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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Edelsteine

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Edelsteine.

e) orientalischer Amethyst (Amethystsaphir, Violettrubin), fast veilchenblau, aus Birma, Ceylon;

f) orientalischer Aquamarin, hell grünlichblau, aus Ceylon und dem Ural; Täuschung mit grünlichen und bläulichen Topasen;

g) orientalischer Hyacinth, morgenrot, aus Birma, Ceylon;

h) orientalischer Topas (Topassaphir, gelber Saphir), gelb, ebendaher;

i) Leukosaphir (weißer Saphir), weiß, ebendaher;

k) Asterin (Sternsaphir, opalisierender Saphir, Sternstein), rot, blau, gelb, ebendaher;

l) orientalischer Girasol (Saphir- oder Rubinkatzenauge, Sonnenstein), gelblich, grünlich, rötlich, bläulich.

3) Aquamarin (edler Beryll), meergrün, apfelgrün, honiggelb, aus Salzburg, Tirol, Mähren, Rußland, Ostindien, Nord Amerika, Brasilien.

4) Smaragd, lebhaft bläulichgrün, Varietät des vorigen, aus Neugranada; Täuschung mit Hiddenit, Flußspat, grünem Turmalin, Malachit, Apatit.

5) Chrysoberyll (Chrysopal), grünlichweiß, grün, bläulich, gelb, aus Ceylon, Borneo, Brasilien, Mähren.

6) Spinell, farblos, weißlich, rot, gelb, blau, grün, schwarz, in allen Weltteilen; Täuschung mit geglühten Topasen und gebrannten Amethysten.

7) Topas, farblos, grün, blau, gelb, rot, in allen Weltteilen.

8) Türkis, himmelblau, zuweilen milchblau, aus Persien; Täuschung mit Zahntürkis.

9) Turmalin, farblos, weißlichgelb, braun, schwarz, rot, blau, grün, oft bunt, aus Ceylon, Sibirien, Brasilien, Österreich.

10) Granat:

a) Almandin oder orientalischer Granat, rot, violett, veilchenblau, aus Europa, Asien, Afrika;

b) Pyrop oder occidentalischer Granat, dunkelrot, aus Böhmen;

c) Kaneelstein, honiggelb, rotgelb, morgenrot, aus Ceylon, Tirol.

11) Opal, milchblau, lebhaft irisierend, aus Ungarn; Hydrophan (Weltauge), wasserfreier Opal, farblos, weißlich, wird im Wasser dem Opal ähnlich, aus Ungarn.

12) Zirkon (Hyacinth), farblos, gelb, braun, rot, blau, grün, an vielen Fundorten, besonders Ceylon; Täuschung mit gebranntem Topas, Idokras, Granat, besonders mit Vesuvian und Kaneelstein.

13) Chrysolith, oliven-, spargel-, grasgrün, in allen Weltteilen; Täuschung mit Apatit, Epidot oder Diopsid.

14) Cordierit (Dichroit), farblos, grau, weißlich, blau, braun, im durchfallenden Licht verschiedenfarbig schillernd, aus Ceylon; Täuschung mit blauem Quarz.

15) Hiddenit, dem Smaragd in der Farbe am ähnlichsten, doch mehr gelbgrün, aus Nordamerika.

II. Halbedelsteine.

1) Bergkristall und zwar:

a) gelber Citrin, böhmischer, sächsischer, indischer Topas;

b) brauner, rubinroter, irisfarbener Rauchtopas;

c) schwarzbrauner, schwärzlichblauer oder schwarzer Morion;

d) Rheinkiesel, Rheindiamanten, Zabeltitzer Diamanten;

e) schottischer Kiesel, schottischer Topas, schottischer Rubin;

f) Marmaroser Diamanten oder Drogoniden.

2) Veilchen- oder pflaumenblauer Amethyst aus der Türkei, aus Ceylon, Indien, Rußland, Brasilien, Österreich.

3) Goldflimmernder, rötlicher, rotbrauner Aventurin aus dem Ural und Altai, meist imitiert.

4) Achat.

5) Chalcedon oder roter Karneol aus Uruguay.

6) Grüner Chrysopras aus Schlesien.

7) Onyx.

8) Grüner, gelb und rot gefleckter oder punktierter Heliotrop aus Indien, der Bucharei, Tatarei, Sibirien, Australien.

9) Jaspis.

10) In vielen Nüancen schillerndes, grüngräuliches Katzenauge aus Ceylon.

11) Milch-, rötlich-, gelblichweißer Kascholong oder Kalmückenachat aus der Bucharei, aus Sibirien, Kärnten, Mähren.

12) Lauchgrüner Nephrit (Nierenstein, Jade).

13) Cyanit.

14) Lapislazuli (Lasurstein), blau, aus Rußland, aus der Tatarei, aus China, Chile.

15) Farbloser oder heller Adular (Mondstein, Sonnenstein) aus Sibirien, Ceylon, Grönland, einer der teuersten Halbedelsteine.

16) Grüner Amazonenstein aus Brasilien, Grönland, Mijask.

17) Aventurinfeldspat (fälschlich Sonnenstein genannt), weiß, rot, mit zahllosen schimmernden Punkten, aus Schweden, Norwegen, Rußland, Ceylon.

18) Labrador, grau, grünlich, gelblich, rötlich, bläulich, zum Teil mit herrlicher Farbenwandlung, aus Sibirien, Labrador.

19) Lava, braun, grau bis schwarz, rötlich, gelblich, weißlich, von verschiedenen Vulkanen. Dazu gehört Obsidian (Lavaglas, Glasachat, isländischer Achat), schwarz, perlgrau (edler Obsidian), bouteillengrün (böhmischer Chrysolith), grünlichgelb (Schillerobsidian), aus Sibirien.

20) Flußspat, besonders schön gefärbt.

21) Malachit, grün, mit wechselnden Zeichnungen, aus Rußland.

Alle E. unterliegen einer Bearbeitung, wodurch sie eine Form erhalten, in welcher ihre wertvollsten Eigenschaften am schönsten hervortreten. Früher begnügte man sich, die natürlichen Flächen der Steine zu glätten, und erst allmählich erkannte man, welche Effekte durch künstlich hergestellte Flächen erzielt werden können. Die Kunst der Edelsteinschleiferei in diesem Sinn ist jedenfalls nicht alt; man nennt als Erfinder gewöhnlich Ludwig van Berquen und als das Jahr der Erfindung 1456. Seitdem hat man auf Grund genauerer mineralogischer Kenntnisse, unter Berücksichtigung des innern Gefüges der Kristalle, der nach verschiedenen Richtungen ungleichen Spaltbarkeit, Härte und Elastizitätsverhältnisse, erhebliche Fortschritte gemacht. Durch Spalten, Zersägen, Zerbrechen gibt man dem Stein im wesentlichen schon die gewünschte Form und vollendet dann die Arbeit durch Schleifen und Polieren. Die größten Schwierigkeiten bereitet der Diamant. Nachdem sein Blätterdurchgang erkannt ist, wird er in einer Kittlage befestigt und mit feinem Meißel und Hammer nach einer vorher mit einem andern Diamant ausgeführten Vorzeichnung gespalten (Kloven). Man befestigt ihn dann mit Kitt in der Dogge oder Hülse, so daß nur die Stelle frei bleibt, an welcher eine Facette angeschliffen werden soll, und steckt die Hülse in ein schweres eisernes Gestell, welches den Stein, oft noch unter dem Druck der Hand oder von Gewichten, gegen die rotierende Schleifscheibe drückt. Diese Scheiben bestehen aus schwach gekörntem Gußeisen oder weichem Stahl, rotieren in horizontaler Ebene und sind mit Diamantpulver und Öl beschickt, weil der Diamant wegen seiner außerordentlichen Härte nur von seinem eignen Pulver angegriffen wird. Sobald eine Facette vollendet ist, muß der Stein wieder umgelegt werden, und dies wiederholt sich, bis er endlich die bestimmte Form erhalten hat. Man schleift so winzig kleine Rosetten mit je 16 Flächen, daß 2000 auf ein Karat gehen. Die übrigen E. können ohne vorhergehende Spaltung mit Diamantpulver, oft schon mit Schmirgel leicht in jede beliebige Form gebracht werden. Während aber der Diamant beim Schleifen gleich mit poliert wird, erfordern die andern E. hierzu noch eine besondere Bearbeitung. Steine mit eigentümlichem Lichtschimmer, wie Opal, erhalten keine Facetten, sondern nur eine runde Wölbung (en cabochon). Häufig wird die Farbe der E. durch vorsichtiges Erhitzen verändert, und besonders die