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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Durando; Durandus; Durango

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Durando - Durango.

den. Außerdem machte sich D. als Historiker durch das Werk "Sulla storia degli antichi popoli dell' Italia" (Turin 1769) bekannt.

Durando, Giacomo, ital. General und Staatsmann, geb. 1807 zu Mondovi in Piemont, studierte zu Turin die Rechte und wandte sich der Advokatur zu. Mit Anfossi, Brofferio u. a. Teilnehmer an einem politischen Komplott, flüchtete er 1831 nach der Schweiz, dann durch Frankreich nach Belgien. Hier trat er nebst seinem Bruder Giovanni (geb. 1804, focht für die liberale Sache 1833-42 in Portugal und Spanien, befehligte 1848 die päpstlichen Truppen gegen die Österreicher, kämpfte 1859 und 1866 als General der italienischen Armee und starb 27. Mai 1869 in Florenz) in die Fremdenlegion des Achille Murat ein, kämpfte seit 1832 in Portugal gegen Dom Miguel mit großer Auszeichnung und ging nebst seinem Bruder 1835 nach Spanien, um gegen die Karlisten zu fechten. Zum Obersten aufgerückt, blieb er bis 1843 auf der Pyrenäischen Halbinsel. Als eine Frucht seines dortigen Aufenthalts veröffentlichte er die Schrift "De la réunion de la péninsule ibérique par une alliance entre les dynasties d'Espagne et de Portugal" (Marseille 1844). Als er bald darauf nach Piemont zurückkehrte, wurde ihm von der Polizei Mondovi als Aufenthaltsort angewiesen. Dort verfaßte er die Schrift "Della nazionalità italiana" (Par. 1846), die den Gedanken einer einheitlichen Gestaltung Italiens unter einem konstitutionellen Regiment so anschaulich darlegte, daß sie in allen Kreisen Eingang fand und in wenigen Wochen sieben Auflagen erlebte. Dem Verfasser, der sich zur Herausgabe nach Paris begeben hatte, verschloß dieselbe freilich fürs erste den heimatlichen Boden. Erst beim Beginn der italienischen Bewegung 1847 kehrte D. nach Piemont zurück, ward Mitarbeiter an dem neugegründeten Journal "L'Opinione" und überreichte mit Cavour, Santa Rosa und Brofferio dem König Albert das Gesuch um eine Konstitution. 1848 führte er als Generalleutnant die Freiwilligenkorps im Norden der Lombardei und war in der Schlacht von Novara Adjutant des Königs Karl Albert. Unter Viktor Emanuel hielt D. treu zu der nationalen Partei, schloß sich an Cavour an und übernahm, als Lamarmora mit dem piemontesischen Hilfskorps nach der Krim zog, 31. Mai 1855 das Kriegsministerium, mußte indes nach Beendigung des Feldzugs Lamarmora wieder Platz machen. Seit 1856 sardinischer Gesandter in Konstantinopel, wußte er die Pforte 1861 zu einem vorteilhaften Vertrag mit Italien zu bewegen, welcher zugleich die Anerkennung des Königreichs in sich schloß. Im Kabinett Rattazzi (vom März bis Dezember 1862) verwaltete er das auswärtige Ministerium. Seit 1860 Senator des Königreichs, wurde er 1861 zum General der Armee und zum Präsidenten des obersten militärischen Gerichtshofs ernannt. 1884 ward er Präsident des Senats.

Durandus, Guilielmus, gelehrter Scholastiker, wegen seiner Gewandtheit, schwierige Aufgaben zu lösen, Doctor resolutissimus genannt, zu St.-Pourçain in der Diözese Clermont geboren, trat in den Dominikanerorden, wurde 1326 Bischof von Meaux, 1327 von Puy en Velay und starb 1333. D. war anfangs ein Anhänger, später ein Gegner des Thomas von Aquino und bezeichnet die Scholastik auf ihrem Übergang vom Realismus zum Nominalismus.

Durango, Bundesstaat von Mexiko, der südwestliche Teil der ehemaligen Intendantschaft D. (Nueva Viscaya), welche auch den jetzigen Staat Chihuahua und einen Teil von Cohahuila umfaßte, grenzt östlich an Cohahuila, südöstlich an Zacatecas, südwestlich an Jalisco, westlich an Sinaloa und nördlich an Chihuahua und hat 95,275 qkm (1730,3 QM.) Flächengehalt. Das Land gehört dem nördlichen Teil der Hochebene von Anahuac an, die bei der Stadt D. noch 2042 m hoch ist und westlich steil in das Tiefland von Sinaloa abfällt. Der höchste Punkt im Randgebirge, La Cumbre, erreicht eine Höhe von 3200 m. Vulkane kommen nicht vor. Östlich steigt aus der Hochebene isoliert das vulkanische Gebirge Cerro de la Breña auf. Die von niedern Bergzügen durchschnittenen Hochebenen zur Seite der Sierra Madre sind im ganzen gut bewässert und eignen sich zur Viehzucht wie zum Ackerbau. Die nordöstlichste Region gehört bereits der Wüste (Bolson de Mapimi) an. Die bedeutendsten Flüsse sind der Rio de Nazas, der sich östlich dem Rio Grande zuwendet, und der südlich in den Stillen Ozean fließende Rio de Mesquilal oder Tunal. Das Klima ist gesund; die Winter sind kalt, Schnee und Eis auf der Hochebene nichts Seltenes; im Sommer sind Luft und Land sehr trocken, Regen fällt nur in der vom Juni bis September dauernden Regenzeit. Die Bevölkerung (1877: 190,846 Seelen) besteht zum großen Teil aus unvermischten Nachkommen von Einwanderern aus den gewerbthätigsten Provinzen des Mutterlandes (Viscaya, Navarra, Katalonien), die sich viel weniger mit Indianern gemischt haben als im südlichen Mexiko. Indianer wohnen in manchen Dörfern beisammen; andre schwärmen, von der Jagd lebend, umher, und aus den benachbarten Ländern machen sie feindliche Einbrüche sogar bis in diese Gegend. Die Hauptbeschäftigung der Bewohner ist die Viehzucht; Pferde, Maultiere, Rindvieh und besonders Schafe werden in Menge nach den südlichern Staaten ausgeführt. Bodenfrüchte (Mais, Weizen, Hülsenfrüchte, welche gut gedeihen) baut man nur zum eignen Bedarf; bedeutend dagegen sind die Maguaypflanzungen behufs der Destillation von Branntwein (Vino mescal) und die Baumwollpflanzungen am Rio Nazas. Ungemein reich ist der Staat an Metallen, deren Ausbeutung in neuerer Zeit von amerikanischen Gesellschaften in die Hand genommen worden. Man gewinnt namentlich Silber und Eisen, daneben aber auch Zinn, Gold und Blei. Auch Petroleum kommt vor. Die Industrie ist ziemlich entwickelt, und seit dem Bau der Eisenbahn, welche den Staat von N. nach S. durchschneidet, hat dieselbe sichtlich zugenommen. - Die Hauptstadt D., 2042 m ü. M., wurde bereits 1559 gegründet, blühte aber erst nach Entdeckung der reichen Silbergruben von Guarizamey auf, deren Besitzer sie die meisten ihrer ältern öffentlichen Gebäude verdankt. Sie hat eine Kathedrale, ein Regierungsgebäude, ein ehemaliges Jesuitenkollegium, ein Hospital, eine Münze, ein Theater, eine mit Maultieren betriebene Trambahn, Handelskammer, Fernsprecher und 22,000 Einw. Jetzt ist D. eine der gewerbthätigsten Städte Mexikos. Es hat eine Baumwollfabrik, eine Dampfkornmühle, Eisengießerei, Branntweinbrennerei, eine Parfümfabrik, Glashütte, Tabaksfabrik und Gerbereien. 8 km südlich, am Rio Tunal, erhebt sich der ganz aus Magneteisenstein bestehende Cerro de Mercado, an dessen Fuß Hochöfen und Walzwerke liegen. S. Karte "Mexiko".

Durango, 1) Bezirksstadt in der span. Provinz Viscaya, im fruchtbaren Thal des Flusses D., durch Eisenbahn mit Bilbao verbunden, am Fuße schroffer Felsenberge freundlich gelegen und von Mauern umgeben, hat (1878) 4276 Einw., die gute Degenklingen