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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Duf.; Dufau; Dufaure; Dufay; Duffek; Düffel; Dufferin

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Duf. - Dufferin.

ter". Instrumentalkompositionen für zwei verschiedene obligate Instrumente mit oder ohne Begleitung nennt man gewöhnlich nicht D., sondern Duo oder Konzert (Kammerkonzert) etc. und nur, wenn sie für zwei Instrumente derselben Art geschrieben sind, D. (Violinduette, Flötenduette); nur für zwei Klaviere schreibt man nicht Duette, sondern Duos. Korrekter wäre die Unterscheidung je nach der Ausdehnung, Duo für größere, D. für kleinere Werke.

Duf., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Léon Dufour (s. d.).

Dufau (spr. düfo), Pierre Armand, franz. Publizist und Volkswirt, berühmte Autorität in den wirtschaftlichen Seiten des Blindenwesens, geb. 1795 zu Bordeaux, wurde 1815 Lehrer am Blindeninstitut in Paris, dessen Direktion ihm 1840 übertragen und von ihm bis 1855 geleitet wurde. Er gehörte 1851 zu den Gründern der durch ganz Frankreich verbreiteten Gesellschaft zur Unterstützung der Blinden, nach deren Plan kurze Zeit darauf eine ähnliche zur Unterstützung der Taubstummen gegründet wurde. D. starb 25. Okt. 1877 in Paris. Unter seinen zahlreichen Schriften sind zu nennen: "Plan de l'organisation de l'institution des jeunes aveugles" (Par. 1833); "Des aveugles. Considérations sur leur état physique, moral et intellectuel" (1836, 2. Aufl. 1850); "Lettres sur la charité" (1847); "Notice historique, statistique et descriptive sur l'institution des jeunes aveugles" (1852); "Souvenirs d'une aveugle née" (1851). Von seinen volkswirtschaftlichen Schriften heben wir hervor: "De l'abolition de l'esclavage coloniale" (1830); "Traité de statistique" (1840). Außerdem schrieb er: "Dictionnaire de la géographie ancienne et moderne" in Gemeinschaft mit Guadet (1820, 2 Bde.) u. mehrere geschichtliche Werke.

Dufaure (spr. düfor), Jules Armand Stanislas, franz. Staatsmann, geb. 4. Dez. 1798 zu Saujon (Niedercharente), wurde, seit 1824 Advokat in Bordeaux, 1834 zum Abgeordneten von Saintes gewählt und hielt sich als solcher zur liberal-konstitutionellen Partei. Unter dem Ministerium Thiers 1836 zum Staatsrat ernannt, gab er im September d. J. beim Rücktritt Thiers' seine Entlassung und machte dem Ministerium Molé entschiedene Opposition. Bei der Bildung des Kabinetts vom 12. Mai 1839 wurde er Minister der öffentlichen Bauten, legte aber sein Portefeuille nieder, als der Antrag wegen der Dotation für den Herzog von Nemours verworfen ward, und schwankte seitdem eine Zeitlang zwischen dem linken Zentrum und dem ministeriellen Anhang, stimmte jedoch schließlich in allen wichtigen Fragen mit der Opposition, bis er 1844 das Haupt einer Mittelpartei wurde. Nach der Februarrevolution von 1848 in die Nationalversammlung und zum Mitglied des Verfassungsausschusses gewählt, war er der gemäßigten Republik aufrichtig zugethan. Vom Ende September bis 20. Dez. Minister des Innern, bewies er sich, als eifriger Anhänger Cavaignacs, entschieden feindlich gegen die Kandidatur L. Napoleons und gab nach der Wahl des letztern 10. Dez. seine Entlassung. Doch trat er wieder als Minister des Innern in das Kabinett vom 2. Juni 1849, wo er die Meinung der Mitglieder des unter seinem Vorsitz gestifteten "Cercle constitutionnel" repräsentierte. Am 31. Okt. 1849 trat er mit den übrigen Mitgliedern des Konseils ab und ward darauf Präsident der Marinekommission. Nach dem Staatsstreich vom 2. Dez. 1851 zog er sich vom politischen Leben zurück und nahm seine Advokatur wieder auf. Am 8. Febr. 1871 in die Nationalversammlung gewählt, stellte er in Bordeaux 16. Febr. den Antrag, Thiers zum Chef der Exekutivgewalt der französischen Republik zu ernennen, und wurde von diesem 19. Febr. zum Justizminister ernannt. D. ging auf den Plan Thiers', eine konservative Republik zu gründen sowie dieselbe durch Erlassung konstitutioneller Gesetze, besonders durch Schaffung einer Zweiten Kammer, vorzubereiten und zu sichern, vollständig ein und sprach sich in der Nationalversammlung mehrmals in diesem Sinn aus, betrieb auch die Wahl der diese Gesetze vorbereitenden Dreißigerkommission. Nach der Abdankung Thiers' trat auch D. vom Ministerium zurück und wirkte als gemäßigter Republikaner für das Zustandekommen der Verfassung vom Februar 1875, worauf er 10. März im Ministerium Buffet die Justiz übernahm und 9. März 1876 an die Spitze eines neuen, liberalern Kabinetts trat. Wegen seiner Hinneigung zur klerikalen Partei verlor er aber das Zutrauen der Kammer und nahm schon 12. Dez. seine Entlassung. Durch seine feste, verfassungstreue Haltung während des zweiten Ministeriums Broglie 1877 erlangte er wieder allgemeine Popularität und ward deshalb nach Broglies Sturz und Mac Mahons Unterwerfung an die Spitze des Kabinetts vom 13. Dez. 1877 gestellt. Nach der Wahl Grévys Ende Januar 1879 reichte er von neuem seine Entlassung ein, weil er mit der antiklerikalen Haltung der Deputiertenkammer nicht einverstanden war. Er starb 28. Juni 1881 in Paris. Vgl. G. Picot, M. D., sa vie et ses discours (Par. 1883).

Dufay (spr. düfä), Guillaume, einer der ältesten niederländ. Kontrapunktisten, aus Chimay im Hennegau gebürtig, dessen Lebenszeit jedoch einigermaßen zweifelhaft ist. Sicher ist, daß sich um 1380 in der päpstlichen Kapelle zu Rom ein Sänger dieses Namens befand, der 1432 hochbetagt starb; ob aber derselbe mit dem Komponisten D. identisch, ist nicht ausgemacht, wenn auch nach mancherlei Zeugnissen wahrscheinlich. Von Dufays Kompositionen kennt man einige Messen (in Rom und Brüssel), Motetten und Chansons (in Paris) und eine vierstimmige Motette (in München). D. soll statt der früher üblichen schwarzen Noten die weißen eingeführt haben, die allerdings seit dem 15. Jahrh. üblich sind; auch andre Neuerungen in der Notation werden ihm zugeschrieben.

Duffek, Nikolaus, s. Rosen (Julius).

Düffel (Sibirienne), tuchartiges Gewebe, wird glatt oder geköpert gewebt und erhält durch eine besondere Appretur eine glänzende Oberfläche. Der ungeköperte D. wird auch unter dem Namen Berg-op-Zoom verkauft. Von Fries unterscheidet sich D. nur durch dickeres Gespinst, festere Walke und etwas kürzer geschornes Haar. Auch mit Biber und Kalmuck ist D. nahe verwandt.

Dufferin (spr. doff'rin), Frederick Temple Blackwood, Earl von, engl. Staatsmann, geboren im Juni 1826 zu Florenz aus einer irischen Familie, ward zu Eton erzogen, studierte in Oxford, war unter Russells erstem Kabinett und 1854-58 Kammerherr der Königin, besuchte 1846-47 Irland während der großen Hungersnot dort, worüber er "Narrative of a journey from Oxford to Skibbereen during the year of the Irish famine" veröffentlichte, begleitete 1855 Russell nach Wien und machte 1859 eine Reise nach Island, worüber er "Letters from high latitudes" (7. Aufl. 1879; deutsch, Braunschw. 1860) schrieb. Er ward 1860 von Palmerston als englischer Kommissar nach Syrien zur Untersuchung der dortigen Christenmassakres geschickt, 1864 Unterstaatssekretär im indischen Amt, 1866-67 für den Krieg, 1868 unter Gladstone Kanzler des Herzogtums Lancaster