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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ehrenlegion; Ehrenlegionsorden von Bolivia; Ehrenlegionsorden von Haïti; Ehrenmitglied

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Ehrenlegion - Ehrenmitglied.

die Umschrift: "Für Treue und Verdienst" zeigt, auf dem Revers: "L. A." mit Krone im Stern. Die zweite Klasse ist kleiner, die dritte von Silber. Die beiden Landesfürsten tragen dazu einen Stern, die erste Klasse das Kreuz am Hals. - 2) Fürstlich reußischer Hausorden. a) Jüngere Linie, gestiftet von Heinrich LXVII. 20. Okt. 1857 für Inländer, in zwei Klassen, erste von Gold, zweite von Silber. Die Dekoration ist ein achtspitziges Kreuz mit weiß emailliertem Schild: "Für treue Dienste" in einem Eichenkranz. Auf dem Revers: "F. R." mit Krone. Das Band ist amarantrot. b) Ältere Linie, gestiftet von Heinrich XIV. 24. Mai 1869 für Inländer und Ausländer, in drei Klassen. Die Dekoration ist ein achtspitziges Kreuz mit goldener Einfassung und Goldstrahlen zwischen den Armen, im Mittelschild auf dem Avers das Wappen, im Revers: "H." mit Fürstenhut. Die erste Klasse wird am Hals, die zweite Klasse kleiner, die dritte von Silber am amarantenen Band getragen. - 3) Schwarzburgischer Hausorden, gestiftet von Friedrich Günther und Günther Friedrich Karl 9. Juni 1857, in vier Klassen. Die Dekoration besteht für erste und zweite Klasse in einem achtspitzigen, weiß emaillierten Goldkreuz, in dem blauen Mittelschild ein gekrönter Löwe, im Revers der gekrönte Namenszug des betreffenden Fürsten. Die dritte Klasse trägt ein silbernes Kreuz mit blauem Schilde, die vierte mit silbernem Mittelschild. Das Band ist gelb mit drei blauen Streifen.

Ehrenlegion, der einzige gegenwärtig in Frankreich bestehende Militär- und Zivilverdienstorden, ward durch Konsularorder vom 29. Floréal des Jahres X (19. Mai 1802) gestiftet. Die weitere Organisation erhielt der Orden jedoch erst durch kaiserliches Dekret vom 22. Messidor XII (11. Juli 1804). Die Dekoration bestand aus einem fünfstrahligen, weiß emaillierten Stern, auf der einen Seite mit Napoleons Bild, von einem Eichen- und Lorbeerkranz umgeben, mit der Umschrift: "Napoléon, Empereur des Français", auf der Kehrseite der französische Adler mit Blitzen in den Krallen und der Inschrift: "Honneur et Patrie"; das Band war scharlachrot gewässert. Die Bourbonen behielten den Orden bei, verwandelten ihn jedoch durch Ordonnanz vom 21. Juni 1814 aus einem Verdienst- in einen Ritterorden, setzten an die Stelle des Kaiserbildes das Heinrichs IV., an die Stelle des Adlers die Lilien, nannten den Stern Kreuz (croix), die Kommandanten Kommandeure, die Legionäre Ritter. Die zweite Restauration (1816) setzte die Zahl der Großkreuze (grands-croix) auf 80, die der Kommandeure auf 400, die der Ritter auf 2000 fest. Die Julirevolution verwandelte die Lilien in zwei dreifarbige Fahnen und brachte über dem Stern eine königliche Krone an. Ein Beschluß vom 10. Sept. 1848 entfernte letztere aus dem Ordenszeichen und änderte die Form desselben dahin ab, daß das Zentrum des Sterns auf der einen Seite den Kopf Napoleons mit der Inschrift: "Bonaparte, premier consul, XIX mai 1802", auf der andern die beiden dreifarbigen Fahnen mit der Umschrift: "République Française" nebst der hergebrachten Devise enthalten sollte. Dagegen stellte ein Dekret vom 31. Jan. 1852 die vom Kaiser festgesetzte Form des Ordens wieder her, teilte ihn in Großkreuze, Großoffiziere, Kommandeure, Offiziere und Ritter. Die Ordensdekoration war ein Stern mit fünf doppelten Strahlen und einer Krone; auf dem Avers zeigte er in der Mitte das von einem Eichen- und Lorbeerkranz eingefaßte Bild Napoleons I. mit der Umschrift: "Napoléon, Empereur des Français" und auf dem Revers den kaiserlichen Adler mit der Devise: "Honneur et Patrie". Der Stern der Ritter bestand aus Silber, der der höhern Grade aus Gold. Die Ritter und Offiziere trugen den Orden an einem roten Band, letztere mit einer Rosette, die Kommandeure am Hals, die Großoffiziere dazu noch einen fünfstrahligen silbernen Stern und das Offizierskreuz, die Großkreuze das Kommandeurkreuz an breitem Band über die Schulter und dazu den Stern. Der Kaiser war der Großmeister des Ordens; die Verwaltung versah ein Großkanzler, der das Ordenshaus (Hotel de la Légion d'honneur) in der Rue de Lille zu Paris bewohnte. Die Mitglieder wurden auf Lebenszeit ernannt, verloren aber ihre Privilegien, sobald sie sich der französischen Bürgerrechte verlustig machten. Nach dem Sturz Napoleons III. und der Errichtung der Republik erhielt der Orden, der infolge des Kriegs von 1870 sehr reichlich ausgeteilt wurde, eine neue Organisation. Die Dekoration trägt statt des Bildes des Kaisers jetzt das der Republik mit der Umschrift: "République Française" und der Jahreszahl 1870, auf der Rückseite zwei Fahnen mit der Umschrift: "Honneur et Patrie". Auch wird sie statt der Krone von einem Kranz, halb Eichenlaub, halb Lorbeer, gehalten. Es gibt jetzt fünf Klassen des Ordens der E. mit streng normierter Anzahl von Diplomen und zwar von der fünften Klasse (Ritter) 25,000, vierten Klasse (Offiziere) 4000, dritten Klasse (Kommandeure) 1000, zweiten Klasse (Großoffiziere) 200 und ersten Klasse (Großkreuze) 70. Drei Fünftel der Anzahl in den verschiedenen Graden wird an Militär-, der Rest an Zivilpersonen gegeben. Militärs, welche die fünfte Klasse besitzen, erhalten 250, Offiziere 500, Kommandeure 1000, Großoffiziere 2000, Großkreuze 3000 Frank jährliche Pension. Ausländer können den Orden auch erhalten, zählen aber nicht mit. Außer dem Orden der E. bleibt für die Armee die Armeemedaille beibehalten, welche an 40,000 Personen ausgegeben werden darf und 100 Fr. Pension einbringt. Im Februar 1874 betrug die Zahl der Dekorierten im Zivil 28,919, im Militär 34,381. Da somit die Normalsumme von 30,270 um mehr als das Doppelte überschritten ist, so soll bis auf weiteres jede neue Verleihung erst nach Eintritt von zwei Vakanzen erfolgen dürfen. Zu der E. gehört die Maison nationale de St-Denis, eine Erziehungsanstalt für die Töchter, Schwestern und Nichten der Ordensmitglieder, womit zwei Sukkursalen verbunden sind, die eine in der Rue Babette zu Paris, die andre, la Maison des Loges, im Wald von St.-Germain, welche zusammen 400 Freischülerinnen fassen und von den Damen der Muttergotteskongregation geleitet werden. Die Kosten der E. betragen jährlich 7 Mill. Fr. S. Tafel "Orden". Vgl. Jerrold, Story of the legion of honour (Lond. 1877).

Ehrenlegionsorden von Bolivia, Orden des Freistaats Bolivia, gestiftet von Santa Cruz 1836 zu Ehren Bolivars. Die Dekoration besteht in einem brillantierten, achtspitzigen silbernen Stern, in dessen Mitte auf rot emailliertem Feld ein von einem blauen Rand eingefaßtes weißes Feld sich befindet, auf welchem in Relief das golden belorbeerte Brustbild Bolivars angebracht ist. In dem blauen Reif steht in Goldschrift: "Simon Bolivar Liberator", auf der Kehrseite: "Simon Bolivar en Coronel Bouffet de Montauban 1822". Der Orden wird an einem rot, gelb und grün gestreiften Band getragen.

Ehrenlegionsorden von Haïti, s. Faustin.

Ehrenmitglied, Mitglied einer Gesellschaft, Korporation etc., welches man zu einem solchen ernannt hat,