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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Elastizitätsmesser - Elba.

Optik (das. 1877); Grashof, Theorie der E. (2. Aufl., Berl. 1878); Neumann, Vorlesungen über die Theorie der E. fester Körper und des Lichtäthers (hrsg. von Meyer, Leipz. 1885).

Elastizitätsmesser (Elaterometer), Instrument zur Messung der Spannung von Gasen und Dämpfen, wie das Manometer und das abgekürzte Barometer (Barometerprobe).

Elatea (Elateia), die bedeutendste Stadt der altgriechischen Landschaft Phokis, lag in fruchtbarer Ebene, am Fuß des Knemisgebirges, etwa 6 km nördlich vom Kephisos, am Ausgang eines wichtigen, von Lokris nach Phokis führenden Passes und besaß ein großes Theater und einen berühmten Asklepiostempel. Nordöstlich dabei auf einem Felshügel lag ein Tempel der Athene Kranäa. Von Xerxes wurde die Stadt eingeäschert; 338 v. Chr. besetzte und befestigte sie Philipp von Makedonien, der sich dadurch zum Herrn von Mittelgriechenland machte. Die Römer plünderten sie 198, erhoben sie aber im Mithridatischen Krieg zur Freistadt, weil sie dem Feldherrn des Mithridates, Taxiles, erfolgreichen Widerstand geleistet hatte. Jetzt Ruinen beim Dörfchen Lefta, in welchen seit 1884 die Franzosen Ausgrabungen veranstalten. Freigelegt wurden bisher der oben erwähnte dorische Tempel der Athene Kranäa (33,10 m lang, 13,60 m breit); auch Reste der Bildsäule der Göttin fanden sich.

Elateas (d. h. Tannenberg), ein 1410 m hohes Gebirge in Griechenland, dem alten Kithäron, der Grenzscheide zwischen Attika u. Böotien, entsprechend.

Elateren (Schleuderzellen), die bei vielen Lebermoosen im Sporogonium neben den Sporen erzeugten spindelförmigen Zellen mit Spiralbandverdickung; auch die beiden an der Spore der Schachtelhalme (s. d.) befestigten Schraubenbänder.

Elateridae (Schnellkäfer), Familie aus der Ordnung der Käfer, s. Schnellkäfer.

Elaterit (elastisches Erdpech), Mineral aus der Ordnung der Harze, findet sich derb, eingesprengt, nierenförmig, als Überzug, ist gelblich bis schwärzlichbraun, fettglänzend, kantendurchscheinend bis undurchsichtig, sehr zäh, elastisch biegsam, oft klebrig, spez. Gew. 0,8-1,23, von starkem, bituminösem Geruch und leicht brennbar mit leuchtender, rußender Flamme. Der E. ist ein Kohlenwasserstoff oder ein Gemisch von solchen, findet sich im Bergkalk mit Bleiglanz bei Castletown in Derbyshire, im Steinkohlensandstein bei Montrelais und Vouvant in Frankreich und in Braunkohlenlagern bei New Haven in Connecticut. In Südaustralien kommt E. auf sandigem Boden vor und erscheint, wenn er abgebrannt wurde, nach einiger Zeit von neuem. Dies Mineral liefert bei trockner Destillation 82 Proz. flüssige Kohlenwasserstoffe und eignet sich zur Leuchtgasfabrikation.

Elaterium, der eingedickte Saft der Spring- oder Eselsgurken, Momordica E. L. Man unterscheidet im Handel zwei Sorten: das E. album anglicum, aus dem die Samen umgebenden Safte der unreifen Früchte erhalten, bildet eine weißgraue oder grünliche, bröckelige, geruchlose Masse, schmeckt brennend scharf und bitter; E. nigrum germanicum, aus dem ausgepreßten Safte der reifen Früchte dargestellt, ist dunkel grünbraun, in Wasser und Alkohol löslich, schmeckt widerlich bitter, nicht scharf. E. enthält als wirksamen Bestandteil Elaterin (Elatin) C20H28O5 ^[C_{20}H_{28}O_{5}], welches farb- und geruchlose Kristalle bildet, sehr bitter und scharf schmeckt und in Wasser unlöslich, in heißem Alkohol leicht löslich ist. E. ist eins der heftigsten Abführmittel, dem Krotonöl vergleichbar, aber noch unangenehmer als dieses wirkend, und wird deshalb bei uns nur sehr selten angewandt.

Elaterometer, s. v. w. Elastizitätsmesser.

Elath, einheimischer Name von Älana (s. d.).

Elatinaceen (Tännelgewächse), dikotyle, etwa 20 Arten umfassende Familie aus der Ordnung der Cistifloren, Sumpf- und Wasserpflanzen mit gegen- oder quirlständigen Blättern und kleinen, meist achselständigen, drei- bis sechszähligen Blüten.

Elation (lat.), Erhebung, Überhebung, Hochmut.

Elayl, s. v. w. Äthylen.

Elaylum chloratum, Äthylenchlorid, s. Äthylen.

Elba, ital. Insel im Mittelländischen Meer, zur Provinz Livorno gehörig und einen eignen Kreis bildend, liegt zwischen Corsica und dem Festland, von dem sie durch den 15 km breiten Kanal von Piombino getrennt wird (s. Karte "Italien"); sie ist 222 qkm (4 QM.) groß und fast durchgehends von Bergen bedeckt. Man unterscheidet drei kleine Bergsysteme, denen die Meereseinschnitte entsprechen: ein östliches mit dem Monte Giovi und Monte Calamita auf den beiden Halbinseln, ein mittleres mit dem Monte Orello und ein westliches System mit dem höchsten Punkte der Insel, dem 1030 m hohen, im Winter Schnee tragenden Monte Capanna. Die Küsten sind steil und felsig und bieten zahlreiche Buchten. Die Insel ist gut bewässert, das Klima gesund und mild. Die Berge sind mit der Mittelmeervegetation bedeckt, die Wein-, Oliven- und Maulbeerpflanzungen von Kaktus- und Agavenhecken umgeben. Die Zahl der Bewohner beträgt (1881) 23,997. Der wichtigste Erwerbszweig ist die Gewinnung von Eisenerz, welches sich in vorzüglicher Güte insbesondere bei Rio Marina und Rio Castello findet und bei einer durch die Regierung auf 200,000 Ton. beschränkten Ausbeutung durch 900 Arbeiter, worunter 270 Bagnosträflinge (dieselbe ist von der italienischen Regierung pachtweise an eine Gesellschaft überlassen), nach England, Frankreich und dem italienischen Festland ausgeführt wird. Auch Serpentin, Kalk, Granit und Marmor werden gebrochen. Dazu liefern die Lagunen Salz, auch ist die Thunfischerei an den Küsten sehr ergiebig. Das Innere der Insel liefert trefflichen Wein und Getreide. Die wichtigsten der fünf Häfen sind Porto Ferrajo und Porto Longone, beide stark befestigt und durch eine schöne Straße miteinander verbunden, und Rio Marina. In sämtlichen Häfen sind (1884) 5187 Fahrzeuge von 311,147 Ton. eingelaufen. Die Ortschaften auf der Insel sind in folgende vier Gemeinden vereinigt: Porto Ferrajo (Hauptstadt), Rio, Porto Longone und Marciana. Zu E. gehören noch die meist von Fischern bewohnten kleinen Inseln Pianosa, Palmajola, Cerboli, Troja und Montecristo. - Im Altertum hieß E. Äthalia (d. h. die Glänzende, von dem mit Granitmassen umgebenen Eisengebirge), später Ilva und endlich Isola d'Elva oder E. Die Insel war frühzeitig wegen ihres Reichtums an Eisen berühmt. Sie war nacheinander in den Händen der Phöniker, Griechen (Phokäer), Karthager, Etrusker, zuletzt der Römer. Im 10. Jahrh. kam sie an Pisa, 1290 an Genua, später an Spanien, welches damit die Herzöge von Soria und Fürsten von Piombino belehnte; doch besaß der Großherzog von Florenz das von Cosimo I. 1537 erbaute Porto Ferrajo und der König von Sizilien Porto Longone. 1736 kam die Insel unter die Oberherrlichkeit Neapels, 1801 im Lüneviller Frieden an das neue Königreich Etrurien, nach dessen Auflösung (November 1803) an Frankreich. Sie bildete zuerst ein eignes Departement, wurde später dem Departe-^[folgende Seite]