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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Elbassan; Elbe

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Elbassan - Elbe.

ment des Mittelländischen Meers einverleibt und bildete endlich mit den übrigen toscanischen Inseln ein dem Generalgouvernement des Großherzogtums Toscana einverleibtes Nebenland. Nach Napoleons erster Abdankung wurde ihm die Insel E. mit vollen Souveränitätsrechten als ein Fürstentum überlassen; er traf 4. Mai 1814 daselbst ein, legte einige Landstraßen an und traf andre gute Einrichtungen, verließ aber die Insel schon 26. Febr. 1815 wieder. Durch die Wiener Kongreßakte kam E. 1815 wieder an ihre frühern Besitzer unter toscanischer Landeshoheit und ging mit Toscana an das Königreich Italien über. Vgl. Simonin, La Toscane et la mer Tyrrhénienne (Par. 1868); Pullé, Monografia agraria del circondario dell' E. (Porto Ferrajo 1879); Fatichi, Isola d'E. (Flor. 1885). Eine geologische Karte der Insel gab Meneghini (Mail. 1885) heraus.

Elbassan, Stadt in Albanien, Wilajet Janina, am Schkumbifluß, in 130 m Höhe gelegen, Sitz eines griechischen Bischofs, hat an 20 Moscheen, eine griechische Kirche und 1600 Häuser mit ca. 8000 Einw. Die Märkte dieser Stadt, welche Kupfer- und Eisenwaren fabriziert, sind sehr belebt. In der Umgegend sehr viel Ölbäume. In der Nähe westlich das um 1000 gegründete griechische Johanneskloster und 11 km südwestlich zahlreiche warme Schwefelquellen.

Elbe (bei den Römern Albis, Albios, tschech. Labe), einer der Hauptströme Deutschlands und der wichtigste Fluß Norddeutschlands, entsteht in Böhmen aus dem Zusammenstoß zahlreicher Bäche, die auf dem Kamm des Riesengebirges von dem Großen Rad bis zur Schneekoppe entspringen. Zwei dieser Bäche werden indes als die Hauptquellen der E. betrachtet: das Weißwasser, welches am Brunnberg unweit der Schneekoppe auf der sogen. Weißen Wiese (1400 m ü. M.) entspringt, durch den Teufelsgrund in den Weißwassergrund über nackte Granitbänke hinabeilt, und der Elbseifen oder Elbbach, der, an 15 km vom Ursprung des vorigen entfernt, südlich unter dem Großen Rad aus den zahlreichen Quellen der Elbwiese entsteht. Mit andern Quellen bereinigt, stürzt der Elbseifen als 20 m hoher Elbfall in den tief eingeschnittenen Elbgrund und vereinigt sich bald mit dem doppelt so starken Weißwasser, worauf der Fluß den Namen E. annimmt (680 m ü. M.). Der so entstandene Fluß wendet sich nun nach S., durchbricht den südlichen oder böhmischen Kamm des Riesengebirges und stürzt durch eine tiefe Wildnis zwischen steilen, meist mit Nadelholz bewachsenen Wänden tosend den Gebirgsabhang hinunter. Bei Hohenelbe (455 m) tritt er aus dem Gebirge, und das bis dahin 40 m auf 1 km betragende Gefälle mäßigt sich. Von hier an ist die E. wasserreich genug, um zum Holzflößen zu dienen. Von Hohenelbe fließt sie 75 km weit zuerst nach SO., dann nach S. und empfängt auf dieser Strecke von links her die Aupa und Metau (zwischen Jaromir und Josephstadt) und die Adler (bei Königgrätz). Die Ufer sind nun flach geworden. Am Südrand des Elbkessels bei Pardubitz wird aus der Südrichtung des Flusses eine westliche und oberhalb Brandeis, nachdem die Iser zugeflossen ist, eine nordwestliche. Bei Melnik vereinigt sich die E. mit der Moldau, dem eigentlichen Hauptfluß Böhmens, wodurch sie schiffbar wird, und weiterhin bei Leitmeritz nimmt sie die Eger auf. Nicht weit unterhalb der Egermündung, von Lobositz an, werden die Ufer hoch und felsig und das Thal eng; der Fluß beginnt zwischen dem Mittelgebirge durchzubrechen, und die romantische Thalsenke nimmt ihren Anfang, die erst am Ausgang des sächsischen Berglandes, bei Meißen, völlig endigt. Auf dieser Strecke geht dem Fluß noch in Böhmen links die Biela, der Scheidefluß zwischen Mittel- und Erzgebirge (bei Aussig), rechts der Polzen (bei Tetschen) zu. Von Aussig an nach einer starken Krümmung in nördlicher Richtung fließend, erreicht die E. bei Herrnskretschen die böhmische Grenze und tritt, das Elbsandsteingebirge durchbrechend, in Sachsen ein. Ihre Breite beträgt hier bereits 130 m. In nordwestlicher Hauptrichtung, aber mehrfach gewunden, durchfließt sie hier zunächst die sogen. Sächsische Schweiz (s. d.), wo sich hinter den Wiesen und Nadelwäldern des schmalen Thals die steilen Sandsteinwände fast bis zu 300 m Höhe erheben, und tritt dann, 216 m breit, in den Thalkessel von Dresden. Der Strom empfängt auf dieser Strecke rechts die Sebnitz und Wesenitz, links die Müglitz und Weißeritz. Das Elbthal unterhalb Dresden bis Meißen, wo links die Triebisch mündet, ist noch immer ein Durchbruchsthal mit bedeutenden Uferwänden.

Darauf tritt der Fluß in das Tiefland und strömt, die nordwestliche Richtung beibehaltend, bis gegen Wittenberg hin in breitem, flachem Thal mit niedrigen Ufern. Seine Breite beträgt bei Torgau 316 m. Das Gefälle ist bis Wittenberg noch immer bedeutend, da der Strom von Meißen bis unterhalb Strehla, wo er in die preußische Provinz Sachsen eintritt, noch 2,5 m, von hier bis Wittenberg 1,7 m auf der Strecke von 7,5 km fällt. Noch oberhalb Wittenberg, da, wo die Schwarze Elster mündet, wendet sich der Strom, von dem herantretenden unbedeutenden Hochrücken des Fläming gedrängt, auf eine Strecke von 60 km (bis Aken) nach W.; aber von Aken bis Magdeburg, 38 km weit, fließt er wieder in nordwestlicher Richtung. Bei Magdeburg, das als bedeutsamer Punkt des Elblaufs hervortritt, ist er 242 m breit. Die Richtung wird von hier an bis zur Havelmündung nordnordöstlich, und unterhalb der Stadt durchsetzen zum letztenmal Felsenriffe (von Rotliegendem) das Flußbett. Von Tangermünde (32 m ü. M.) an abwärts beginnt in der E. Inselbildung. Die Uferränder des Stroms sind noch immer erhöht; bald ist das linke, bald das rechte Ufer das beherrschende. An Nebenflüssen empfängt die E. auf der Strecke von Wittenberg bis zur Havelmündung: links die Mulde, Saale und Ohre; rechts die Ehle, Ihle, den Plaueschen Kanal, der die Havel mit der E. verbindet, und die Havel selbst. Von der Havelmündung (22 m ü. M.) an verfolgt der Strom wieder die nordwestliche Hauptrichtung und durchfließt, über 500 m breit, erst in gewundenem Lauf, dann langgestreckt die Senke zwischen dem Landrücken der Lüneburger Heide und dem Mecklenburger Seenplateau. Der Wasserspiegel liegt bei Wittenberge 20, bei Lauenburg 5 und bei Hamburg noch 1 m ü. M. Oberhalb Hamburg beginnt er sich zu teilen. Der stärkste, südliche Arm zerspaltet sich oberhalb Harburg in die Süderelbe und die nach N. und bei Hamburg vorbeigehende Norderelbe, die von SO. die Dove- und Goseelbe aufnimmt, welche die Gewässer aus den Vierlanden ableiten. Das Gebiet zwischen Harburg und Hamburg ist ein Gewirr von Flußarmen und Flußinseln. Endlich bei Blankenese, wo die Ufer noch einmal schön und malerisch sind, sind alle Arme wieder vereinigt, und der Strom ist 3 km breit. Weiter abwärts erweitert er sich immer mehr: so beträgt seine Breite unterhalb Brunsbüttel 7 km und an der Mündung bei Kuxhaven 15 km. Doch hat bei der Menge der Sandbänke und Untiefen das eigentliche, 7,5-9 m tiefe Fahrwasser nur eine geringe Breite und ist sorgsam be-^[folgende Seite]