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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Eisenbahn-Zentralabrechnungsbüreau; Eisenbau

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Eisenbahn-Zentralabrechnungsbüreau - Eisenbau.

M.), Galizien und Ungarn nach Budapester (+23 M.), Belgien nach Brüsseler (-36 M.), Dänemark nach Kopenhagener (-3 M.), Frankreich nach Pariser (-44 M.), Großbritannien nach Greenwicher (-54 M.), Italien nach römischer (-4 M.), Niederlande nach Amsterdamer (-34 M.), Norwegen nach Christianiaer (-11 M.), Portugal nach Lissaboner (-1 St. 30 M.), Rumänien nach Bukarester (+52 M.), Rußland nach St. Petersburger (+1 St. 8 M.) und Moskauer (+1 St. 37 M.), Schweiz nach Berner (-24 M.), Spanien nach Madrider Zeit (-1 St. 8 M.). In Schweden erfolgt die Aufstellung nach "gemeinsamer bürgerlicher Zeit", welche zusammenfällt mit dem mittlern Meridian des Landes (7 Minuten höher als Berliner Zeit).

Eisenbahn-Zentralabrechnungsbüreau, Name eines österreichischen Instituts, welches, ähnlichen Zwecken wie die deutsche Eisenbahn-Abrechnungsstelle (s. d.) dienend, Abrechnung der österreichisch-ungarischen Eisenbahnen untereinander besorgt. Bis 1884 erstreckte das Zentralabrechnungsbüreau in Wien seine Thätigkeit sowohl auf die österreichische als auch auf die ungarische Reichshälfte. Seit 1. April 1884 ist indes für den Verkehr der ungarischen Bahnen untereinander ein getrenntes Zentralabrechnungsbüreau mit dem Sitz in Budapest eingerichtet worden. Der Dienst beider Eisenbahn-Zentralabrechnungsbüreaus zerfällt in den Revisions-, Abrechnungs- und den mit der Revision und Abrechnung verbundenen Korrespondenzdienst. Mit den Wiener Zentralabrechnungsbüreaus in Verbindung steht außerdem eine Zentralsaldierungsstelle, welche als gemeinsames Organ für das Wiener und Budapester Büreau fungiert. Durch diese wird der unmittelbare Barausgleich zwischen den einzelnen Bahnen entbehrlich gemacht, so daß gegenwärtig jede Bahnverwaltung monatlich nur eine Zahlung zu leisten oder zu empfangen hat, während sie ehedem monatlich so viele Zahlungen zu leisten und zu empfangen hatte, als Bahnen mit ihr im direkten Verkehr standen. Die Abrechnungen werden in der Regel schon gegen Ende des dem Abrechnungsbüreau nächsten Monats beendet. Demnächst müssen die Debetsaldi binnen acht Tagen nach erfolgter Versendung der Abrechnungen eingezahlt werden, während die Creditsaldi sofort nach Ablauf dieser Frist behoben werden können.

Eisenbau, im Gegensatz zum Stein- und Holzbau die Herstellung einzelner oder mehrerer zusammenhängender Bauteile aus Eisen. Gedrückte, stets einer ruhenden Belastung ausgesetzte Teile, wie die Stützen von Mauern und die Streben von Dachstühlen, werden hierbei entweder aus Gußeisen oder aus Schmiedeeisen, gezogene oder gedrückte, einer bewegten, mit Erschütterungen verbundenen Belastung ausgesetzte Teile aus Schmiedeeisen hergestellt. Da Gußeisen den 20fachen Druck des Holzes und 200fachen Druck des Steins, Schmiedeeisen den 10fachen Zug und Druck des Holzes und den 100fachen Druck des Steins ertragen kann, während das Eisen nur etwa 8mal soviel wie Holz und 4mal soviel wie Stein wiegt und trotz der bedeutenden Vervollkommnung seiner technischen Darstellung und mechanischen Verarbeitung zur Zeit im Preise sinkt, während Stein und Holz im Preise steigen, so wird bei zahlreichen Baukonstruktionen der Gegenwart Stein und Holz durch Eisen ersetzt. Hierzu kommt dem Holz gegenüber der Vorzug der geringern Feuersgefahr und manchen Steinkonstruktionen, z. B. Gewölben, gegenüber die Möglichkeit einer ungleich raschern Aufstellung. Der E. wird bei kleinern Objekten in Schlosserwerkstätten, bei größern Objekten in sogen. Eisenbauanstalten hergestellt und erstreckt sich auf Gegenstände des Hochbaues und des Ingenieurwesens, insbesondere des Brückenbaues. Im Hochbau gehören besonders die Dach- und Deckenkonstruktionen sowie die Stützen und Säulen dem E. an. Die Eisendächer werden sowohl über rechteckigen als zentralen Grundrissen mit geraden, gebrochenen oder gekrümmten Sparren hergestellt und erhalten die geeignete, aus Streben und Zugstangen bestehende Versteifungskonstruktion, während ihre Eindeckung meist mittels Metall, Schiefer oder Glas erfolgt oder auch aus je zweien dieser Materialien kombiniert wird. Unter die bedeutendsten Ausführungen dieser Gattung gehören die Dächer der Bahnhofshallen, großen Wintergärten und Saalbauten (s. Dach). Die Eisendecken werden meist aus einer Lage gewalzter Balken von I-förmigem Querschnitt hergestellt, mit welchen schwächere Quer- und Längsstäbe verbunden werden. Das hierdurch entstehende eiserne Gerippe wird über Wohnräumen unten meist mit einem Gipsguß überzogen, welcher den Plafond bildet, und oben mit hölzernen Dielen belegt, welche als Fußboden dienen. In Nutzbauten werden statt der eisernen Stäbe mit Vorteil Wellbleche über die Eisenbalken gelegt und mit Zement oder Asphalt ausgefüllt. Hierher gehören ferner die walzeisernen Balken, durch welche Fenster- und Thüröffnungen überdeckt werden, und welche zu Trägern der darüber befindlichen Mauern und Wände dienen (s. Decke). Die eisernen Stützen werden meist aus Gußeisen in Form von Röhren oder hohlen Säulen teils im Äußern, teils im Innern von Hochbauten verwendet und setzen sich bei Fabriken, Warenlagern u. dgl. nicht selten durch sämtliche Etagen fort, wo sie zusammengeschraubt und oft mit der gleichfalls eisernen Deckenkonstruktion verbunden werden. In Bauten, welche starken Erschütterungen ausgesetzt sind, werden solche Stützen zweckmäßiger aus Schmiedeeisen und zwar entweder aus mit kreuzförmigem Querschnitt gewalztem Façoneisen hergestellt, oder aus je vier Winkeleisen oder Quadranteisen zusammengesetzt.

Eisenfachwerkbau findet mehrfach an Stelle massiver Mauern und hölzerner Fachwerkswände Anwendung, indem er vor den erstern den Vorzug größerer Dichtigkeit und Raumersparnis, vor den letztern denjenigen größerer Dauer sowie vollkommener Sicherheit vor Feuersgefahr und Schwammbildung, vor beiden aber den Vorzug größerer Festigkeit darbietet. Die Konstruktion des Eisenfachwerkbaues ist verschieden, je nachdem derselbe das eiserne, später auszumauernde Gerippe der Umfangs- und Zwischenwände eines Hochbaues bilden oder nur als Ersatz starker, massiver Mauern durch schwächere dienen oder Holzfachwerkwände ersetzen soll. Im ersten Fall besteht derselbe meist aus einer etwa 14×1 starken, auf gemauertem Sockel ruhenden Fußplatte, worauf die im Querschnitt I-förmigen, ca. 14×1×4×1 starken Zwischenpfosten sowie die aus je zwei ebensolchen, unter rechten Winkeln zusammenstoßenden Pfosten und einem Winkeleisen bestehenden Eckpfosten mittels an jene Fußplatte angenieteter Winkellappen durch Schrauben befestigt werden. Diese Pfosten erhalten einen Abstand von je 1-1,5 m und werden in Stockwerkshöhe durch je zwei im Querschnitt I-förmige; ca. 8×1×4×1 starke Riegel mittels konsolenartig gebogener Flacheisen durch Niete verbunden, welche Riegel zugleich die im Querschnitt I-förmigen Deckenbalken aufnehmen. Thür- und Fensterstürze werden aus ähnlichen doppelten, durch