände vom Standpunkt der Statistik" (Brünn 1844, 4 Hefte); "Forschungen in Schweden für Mährens Geschichte" (das. 1852); "Iter romanum" (Wien 1855, 2 Bde.); "Waldsteins Korrespondenz" (das. 1865-66); "Des Herzogtums Troppau ehemalige Stellung zur Markgrafschaft Mähren" (das. 1857); "Waldstein, von seiner Enthebung bis zur abermaligen Übernahme des Armeeoberkommandos" (das. 1858); "Münzen des Deutschen Ritterordens" (das. 1858, ein Prachtwerk mit zahlreichen Kupfertafeln); "Archive im Königreich Galizien und Lodomerien" (das. 1867); "Kleinodien des Deutschen Ritterordens" (das. 1866, Prachtwerk); "Erinnerungen aus dem Feldzug in Italien 1866" (das. 1867); "Kaiserreise nach dem Orient" (das. 1870); "Schweden in Böhmen und Mähren 1640-50" (das. 1879) und als sein Hauptwerk: "Mährens allgemeine Geschichte" (Brünn 1860-83, Bd. 1-10).

Dudley (spr. döddlĭ), Stadt in Worcestershire (England), in einer in Staffordshire gelegenen Enklave, am Dudleykanal, der D. mit Birmingham und Stourbridge verbindet, mit Schloßruine aus der Zeit Heinrichs II., der Ruine einer 1161 gestifteten Propstei, Kunstschule, Museum, Hospiz (Guest's Hospital) und (1881) 46,233 Einw. In einer an Kohlen und Eisen reichen Gegend liegend, ist D. ein Hauptsitz der englischen Eisenindustrie; wo hauptsächlich Eisen geschmolzen sowie Nägel und viele Eisengeräte, auch Flintglas gefertigt werden.

Dudley (spr. döddli), engl. Adelstitel, hergeleitet von Schloß und Lordschaft D. in der Grafschaft Stafford, deren Besitzer seit Heinrich II. die Familie Somerie bis 1322, von 1342 bis 1697 die Familie Sutton, seitdem die Familie Ward war. Die bemerkenswertesten Träger dieses Namens sind:

1) Edmund, Minister unter Heinrich VII., war als Baron der Schatzkammer unerschöpflich in Auffindung von Mitteln; Geld zu erpressen. Deshalb nach Heinrichs Tod angeklagt, ward er, beladen mit dem Haß der Nation, 18. Aug. 1510 auf Tower Hill enthauptet.

2) John, Sohn des vorigen, geb. 1502, ererbte 1541 von seiner Mutter den Titel eines Viscount Lisle in Berkshire, ward 1543 Kommandant in dem neueroberten Boulogne, 1545 Großadmiral der Flotte im Kanal und durch Heinrichs VIII. Testament zu einem der 16 Exekutoren bestimmt, welche während Eduards VI. Minderjährigkeit die Regentschaft führen sollten. Durch Eduards Gunst zum Grafen von Warwick, Oberkammerherrn, Oberhofmeister und 1551 zum Herzog von Northumberland erhoben, brachte er seinen Nebenbuhler, den Herzog von Somerset, auf das Blutgerüst (1552) und erwarb bedeutende Besitzungen als Kronlehen. Er besetzte die ersten Hofämter mit seinen Verwandten und Kreaturen und verheiratete seinen jüngsten Sohn, Guilford, mit Lady Johanna Grey, der Enkelin von Heinrichs VIII. Schwester Maria, welche der sterbende König mit Übergehung der Prinzessinnen Maria und Elisabeth auf Dudleys Veranlassung zu seiner Nachfolgerin ernannte. D. ließ daher nach dem Tod Eduards Johanna Grey zur Königin ausrufen, wurde aber von den Anhängern der Maria gefangen genommen und 22. Aug. 1553 hingerichtet. Von