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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Emerylith; Emesa; Emetika; Emetin; Emetokathartika; Emeute; Emgallo; Emigranten

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Emerylith - Emigranten.

den Anteil. Im J. 1841 erschien seine erste Sammlung "Essays" (mit Einleitung von Th. Carlyle), die vorzüglichsten seiner schriftstellerischen Arbeiten enthaltend; ihr folgten 1844-71 vier weitere Serien (deutsch in Auswahl von Fabricius, Hannov. 1857). Ein dichterischer Geist offenbart sich in Emersons Prosaschriften; nicht so allgemein wie diese werden seine eigentlichen "Poems" (1846) geschätzt, weil dieselben zumeist sich ins Gebiet des Übersinnlichen verlieren. Im J. 1847 machte E. eine zweite Reise nach England und hielt besuchte Vorlesungen in Manchester, Edinburg und London; eine Frucht dieser Reise sind die "English traits" (1856; deutsch von Spielhagen, Hannov. 1857). In der Heimat beteiligte sich E. mit steigendem Interesse an der Bewegung für die Abschaffung der Negersklaverei; ein von ihm während des Bürgerkriegs 1862 in Washington gehaltener Vortrag über den Gegenstand hatte eine Unterredung mit Lincoln zur Folge. Während E. in den "Representative men" (Lond. 1850, neueste Ausg. 1871) die Philosophie der Geschichte an den Beispielen von Platon, Swedenborg, Montaigne, Shakespeare, Goethe, Napoleon zeigte, verfolgte er mit dem populär gewordenen Buch "Conduct of life" (1860; deutsch, Leipz. 1862) einen Erziehungszweck. Seine übrigen Schriften: "Society and solitude" (1870; deutsch, Brem. 1870) und "Letters and social aims" (1876; deutsch von Isolde Kurz: "Neue Essays", Stuttg. 1876) beweisen, daß sich E. mit den Jahren immer mehr von dem übersinnlich Spekulativen weg- und den konkreten Fragen der bürgerlichen Gesellschaft zuwandte. Zu seinen letzten Veröffentlichungen gehören die Gedichtsammlung "May days, and other poems" (1867) und die Rede "Fortune of the republic" (1878). Nach einer letzten Reise nach Europa 1872 lebte er noch ein Jahrzehnt in Concord, von seinen Mitbürgern hochgeehrt, bis er 27. April 1882 starb. In Emersons Schriften vereinigen sich die Eigenschaften eines Redners, Dichters und Denkers. Sie machen häufig den Eindruck von Selbstgesprächen. E. legte kein großes Gewicht auf tadelloses Gefüge der Redesätze, selbst nicht auf streng logische Anordnung der Gedanken, sondern stellte die Ergebnisse seines Denkens in knappster Fassung hin. Ein lächelnder Optimismus, erfüllt von dem Glauben an eine sittliche Weltordnung, strahlt aus seinen Schriften. Gesamtausgaben seiner Werke erschienen mehrere (zuletzt Bost. 1879, 5 Bde., u. 1878-83, 11 Bde.). Vgl. Cooke, E., his life, writings and philosophy (Boston 1881); Conway, E., at home and abroad (Lond. 1882); Ireland, E., a biographical sketch (das. 1882); Holmes, R. W. E. (Boston 1885). Eine feine Charakteristik Emersons lieferte H. Grimm in seinen "Neuen Essays" (Berl. 1865).

Emerylith, s. Glimmer.

Emesa, im Altertum Stadt in Kölesyrien, am Orontes, war berühmt wegen ihres Tempels des Sonnengottes. Der 14jährige Priester desselben, Bassianus oder Elagabal (später Heliogabalus genannt), wurde 217 n. Chr. von den römischen Legionssoldaten zum Kaiser ernannt. Hier 272 Sieg des Kaisers Aurelian über die Königin Zenobia. Erster christlicher Bischof von E. soll St. Silvan gewesen sein. 1098 eroberten es die Kreuzfahrer, verloren es aber gegen das Ende des 12. Jahrh. wieder, worauf es in die Gewalt der Mongolen und Mamelucken und endlich in die der Türken kam. Jetzt Höms.

Emetika (griech.), s. v. w. Brechmittel.

Emetin, der brechenerregende Stoff in der Ipekakuanhawurzel, wird dargestellt, indem man den Destillationsrückstand des alkoholischen Auszugs von entfetteter Ipekakuanhawurzel mit etwas Kalilauge versetzt und mit Chloroform schüttelt. Aus dem Verdampfungsrückstand des Chloroformauszugs nimmt verdünnte Säure das E. auf, welches dann durch Ammoniak gefällt werden kann. Es ist amorph, farb- und geruchlos, schmeckt widrig bitter, kratzend, ist schwer löslich in Wasser und Äther, leicht in Alkohol, schmilzt bei 70°, ist nicht flüchtig, reagiert alkalisch und bildet unkristallisierbare, bitter und scharf schmeckende Salze. Es wirkt wie Ipekakuanha und wird als Brechmittel und zur Beförderung des Auswurfs benutzt; auf der Haut erregt es Entzündung.

Emetokathartika (griech.), Mittel, welche zugleich brechenerregend und abführend wirken.

Emeute (franz., spr. emöht), Meuterei.

Emgallo, s. Warzenschwein.

Emigranten (lat., franz. Émigrés), Auswanderer, welche, um politischer oder kirchlicher Bedrückung zu entgehen, ihr Vaterland für immer oder mit Vorbehalt der Rückkehr in bessern Zeiten verlassen. Die bekanntesten Emigrationen sind die Auswanderungen der französischen Protestanten zur Zeit Ludwigs XIV. nach Deutschland, England, Holland und Amerika (s. Réfugiés), die der Protestanten aus Salzburg (1732), die der Polen von 1795 und 1831, vornehmlich aber die während der ersten französischen Revolution. Letztere begann nach der Erstürmung der Bastille (14. Juli 1789), als der jüngste Bruder des Königs, der Graf von Artois, den französischen Boden verließ. Ihm folgte in stets zunehmendem Maß ein großer Teil des französischen Adels, durch Aufhebung seiner Privilegien sich verletzt fühlend; 1791 folgte auch der ältere Bruder Artois', der Graf von Provence; Scharen von Priestern und Mönchen schlossen sich an, weil sie den Eid auf die Konstitution zu leisten sich weigerten. Diese massenhafte Emigration wandte sich nach Belgien und Holland, der Schweiz und Piemont, vornehmlich aber nach Deutschland. In Koblenz versammelten die ausgewanderten königlichen Prinzen einen Hof um sich, setzten eine Regierung mit Ministern und einen Gerichtshof ein und bildeten so ein sogen. auswärtiges Frankreich, welches mit fremden Höfen behufs Unterdrückung der Revolution in Verbindung trat. Dieses Treiben der E. erregte in Frankreich große Erbitterung und trug nicht wenig dazu bei, die Lage des Königs zu verschlimmern und den Jakobinern die Macht in die Hände zu geben. Als sich 1792 unter des Prinzen Condé Anführung ein Emigrantenheer sammelte, welches der preußischen Armee in die Champagne folgte, aber überall durch Übermut und Rachgier sich verhaßt machte, wurden in Frankreich die schärfsten Gesetze gegen die E. erlassen, ihre Güter konfisziert und alle, welche sie unterstützten oder mit ihnen in Verkehr treten würden, mit Todesstrafe bedroht. Die damals aufgestellte Liste der E. zählte 30,000 Namen. Nach dem verunglückten Landungsversuch auf Quiberon 1795 standen die E. von weitern Invasionsversuchen ab, und viele von ihnen kehrten nach Frankreich zurück. Indes im September 1797 wurden die scharfen Gesetze wider sie erneuert. Das Korps Condés mußte sich nach dem Lüneviller Frieden förmlich auflösen, worauf viele E. in Rußland Aufnahme fanden. Die vom Ersten Konsul verkündete allgemeine Amnestie wurde von einem großen Teil der E. benutzt, der Rest derselben kehrte aber erst nach Napoleons Sturz in die Heimat zurück. Nach der Charte von 1814 konnten sie ihre Güter und Privilegien nicht wiedererhalten; doch ward ihnen