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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Elutionsverfahren; Elutriation; Eluxation; Eluzidieren; Elv; Elvas; Elvenich; Elwart; Elwend; Ely; Elymáis; Elymus

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Elutionsverfahren - Elymus.

Elutionsverfahren, s. Zucker.

Elutriation (neulat.), Auswaschung, Abwaschung erdiger Teile, Abklärung.

Eluxation (lat.), Verrenkung.

Eluzidieren (lat.), beleuchten, erläutern, erklären; Eluzidation, Beleuchtung, Erläuterung.

Elv (norweg.), Fluß.

Elvas, Stadt in der portug. Landschaft Alemtejo, Distrikt Portalegre, nahe der spanischen Grenze, an der Eisenbahn Madrid-Lissabon, auf einem Hügel in sehr fruchtbarer Gegend gelegen, ist die stärkste Festung Portugals. Außer sieben großen, mit vielen Außenwerken versehenen Bastionen, welche die Stadt umschließen, decken dieselbe noch die beiden auf Hügeln stehenden Forts Santa Lucia und Santa Señora da Graça oder la Lippe, von denen das letztere, im 18. Jahrh. nach dem Plan des Grafen Wilhelm von Schaumburg-Lippe erbaut, eine sehr starke Citadelle ist. Die Festung enthält ein Arsenal, eine Waffenfabrik, Kanonengießerei und Spitäler. Die Stadt, im Innern finster und schmutzig, hat 4 Pfarrkirchen (darunter die sehenswerte Domkirche), ein Theater, eine ausgezeichnete Wasserleitung (os arcos de Armoreiro), aus vier übereinander gesetzten Bogenreihen bestehend, und (1878) 10,471 Einw., die Woll- und Weinhandel, insbesondere aber einträglichen Schmuggelhandel mit englischen Fabrikaten nach Spanien treiben. E. ist seit 1570 Bischofsitz. In der Umgebung reiche Eisenminen. Die Stadt ist das Alba der Alten. Das Schloß wurde von den Mauren gebaut und 1658 und 1711 vergebens von den Spaniern belagert.

Elvenich, Peter Joseph, namhafter Verteidiger des Hermesianismus, geb. 29. Jan. 1796 zu Embken im Regierungsbezirk Aachen, studierte zuerst zu Münster und Bonn Theologie und Philosophie, ward 1821 Gymnasiallehrer in Koblenz, 1823 Privatdozent in Bonn, 1826 außerordentlicher Professor der Philosophie daselbst und 1829 als ordentlicher Professor nach Breslau berufen. Schon in dem Werk "Die Moralphilosophie" (Bonn 1830-33, 2 Bde.) hatte er sich als Anhänger des Hermesianismus gezeigt. Als nun durch die päpstlichen Dekrete vom 26. Sept. 1835 und 7. Jan. 1836 Hermes' Schriften verdammt wurden, suchte E. in seinen "Acta Hermesiana" (Götting. 1836, 2. Aufl. 1837) zu beweisen, daß dabei eine unrichtige Darstellung des Hermesianismus zu Grunde gelegen habe. Ja, er reiste 1837 mit dem Professor Braun selbst nach Rom, um dort eine Revision der fraglichen Verdammungsdekrete zu erwirken. Beide erstatteten in den "Acta romana", verbunden mit den "Meletemata theologica" (Hannov. u. Leipz. 1838), Bericht über die gescheiterten Unterhandlungen. E. ward 1839 zum Bibliothekar an der Universität ernannt, behielt aber seine Professur bei. Von seinen spätern Schriften erwähnen wir: die "Verteidigungsschrift" in 2 Lieferungen (Bresl. 1839); die "Aktenstücke zur geheimen Geschichte des Hermesianismus" (das. 1845); "Der Hermesianismus und Johannes Perrone, sein römischer Gegner" (Teil 1, das. 1844) und "Pius IX., die Hermesianer und der Erzbischof v. Geissel" (das. 1848); "Drei gegen Einen" in der Reinkensschen Angelegenheit unter dem Namen Sincerus Pacificus (das. 1862); "Beiträge aus der Provinz" in der Baltzerschen Angelegenheit unter dem Namen Mich. Schlichting (das. 1864); "Die Wesenheit des Geistes" (das. 1857); "Die Beweise für das Dasein Gottes nach Cartesius" (das. 1868); "Der unfehlbare Papst" und "Der Papst und die Wissenschaft" (das. 1875). E. starb 16. Juni 1886.

Elwart, Antoine Elie, franz. Komponist und Musikschriftsteller, geb. 18. Nov. 1808 zu Paris, erhielt seinen ersten Musikunterricht als Chorknabe der Kirche St.-Eustache, seine weitere Ausbildung aber am Konservatorium durch Reicha, Fétis und Le Sueur und erhielt 1834 den römischen Preis. Zwei Jahre später von Italien zurückgekehrt, wurde er 1840 am Konservatorium als Kompositionslehrer angestellt, welches Amt er bis 1871 bekleidete. Er starb 14. Okt. 1877 in Paris. Als Dirigent hat sich E. durch zeitweilige Leitung der Konzerte der Rue Vivienne und der Gesellschaft Ste.-Cécile vorteilhaft ausgezeichnet. Seine Kompositionen aller Art hatten nur einen vorübergehenden Erfolg, wogegen seine Unterrichtswerke: "Solfége enfantin" (mit Damour und Burnett, 1836), "Méthode de chant", "Petit manuel d'harmonie" (1839, 6. Aufl. 1882), "Traité de contrepoint et de fugue" (1840), "Théorie musicale" (1840), "Histoire de la société des concerts du Conservatoire impérial de musique" (1860, 2. Aufl. 1863), "Histoire des concerts populaires de musique classique" (1864), "Petit traité d'instrumentation" (1864) u. a., zum Teil von bleibendem, Wert sind. Auch ist E. Verfasser eines didaktischen Gedichts: "L'harmonie musicale".

Elwend (Alwend, der Orontes der Alten), ein 3270 m hoher Gebirgsstock im westlichen Persien, unmittelbar südlich der Stadt Hamadan, während acht Monaten mit Schnee bedeckt. Seinen Kräutern und Mineralien werden von den Umwohnern allerlei Wunderkräfte zugeschrieben.

Ely (spr. ihli), Stadt in Cambridgeshire (England), an der Ouse, stattlich auf einem Hügel gelegen, der inmitten der Fens (s. d.) ansteigt, mit (1881) 8172 Einw. E. ist berühmt durch seine prachtvolle Kathedrale, eine der schönsten von ganz England, die 1082 bis 1553 an Stelle der bereits 673 gegründeten Ethelredakirche erbaut wurde. Sie hat ohne die Vorhalle eine Länge von 126 m, und ihre zwei westlichen Türme steigen 82 m an. In jüngster Zeit ist dieser Bau durch G. Scott sorgfältig restauriert worden. Westlich davon steht der bischöfliche Palast, südlich die 1541 gegründete Lateinschule (King's School). E. ist Bischofsitz seit 1107. Es war nach der Invasion der Normannen eine Zufluchtsstätte der Sachsen, die sich unter Hereward mit Erfolg verteidigten, bis der Verrat der Geistlichen Stadt und Gegend in die Hände des Feindes spielte. Die Umgegend Elys ist ein ungeheurer Gemüse- und Obstgarten, von wo namentlich Spargel, Erdbeeren und Kirschen nach London gehen.

Elymáis, Landschaft, s. Elam.

Elymus L. (Haargras), Gattung aus der Familie der Gramineen, perennierende Gräser mit zwei- bis dreiblütigen Ährchen, die zu zwei oder drei nebeneinander stehen; die Hüllspelzen sind ziemlich gleich lang und kürzer als die begrannten oder unbegrannten Deckspelzen. E. europaeus L. (Waldgerste) wird 0,9-1,25 m hoch, hat breite, tief grasgrüne Blätter, ist der Gerste sehr ähnlich und gehört zu den guten Waldgräsern. E. arenarius L. (Strand- oder Sandhafer, Sandhaargras) wird 0,9-1,25 m hoch, ist hechtblau, hat flache, starre Blätter, drei- bis vierblütige, unbegrannte Ährchen und oft fußlange Ähren. Die Halme sind sehr zuckerreich und geben, wenn sie nicht zu alt sind, Rindern und Schafen ein angenehmes Futter. Viel wichtiger ist aber der Strandhafer für die Kultur des Flugsandes, den er durch seine weithin kriechenden Wurzelstücke befestigt. Die Ausläufer gehen oft 3-6 m weit, und ein einziger Stock kann in kurzer Zeit 10 qm bedecken. Man bepflanzt deshalb Dünen und Dämme an der Nord-^[ERGÄNZUNSSTRICH!]