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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Duncombe; Dundalk; Dundas

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Duncombe - Dundas.

"Vier Monate auswärtiger Politik" (Berl. 1851) her. Der Zurücksetzung seitens des Ministeriums Manteuffel überdrüssig, nahm er 1857 einen Ruf nach Tübingen an, ward aber schon 1859 als Geheimer Regierungsrat zu Hilfsarbeiten im Staatsministerium nach Berlin berufen und 1861 mit dem Amt eines vortragenden Rats für Politik beim Kronprinzen betraut, dann zum Direktor der preußischen Staatsarchive ernannt, aus welchem Amt er Ende 1874 ausschied. Er lehrt nun noch an der Kriegsakademie Geschichte und ist Mitglied der Akademien zu Berlin und München. Von seinen litterarischen Arbeiten sind zu erwähnen: "Origines germanicae" (Berl. 1840); "Die Krisis der Reformation" (Leipz. 1845); "Zur Geschichte der deutschen Reichsversammlung" (Berl. 1849); "Feudalität und Aristokratie" (das. 1858); "Aus der Zeit Friedrichs d. Gr. und Friedrich Wilhelms III., Abhandlungen zur preußischen Geschichte" (das. 1876) und sein Hauptwerk: "Geschichte des Altertums" (das. 1852-57, 4 Bde.; 5. Aufl. 1878-83, 7 Bde.; neue Folge 1884-85, Bd. 1 u. 2), eine ausgezeichnete, ebenso gründliche wie geschmackvolle Darstellung der orientalischen und der griechischen Geschichte.

2) Franz Gustav, Bruder des vorigen, geb. 4. Juni 1822 zu Berlin, studierte daselbst Philosophie und Geschichte und widmete sich dem Buchhandel. 1848 beteiligte er sich an der politischen Bewegung und war Hauptmann einer Bürgerwehrkompanie. 1853 kaufte er die Bernsteinsche "Urwählerzeitung", ließ sie unter dem Titel: "Volkszeitung" in erweiterter Gestalt erscheinen und erhob sie zu einem einflußreichen Organ der liberalen Opposition. 1859 beteiligte er sich an den sogen. Eisenacher Beschlüssen, war in Frankfurt bei der Gründung des Deutschen Nationalvereins thätig und wurde in dessen Ausschuß gewählt. 1861, als der preußische Verfassungsstreit begann, war er einer der Gründer der deutschen Fortschrittspartei und blieb derselben auch 1866 treu. Abgeordneter des Landtags war D. seit 1861, zuerst für Saarbrücken-Ottweiler, seit 1867 für einen Berliner Wahlkreis. Als Mitglied des Sechsunddreißigerausschusses in Frankfurt 1863 und des 1866 vom deutschen Abgeordnetentag eingesetzten ständigen Ausschusses zeigte er die größte Thätigkeit für die nationale Sache. Auch saß er als Vertreter des fünften Berliner Wahlkreises im konstituierenden und ordentlichen norddeutschen, später im deutschen Reichstag. Neben seiner politischen Thätigkeit zeigte D. eine unermüdliche Sorge für die materielle und geistige Hebung der arbeitenden Klassen, leitete seit 1865 den Berliner Handwerkerverein, gründete 1869 mit Schulze-Delitzsch und Max Hirsch die deutschen Gewerkvereine und suchte auf diese Weise dem um sich greifenden Sozialismus durch praktische Mittel entgegenzuwirken. 1877 verkaufte er seine Buchhandlung aus ökonomischen Rücksichten und legte seine beiden Mandate für Reichstag und Abgeordnetenhaus nieder.

Duncombe (spr. dännkäm), Thomas Slingsby, radikales Parlamentsmitglied, geb. 1797, wurde 1826 von Hertford ins Parlament gesandt und unterstützte 1831 mit Eifer die Reformbill. Seit 1834 Finsbury, einen Stadtteil Londons, im Parlament vertretend, verfocht er hier die radikalsten demokratischen Grundsätze, sprach für dreijährige Parlamente, Ausdehnung des Wahlrechts auf die arbeitenden Klassen, geheime Abstimmung, Trennung von Kirche und Staat und machte sich namentlich dadurch populär, daß er den Minister Sir James Graham wegen Verletzung des Briefgeheimnisses in Sachen Mazzinis 1843 schonungslos angriff. Seine für die Erhebung der Ungarn bewiesenen Sympathien wurden von dort aus durch ein Dankschreiben anerkannt. Später war er ein begeisterter Bewunderer von Napoleon III. Er starb 13. Nov. 1861 in Brighton. Vgl. "Life and correspondence of Th. S. D." (Lond. 1868, 2 Bde.).

Dundalk (spr. donndáhk), Hauptstadt der irischen Grafschaft Louth, in flacher Gegend, an der Mündung des Castletown in die Dundalkbai, hat ein Rathaus, einen Gerichtshof, eine Markthalle, ein katholisches College und (1881) 11,913 Einw. Es betreibt Flachsspinnerei, Brennerei, Brauerei, Gerberei, Nadelfabrikation sowie lebhaften Handel. Der Hafen ist für Schiffe von 4,6 m Tiefgang zugänglich. Zu demselben gehören 34 Seeschiffe von 4194 Ton. Gehalt. Im J. 1884 liefen 870 Schiffe von 136,700 T. Gehalt ein. Ausfuhr nach dem Ausland 1515 Pfd. Sterl., Einfuhr 25,320 Pfd. Sterl. Lebhafter ist der Küstenhandel mit landwirtschaftlichen Produkten. D. ist Sitz eines deutschen Konsuls. In D. wurde Eduard Bruce als König von Irland gekrönt, und in der Nähe verlor er (1318) Krone und Leben.

Dundas (spr. dönndäs), 1) Sir James Whitley Deans, Sohn des Arztes James Deans in Kalkutta, seit 1808 nach dem Namen seiner ersten Frau, einer Tochter des Barons Amesbury, D. genannt, engl. Admiral, geb. 4. Dez. 1785, trat 1799 in den britischen Seedienst, wohnte der Expedition nach Holland und 1800 der Blockade von Alexandria bei und wurde 1805 Leutnant. Im J. 1807 nahm er an der Verteidigung Stralsunds und der Expedition gegen Kopenhagen teil, ward zum Kapitän ernannt und diente noch mehrere Jahre in der Ostsee, dann 1815-19 auf der Flotte im Mittelmeer. 1830 befehligte er den Prinz-Regent, das Flaggenschiff des Admirals Porter, an der Mündung des Tajo. 1841 zum Konteradmiral ernannt, bekleidete er in dem letztgenannten Jahr und wieder von 1846 an die Stelle eines Lords der Admiralität, saß dann für Greenwich im Unterhaus und erhielt Ende 1851 den Oberbefehl über die englische Flotte im Mittelmeer. Im Dezember 1852 zum Vizeadmiral befördert, lief er nach dem Einrücken der Russen in die Donaufürstentümer mit seinem Geschwader zum Schutz Konstantinopels in die Besikabai und nach Vernichtung der türkischen Flotte durch die Russen bei Sinope Anfang 1854 in das Schwarze Meer ein, wo er mit dem französischen Admiral Hamelin die Flotte der Alliierten kommandierte und 22. April d. J. Odessa bombardierte. Wegen seines Verhaltens bei der Landung und vor Sebastopol vielfach angegriffen, und ohne irgend welche große Erfolge erreicht zu haben, legte er im Dezember 1854 den Oberbefehl nieder und kehrte nach England zurück. Er wurde noch Admiral der blauen und der weißen Flagge und starb 3. Okt. 1862 in Weymouth.

2) Richard Saunders, engl. Admiral, zweiter Sohn des Viscount Melville, ersten Lords der Admiralität, geb. 11. April 1802, trat 1817 in den Seedienst, ward 1824 Postkapitän und machte 1827-1828 mit dem Linienschiff Worspite von 76 Kanonen eine Reise um die Welt. Im J. 1840 that er sich unter Admiral Elliot während der Expedition nach China bei Eroberung der Insel Tschouschan hervor, ward 1851 Superintendant der Werfte zu Deptford, 1853 Konteradmiral der blauen Flagge und fungierte von 1852 bis 1855 als zweiter Lord der Admiralität. Im Februar 1855 erhielt er nach dem Rücktritt Napiers das Kommando der Ostseeflotte und bombardierte mit dem französischen Admiral Perrand vom 9. bis