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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Elfenbeinschwamm - Elfsborg.

Fächer etc. Gewisse wilde Stämme Afrikas bearbeiten die Elefantenzähne äußerst geschickt und geschmackvoll, indem sie figürliche Darstellungen darauf schnitzen, welche den Zahn wie ein Band umschlingen. Infolge der Beziehungen zu den Portugiesen sind diese Schnitzereien zum Teil durch europäische Formen beeinflußt und zeigen einen ganz eigentümlichen Charakter. In Indien ist die E. seit uralten Zeiten heimisch; doch werden hier nicht bloß die Stoß-, sondern auch die Backenzähne der Elefanten vielfach zu Schnitzereien verwandt, z. B. auf Ceylon. Heute ist die C. über ganz Indien verbreitet; man fertigt Möbel daraus, Toilettengegenstände und Schmucksachen, schnitzt Tiere aller Art, kleine Boote, Sänften, Früchte, Blumen, welche zum Teil gefärbt werden. Götterbilder und Figuren für Spiele sind in E. gleichfalls sehr verbreitet. In Ostasien ist Japan weniger durch E. bekannt als durch eingelegte Arbeit in Elfenbein. Platten des kostbaren Materials, auch kurze Cylinder werden mit Goldlack bemalt und mit Perlmutter, Korallen, Steinen eingelegt. Dagegen liefert China seit alten Zeiten hochberühmte Schnitzereien. Bekannt sind die durchbrochenen Kugeln, deren oft mehr als ein Dutzend, bis 30, ineinander geschnitzt sind; berühmt sind in neuerer Zeit die ganzen Zähne, welche, über und über mit Schnitzereien, zum Teil à jour, bedeckt, auf hölzernen Untersätzen einen beliebten Zimmerschmuck auch in Europa abgeben. Büchsen, Dosen, Tablette aller Art, mit eingeschnittenen oder frei gearbeiteten Verzierungen, Blumen, Insekten dekoriert, zum Teil mit feinstem Farbengefühl bemalt, trifft man in den Kunstsammlungen öfters an. Die durchbrochen geschnitzten Körbchen und Dosen sind oft wahre Wunderwerke der Schnitzerei. Die Chinesen fertigen auch Flechtarbeiten aus fein gespaltenen Elfenbeinspänen und benutzen derartige Geflechte als Unterlage für flach geschnitzte und gefärbte Blumen zu Fächern. Vgl. Wyatt, Notices of sculpture in ivory (Lond. 1856); Maskell, Ivories ancient and mediaeval (das. 1875); Westwood, Descriptive catalogue of fictil ivories in the South-Kensington Museum (das. 1876).

Elfenbeinschwamm, s. Agaricus IV.

Elfenbeinschwarz (Beinschwarz, gebranntes Elfenbein, Ebur ustum, Kasseler oder Kölner Schwarz), bei Luftabschluß verkohlte Elfenbeinabfälle oder Röhrenknochen, zeichnet sich durch seine rein schwarze Farbe aus und gibt gepulvert, mit Wasser ausgewaschen und getrocknet eine gut deckende Ölfarbe; als Wasserfarbe ist es nicht zu benutzen. Das E. des Handels ist in der Regel Knochenkohle (s. d.).

Elfenbeinsurrogate, s. Elfenbein.

Elfenfurche, im nördlichen Europa Name der Ackerfurchen prähistorischer Völker, s. Hochäcker.

Elfenpfeile, Volksbezeichnung für Steinpfeile.

Elfentanz, s. Hexenring.

Elfern (in Österreich Elfmandeln genannt), ein einfaches Spiel unter Zweien mit Pikettkarte. Jeder Spieler erhält sechs Blätter; die übrigen Karten bilden den Talon. Trumpf gibt es nicht. Es wird ausgespielt, abgehoben und nur zuletzt (nach Erschöpfung des Talons) bedient und überstochen, wie in dem jetzt verbreiteten Sechsundsechzig (s. d.). Der Gewinn des Spiels wird aber nicht durch Augen entschieden, sondern durch die Mehrzahl der Bilder, die jemand in seinen Stichen hat. Da As, König, Dame, Bube und Zehn Bilder sind, so bedeuten elf Bilder den Gewinn, zehn einen "Ständer", welcher durch das nächste Spiel mit entschieden wird. Die Karten stechen sich in natürlicher Folge. Meist spielt man das E. in Touren zu zwölf Strichen, wobei man 11-14 Bilder zu einem Strich, 15-19 Bilder zu zwei Strichen und 20 Bilder zu vier Strichen rechnet. Die Tour gewinnt man wieder doppelt, wenn der Gegner unter sieben Striche hat, dreifach, wenn er unter vier, vierfach, wenn er keinen Strich hat.

Elf Hoch (Hamburgern), weitverbreitetes und beliebtes Glücksspiel mit drei Würfeln.

Elfkarleby, Kirchspiel im schwed. Län Upsala, von der Eisenbahn Upsala-Gefle durchschnitten, 230 qkm mit (1880) 5138 Einw., an der Mündung der Dalelf (s. d.), welche bei Elfkarleö einen 15 m hohen und 75 m breiten Wasserfall bildet.

Elfsborg, ein Län im südwestlichen Schweden, auch nach der Hauptstadt Wenersborg-Län genannt, umfaßt die Landschaft Dalsland und den größern, weniger fruchtbaren südlichen Teil von Westgotland, belegen im SO. des Wenersees, von dem die seichte Bucht Dettern in das Land einschneidet, übrigens begrenzt von den Länen Skaraborg, Jönköping, Halland und Gotenburg mit Bohus, enthält 12,825,3 qkm (233 QM.) mit (1885) 282,812 Einw. Der nördliche Teil an der Grenze von Skaraborg ist eben, das übrige Land, besonders an der Grenze vom Jönköping-Län, bergig, waldreich und erfüllt von kleinen Landseen, Mooren und Sümpfen; die höchsten Punkte sind gegen 300 m hoch. Die bekanntesten Berge sind der Halle- und der Hunneberg östlich von Wenersborg, geschieden durch ein romantisch schönes Thal, durch welches die Landstraße und die Eisenbahn geführt sind. Unter den Flüssen ist die Göta-Elf mit ihren Kanälen wichtig. Es gibt hier große, zusammenhängende, unfruchtbare Sandfelder; davon bilden die "Svältor", die jetzt mit Wald bepflanzt werden, eine der traurigsten Gegenden. Im nordwestlichen Teil, westlich von der Göta-Elf, ist der Boden besser. Man schätzte 1880 das Gartenland auf 13,5 qkm, die Äcker auf 1680 qkm, Wiesen auf 1200 qkm und die Wälder auf 4100 qkm. In den fruchtbarern Gegenden ist Ackerbau die Hauptbeschäftigung, doch vermag der Ertrag desselben das eigne Bedürfnis nicht zu befriedigen. Hafer wird am meisten gebaut (1882: 2,4 Mill. hl), demnächst Kartoffeln (742,000 hl) und Roggen (315,000 hl), Bohnen, Gerste und Weizen nur in geringer Menge. Die Viehzucht ist noch zurück, doch in gutem Fortschritt begriffen. Man zählte 1880: 26,253 Pferde, 153,923 Stück Rindvieh, 88,839 Schafe, 1208 Ziegen und 26,272 Schweine. Die Wälder sind zwar noch bedeutend, aber sehr mitgenommen. Brenntorf ist in mehreren Gegenden vorhanden. Bergwerke gibt es nicht, aber Mühlen- und Schleifstein- sowie Schieferbrüche. An industriellen Anlagen bestehen: eine Eisengießerei, mechanische Werkstätten, Holzstofffabriken bei Trollhättan, Sägewerke bei Trollhättan und Lilla Edet, zahlreiche Ziegeleien, 4 Papierfabriken, 4 mechanische Baumwollspinnereien, auch eine Weberei u. a. Die Hausindustrie, welche hier fabrikmäßig fast ausschließlich von dem weiblichen Geschlecht betrieben wird, erstreckt sich vorzüglich auf das Weben baumwollener Zeuge. Auf dem Wenersee und der Göta-Elf werden Schiffahrt und Bootbau betrieben. Von den Eisenbahnen, deren Gesamtlänge 1882: 476 km betrug, geht die westliche (zwischen Stockholm und Gotenburg) hindurch, und auch die südliche (zwischen Falköping und Jönköping und weiter nach Malmö) berührt das Län; von der erstern zweigen sich bei Herrljunga Bahnen ab gegen W. über Wenersborg nach Uddevalla und gegen S. nach Borås, welch letztere bis Warberg fortgesetzt ist, und von der letztern eine bei Wartofta nach Ulricehamn. Den Namen hat