Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ellissen; Ellitschpur; Ellmenreich; Ellor; Ellora

567

Ellissen - Ellora.

Madagascar" (neue Ausg. 1871). Vgl. H. Allen, Life of William E. (Lond. 1873).

2) Alexander John, vormals Sharpe, engl. Phonetiker, geb. 14. Juni 1814 zu Hoxton, ward in Shrewsbury, Eton und zu Cambridge gebildet und studierte auch eine Zeitlang am Middle Temple Rechtsgelehrsamkeit, ohne aber je zu praktizieren, ward 1864 Fellow der Royal Society, 1870 der Society of Antiquaries. Außer zahlreichen Abhandlungen in den "Proceedings" der Royal Society (1859-66) hat er veröffentlicht: "Alphabet of nature" (1845); "An extension of phonography to foreign languages" (1848); "The essentials of phonetics, containing the theory of an universal alphabet" (1848); "A plea for phonetic spelling" (2. Ausg. 1848); "Romanic reading explained to phonetic readers, printed phonetically" (1849); "Universal writing and printing" (1856); "On early English pronunciation" (1869-71, 3 Bde.); "Glossic" (1870). Auch lieferte er Übersetzungen von Ohms "Geist der mathematischen Analysis" (1868) und Helmholtz' "Lehre von den Tonempfindungen" (1875).

Ellissen, Adolf, Litterarhistoriker und Philolog, geb. 14. März 1815 zu Gartow im Lüneburgischen, studierte in Göttingen Medizin, später Geschichte, Litteratur und Sprachwissenschaft, machte weitere Studien in Berlin und Paris und besuchte zweimal (1838 und 1860) Griechenland, um Land und Leute und die neugriechische Litteratur kennen zu lernen. Nachdem er sich 1842 in Göttingen niedergelassen, erhielt er 1847 eine Anstellung bei der Universitätsbibliothek daselbst, beschäftigte sich auch lebhaft mit den politischen Verhältnissen seines Heimatslandes, war 1849 bis 1855 Mitglied der Zweiten Kammer, seit 1854 Präsident derselben und erhob mit glänzender Beredsamkeit Protest gegen die Absichten der Regierung, die Zustände vor 1848 wieder zurückzuführen. Seine Oppositionsstellung veranlaßte die hannöversche Regierung, ihm jede Beförderung zu versagen. 1864 trat er als Abgeordneter für Osnabrück wieder in die Zweite Kammer, 1866, nach der Katastrophe des welfischen Hauses, in den konstituierenden Reichstag, in das preußische Abgeordnetenhaus und den hannöverschen Provinziallandtag, in beiden sich der nationalliberalen Fraktion anschließend. Er starb 5. Nov. 1872 in Göttingen. Von E. erschienen zuerst die "Thee- und Asphodelosblüten" (Götting. 1840), metrische Bearbeitungen chinesischer und neugriechischer Gedichte, weiterhin vortreffliche Übersetzungen von Montesquieus "Geist der Gesetze" (Leipz. 1846, 12 Tle.) und "Voltaires Werken in zeitgemäßer Auswahl" (das. 1844-46, 12 Tle.), welcher die Abhandlung "Voltaire als politischer Dichter" (das. 1852) nachfolgte. Mit dem "Versuch einer Polyglotte der europäischen Poesie" (Bd. 1, Leipz. 1846), der leider unvollendet blieb, half E. der kulturgeschichtlichen Betrachtung sowie der vergleichenden Litteraturgeschichte Bahn brechen. Seine weitern Arbeiten galten der fast ganz unbekannten mittelgriechischen und neugriechischen Geschichte und Litteratur. Zu diesen Arbeiten gehören das mittelgriechische Gedicht "Der alte Ritter" (Leipz. 1846), die historische Monographie "Michael Akominatos, Erzbischof von Athen" (Götting. 1846), ein Beitrag zur Geschichte Athens während des Mittelalters; ferner "Zur Geschichte Athens nach dem Verlust seiner Selbständigkeit" (das. 1848) und die "Analekten zur mittel- und neugriechischen Litteratur" (Leipz. 1855-62, 5 Bde.). Seine letzte Schrift war: "Französische Thronfolger, eine retrospektive Betrachtung" (Götting. 1870).

Ellitschpur (Ellichpur), Distriktshauptstadt in der britisch-ind. Provinz Berar, an der Parna, Nebenfluß der Tapti, am Fuß der Gavalgarhberge, mit (1881) 26,728 Einw. In der Nähe der Paß und Ort Adschanta (s. d.) mit berühmten Felsenbauten.

Ellmenreich, Franziska, Schauspielerin, geb. 28. Jan. 1845 zu Schwerin als Tochter des Hofschauspielers Albert E., machte unter dessen Leitung ihre ersten Studien und betrat 1860 in Rostock zuerst die Bühne. Später in Mainz, Hamburg und Basel engagiert, kam sie 1864 nach Meiningen, von da nach Kassel und wurde 1865 an die Hofbühne zu Hannover berufen, wo ihr nach Marie Seebachs Weggang der größere Teil von deren Repertoire (darunter die Rollen der Desdemona, Ophelia, Thekla, Julia, Elisabeth, Gräfin Rutland etc.) übertragen ward. Im Sommer 1875 folgte sie einem Ruf Haases ans Leipziger Stadttheater, war dann seit 1876 am Stadttheater zu Hamburg thätig und 1878-81 Mitglied des Hoftheaters in Dresden. Seitdem widmete sie sich ausschließlich dem Gastspiel. Franziska E. ist von der Natur auf das vorteilhafteste ausgestattet; die Richtung auf das Ideale gibt ihren Leistungen die Weihe. 1879 vermählte sie sich mit dem Freiherrn Richard v. Fuchs-Nordhoff.

Ellor (Elluru), Stadt im Distrikt Godaweri der britisch-ind. Präsidentschaft Madras, Sitz einer evangelischen und einer kathol. Mission und wichtiger Markt für Baumwolle, mit (1881) 25,092 Einw. (meist Hindu). Die Stadt gibt einem 144 km langen, von den Engländern angelegten Kanal, der durch Abdämmung der Godaweri (s. d.) gespeist wird, den Namen.

Ellora, Stadt im Gebiet des Nizam von Haidarabad in Ostindien, in der Nordprovinz Aurangabad, nahe der Stadt Daulatabad, berühmt durch ihre Höhlentempel, welche an Ausdehnung und herrlicher Ausführung alle andern übertreffen. Sie bilden drei Abteilungen: die ersten 10 Tempel gehören den Buddhisten, die nächsten 14. den Brahmanen; die 6 folgenden tragen einen gemischten Charakter, da sie weder rein buddhistisch noch rein brahmanisch sind. Der Berg, aus Granit bestehend, ist hierzu 45 m tief und 82 m breit, stellenweise bis zu 25 m Höhe ausgehauen worden. In der ersten Abteilung ist die bemerkenswerteste Höhle diejenige, welche Viswakarman, dem Baumeister und Künstler der Götter, beigelegt wird und ein Bild Buddhas enthält; dieser Tempel mag im 8. oder 9. Jahrh. n. Chr. ausgegraben sein. Der bedeutendste in der zweiten Abteilung und überhaupt ist der Kailâsa genannte, in dessen Aushöhlung man viele Teiche, Obelisken, Säulengänge und Sphinxe, an den Wänden aber Tausende von Bildsäulen und mythologischen Darstellungen mit Gestalten von 3-4 m Höhe findet. Zuerst tritt man in eine Vorhalle von 42 m Breite und 27 m Tiefe mit mehreren Säulenreihen, dann in eine Halle von 7,5 m Länge und 45 m Breite, in deren Mitte aus einem Felsblock das eigentliche Heiligtum gemeißelt ist. Vier Reihen Pilaster mit kolossalen Elefanten tragen die Decke. Der Tempel selbst, durchaus im brahmanischen Charakter, ist 31 m lang und 17 m breit; seine Höhe wechselt von 5 bis 27 m, der Spitze des pyramidalen Doms. Der südindische Tempelstil diente zum Vorbild; die Höhle muß ums Jahr 1000 n. Chr. erbaut sein. Die Wände sind mit Bildwerken bedeckt; alle Gottheiten der indischen Mythologie sieht man hier sowie Darstellungen von Kämpfen aus dem Râmâyana und Mahâbhârata, außerdem zahlreiche Inschriften. In der dritten Abteilung ist die Dhumârlena genannte Höhle die bemer-^[folgende Seite]