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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Eli - Eligius, St.

Eli, Hoherpriester zu Schilo beider Stiftshütte und 40 Jahre lang Richter in Israel, Vorgänger des von ihm erzogenen Samuel. Die freche Anmaßung seiner Söhne Chophni und Pinehas, von denen er sich seines hohen Alters wegen beiden priesterlichen Geschäften vertreten ließ, sah er mit Unmut, vermochte ihr aber nicht zu steuern. Sein jäher Tod wird 1. Sam. 4, 13-18 erzählt. Der Talmud läßt von ihm die beiden Gesetzlehrer Abaji und Rabba (3. und 4. Jahrh. n. Chr.) abstammen.

Eliä Ordensbrüder, s. v. w. Karmeliter.

Elīas (eigentlich Eliahu), Prophet im Reich Israel unter Ahab und Ahasja (875-851 v. Chr.), aus Thisbe in Gilead, der kräftigste Vertreter des ältern Prophetentums, ausgezeichnet durch seinen Eifer für den Jehovahkultus gegenüber dem götzendienerischen Königspaar Ahab und Isebel. Er bekämpfte rücksichtslos deren religiöse Neuerungen und wußte das durch eine lange Dürre und Hungersnot in Verzweiflung gesetzte Volk bei einer feierlichen Opferhandlung auf dem Berg Karmel zu überzeugen, daß die Not des Landes von Gottes Zorn herrühre, worauf die Baalspriester vom empörten Volk erschlagen wurden. Wenn diese und andre Züge aus seinem Leben von der biblischen Erzählung in das Gewand der Wundersage gekleidet wurden, wie er denn auch am Schlusse seines Lebens mit feurigen Rossen im Wetter gen Himmel gefahren sein soll, so erhellt daraus nur der überaus mächtige und lange nachwirkende Eindruck, welchen die Heldengestalt des E. im Gedächtnis des Volkes zurückließ. Ebendeshalb erwartet auch Maleachi 3, 23. 24 (4, 5) sein Wiedererscheinen als Ankündiger des großen Gottesgerichts, und im Neuen Testament (Matth. 11, 14; 17, 11-13; Luk. 1, 17; Mark. 9, 13; Offenb. 11, 3 f.) ist seine Wiederkunft vom Himmel in Aussicht gestellt, um das Messiasreich auf Erden aufzurichten.

Elias (spr. ilēīas), Ney, engl. Reisender, nahm 1868 den Unterlauf des Huangho auf und gab davon 1872 eine Karte in zwei Blättern heraus. Ende 1872 ging er durch die Wüste Gobi und die westliche Mongolei bis Biisk, stellte zahlreiche Höhenmessungen an und bewies, daß die Wüste Gobi eine von ONO. nach WSW. verlaufende, allmählich sich nach O. senkende Mulde bildet. Die Geographische Gesellschaft zu London verlieh ihm dafür ihre goldene Medaille. Weitere Reisen machte E. 1874 am Irawadi und 1879 in Ostturkistan.

Eliasäpfel, s. v. w. Koloquinten.

Eliasberg, 1) (Mount St. Elias) vielleicht der höchste Berggipfel Nordamerikas, unter 60° 8' nördl. Br. und 141° 20' westl. L. v. Gr., dicht beim Stillen Ozean, auf der Grenzscheide von Alaska und Britisch-Amerika, nach Dall 5950 m hoch und zur See weithin sichtbar, gilt für einen noch thätigen Vulkan.

2) Höchster Berg der griech. Insel Ägina, gewöhnlich nur Oros ("Berg") genannt, 534 m hoch, mit einer Kapelle des heil. Elias, welche die Stelle des Heiligtums des panhellenischen Zeus einnimmt (s. Ägina). Auch sonst kommt der Name E. (Hagios Ilias) in Griechenland öfters vor.

Eliasfeuer, s. Elmsfeuer.

Elidieren (lat.), heraus-, ausstoßen, besonders einen Vokal; s. Elision.

Elie de Beaumont (spr. eli dö bomóng), Jean Baptiste Armand Louis Léonce, Geolog, geb. 25. Sept. 1798 zu Canon (Calvados), studierte seit 1819 an der École des mines in Paris, ward 1825 mit Dufrénoy, Coste und Perdonnet nach England gesandt, um die Bergwerksverhältnisse in Cornwall zu studieren, worüber er mit den genannten Forschern in dem Werk "Voyage métallurgique en Angleterre" (Par. 1827, 2. Aufl. 1837) Bericht erstattete. Seit 1825 war er nebst Dufrénoy mit der geologischen Durchforschung Frankreichs beschäftigt, wobei die Grundsätze, welche durch die Wernersche Schule in Deutschland ins Leben gerufen waren, vorzüglich maßgebend wurden. Die mit Dufrénoy gemeinschaftlich herausgegebenen Arbeiten, welche auf diese Karte Bezug haben ("Mémoires pour servir à une description géologique de la France". 1833-1838, 4 Bde., etc.), bilden die wesentlichste Grundlage für die praktische Geologie in Frankreich. Die Carte géologique de la France (mit Dufrénoy, Par. 1840; 2. Aufl. 1855, mit 2 Bänden Text), sein Hauptwerk, ist in wissenschaftlicher und technischer Beziehung von hohem Wert. Seit 1829 Professor der Geologie an der École des mines, seit 1832 auch am Collège de France, ward E. 1835 zum Mitglied der Akademie, 1856 zum ständigen Sekretär derselben erwählt; auch wurde er Ingenieur en chef des mines und Senator des Kaiserreichs. 1867 ward er mit der Leitung der Arbeiten für eine neue geologische Karte in größerm Maßstab beauftragt, deren rasche Förderung aber durch die Kriegsereignisse merklich gestört worden ist. Er starb 22. Sept. 1874 auf seinem Schloß Canon bei Caen. Als eine Frucht seines Verkehrs mit Humboldt und Buch sind auch die "Recherches sur quelques-unes des révolutions de la surface du globe" (Par. 1834) und "Notices sur les systèmes des montagnes" (das. 1852) anzusehen, welche den Namen Elie de Beaumonts am meisten bekannt gemacht haben. Er sucht darin die Hebungs- oder Streichungsrichtung der Gebirge in gesetzlichen Zusammenhang zu bringen mit der Kugelform und der fortschreitenden Erkaltung es Erdkörpers. Die verschiedenen Hebungssysteme repräsentieren die Runzeln des erkaltenden Erdkörpers, und diese Runzeln sollen einem bestimmten mathematischen Gesetz gehorchen und im allgemeinen den Kanten einer Kristallform, eines Pentagondodekaeders, entsprechen. Außer in Frankreich hat diese Anschauung kaum Anhänger gefunden, doch wirkte sie anregend auf das Studium des relativen Alters der Gebirgsketten.

Eliēser, hebr. Name, s. v. w. Gotthelf, später Lazarus. Unter den biblischen Personen dieses Namens ist die bekannteste Abrahams Hausältester, der den Auftrag erhielt, für Isaak ein Weib aus Abrahams Verwandtschaft zu suchen, und ihm die Rebekka zuführte (1. Mos. 24).

Elieser ben Hyrkanos (in der Mischna nur Rabbi Elieser genannt), jüd. Gesetzlehrer (Tana) im 1. Jahrh. n. Chr., studierte gegen den Willen seines Vaters, den die spätere Gelehrsamkeit des Sohns versöhnte, in Jerusalem und erlangte eine seltene Berühmtheit. Eliesers Lehrhaus war in Lydda, doch hielt er sich auch in Jamnia und Cäsarea auf. Das späterer Zeit angehörige Buch "Boraita (Pirke) R. Elieser" (lat. von Vorstius) ward ihm zugeschrieben.

Eligieren (lat.), auswählen; eligibel, wahlfähig, wählbar; Eligibilität, Wählbarkeit.

Eligĭus, St., Bekehrer der Flandrer, geboren um 588, kam als Goldschmied nach Paris (deshalb Schutzpatron der Goldschmiede) und erlangte namentlich an Dagoberts Hof großen Einfluß, den er zu gunsten der Kirche, der Klöster und der Armen benutzte. Nach Dagoberts Tod wurde E. vom Majordomus gezwungen in den geistlichen Stand zu treten, und zum Bischof von Noyon geweiht, als welcher er einen großen Einfluß auf die fränkische Reichskirche übte, aber auch den Bar-^[folgende Seite]