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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Dumort. - Düna.

Durchforschung der Torres- und der Cooksstraße sowie durch Bereicherung der allgemeinen Sprachkunde mit mehreren ozeanischen Dialekten und Erweiterung der ozeanischen Naturgeschichte, weshalb ihn auch die Geographische Gesellschaft in Paris zu ihrem Präsidenten ernannte. Im J. 1840 zum Konteradmiral ernannt, verunglückte er 8. Mai 1842 mit einem Eisenbahnzug bei Versailles. Die Resultate seiner Reisen legte er nieder in den Werken: "Enumeratio plantarum in insulis archipelagi et litoribus Ponti Euxini" (Par. 1822); "Voyage de l'Astrolabe" (das. 1830-34, 13 Bde.); "Voyage pittoresque autour du monde" (das. 1834, 2 Bde.; neue Ausg. 1859) und "Voyage au pôle sud et dans l'Océanie" (das. 1841-54, 23 Bde. Text und 6 Abtlgn. Atlas; deutsch, Darmst. 1841-48, 3 Bde.). Vgl. Joubert, D. (neue Ausg., Tours 1885).

Dumort., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Barth. Ch. Dumortier (spr. dümortjeh), geb. 1797 zu Tournai, gest. 1878; Botaniker.

Du Moulin (spr. dü muläng, Molinäus), Peter, Polemiker der franz. reformierten Kirche, geb. 1568 in der Normandie, ward 1599 Kaplan zu Charenton, später Prediger in Paris. Von Jakob I. von England 1615 zum Zweck einer Vereinigung aller reformierten Kirchen berufen, schrieb er mehrere Apologien für den König gegen Bellarmin und den Papst. Streitigkeiten gegen den Arminianismus brachten die Remonstranten gegen ihn auf. Seit 1626 Professor der Theologie in Sedan, begann er eine neue Reihe von Angriffen auf die katholischen Dogmen, unter denen der bekannteste die "Anatomie de la messe" (Sedan 1636) ist. D. starb 1658. Vgl. Armand, Essai sur D. (Straßb. 1846).

Dumouriez (spr. dümurĭeh), Charles François, franz. General, geb. 25. Jan. 1739 zu Cambrai, trat 1757 in das Heer, welches Marschall d'Estrées in Deutschland befehligte, ward bei Klosterkamp gefangen und erst 1761 wieder ausgewechselt. Nach geschlossenem Frieden verabschiedet, bereiste er Spanien und Portugal. 1768 ward er Generaladjutant auf der neuerworbenen Insel Corsica, 1770 Oberst. Zu den polnischen Konföderierten von Bar entsandt, um ihnen Geld und Offiziere zu überbringen, organisierte er selbst ein Korps, ward aber von den Russen geschlagen und wegen Überschreitung seiner Vollmacht abberufen. 1772 von Ludwig XV. ohne Zustimmung des Ministers Aiguillon mit einer geheimen Mission nach Schweden betraut, ward er auf Befehl des letztern zu Hamburg verhaftet und in die Bastille gebracht, erst unter Ludwig XVI. freigelassen und 1778 zum Kommandanten in Cherbourg ernannt. Beim Ausbruch der Revolution war er Maréchal de Camp, trat mit den Jakobinern in Verbindung, erhielt eine revolutionäre Sendung nach Belgien und wurde 1790. Kommandant in Nantes, schloß sich aber den Girondisten näher an, durch deren Einfluß er 1791 zum Generalleutnant und 1792 zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten befördert wurde. Im Sinn dieser Partei bestimmte er Ludwig XVI. zur Kriegserklärung gegen Österreich und übernahm nach Lafayettes Flucht das Kommando über die Armee im Felde. Er besetzte die Pässe des Argonnenwaldes, zwang die Preußen durch die Kanonade von Valmy (20. Sept.) zum Rückzug und wandte sich dann gegen Belgien, das er nach dem Sieg bei Jemappes (6. Nov.) über die Österreicher unter dem Herzog von Sachsen-Teschen und Clerfait in wenigen Wochen eroberte. Als aber die Jakobiner in Paris ihm die Mittel zur energischen Fortsetzung des Kampfes und zur Eroberung Hollands verweigerten, die Konventskommissare in Belgien willkürlich hauste, das Heer demagogisch aufwühlten und desorganisierten, so daß es 18. März 1793 bei Neerwinden geschlagen wurde, faßte D. den Plan, dem anarchischen Unwesen in Paris ein Ende zu machen, den Konvent zu sprengen und die konstitutionelle Monarchie unter dem Dauphin herzustellen. Er trat zu diesem Zweck durch den österreichischen Obersten Mack mit dem Herzog von Koburg in Unterhandlungen über eine Waffenruhe, während der er auf Paris marschieren wollte. Schon näherte er sich der französischen Grenze, als der Kriegsminister Beurnonville und vier Kommissare des Konvents in seinem Lager bei Condé erschienen, um ihn zur Rechenschaft nach Paris zu laden. D. ließ sie verhaften und den Österreichern ausliefern, sah sich aber, da eine Proklamation, die er zu gunsten des Königtums erließ, keinen Anklang fand und seine Truppen von ihm abfielen, selbst genötigt, 4. April 1793 zu den Österreichern zu flüchten. Der Konvent setzte einen Preis von 300,000 Livres auf seinen Kopf. Er hielt sich nun an verschiedenen Orten, im Kölnischen, in England, in der Schweiz, in Deutschland, auf, bis er endlich auf dänischem Gebiet bei Hamburg und später in England eine Zufluchtsstätte fand und von der Regierung eine Pension erhielt. Hier schrieb er: "Mémoires" (2 Bde.; neuer Abdruck in Barrières "Bibliothèque des mémoires", Bd. 11 u. 12, 1848; deutsch von Ch. Girtanner, Berl. 1794, 2 Bde.) und politische Flugschriften im Geist fast aller Parteien. Er starb 14. März 1823 in der Nähe von London. Vgl. v. Boguslawski, Das Leben des Generals D. (Berl. 1878-79, 2 Bde.); Monchanin, D. (Par. 1884).

Dumreicher von Österreicher, Johann Friedrich, Freiherr von, Mediziner, geb. 13. Jan. 1815 zu Triest, studierte in Wien Medizin, besonders Chirurgie, trat 1839 in das Operateurinstitut, ward 1841 Assistent der Klinik, habilitierte sich 1846 als Privatdozent, wurde zum Primärarzt einer chirurgischen Abteilung im allgemeinen Krankenhaus ernannt und 1848 zum Direktionsadjunkten erwählt. Gleichzeitig fungierte er als konsultierender Chirurg an mehreren Spitälern für Verwundete. 1849 wurde er ordentlicher Professor der Chirurgie, Vorstand der chirurgischen Klinik und des Operateurinstituts. Sehr thätig war er in dem Krieg von 1866. Nach Beendigung desselben wurde er in eine litterarische Fehde mit Langenbeck und Bohn verwickelt, welche für die medizinische Geschichte des böhmischen Feldzugs wichtig ist. 1869 präsidierte D. einer Kommission zur Reform des militärärztlichen Sanitätswesens in Österreich, welches ihm seine jetzige Gestaltung verdankt. Er starb 16. Nov. 1880.

Dum Roma deliberat, Saguntum perit, lat. Sprichwort: Während Rom beratschlagt, geht Sagunt zu Grunde.

Dun (kelt.), s. v. w. Hügel, kommt als Endungsform -dunum in zahlreichen Ortsnamen in Gallien und auf den britischen Inseln vor.

Dün, ein Gebirgsglied der Thüringer Terrasse, im preuß. Regierungsbezirk Erfurt, erstreckt sich von Heiligenstadt nach O. und wendet sich von Rüdigershagen an nach NO. bis zum Katzenstein über Sollstedt, woselbst die östliche Fortsetzung den Namen Hainleite annimmt. Der D. ist bewaldet, bis 517 m hoch und fällt einseitig nach N. ziemlich schroff zum Thal der Wipper ab.

Düna (bei den Russen Westliche Dwina, bei den Letten Daugawa genannt), einer der bedeutendsten