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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ennen; Enneoctonus; Enneper Straße; Ennes; Enningdal; Ennis; Enniscorthy; Enniskillen; Ennius; Ennodius

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Ennen - Ennodius.

Er wurde 1819 Professor der Medizin zu Bonn, nahm 1837 seine Entlassung, ließ sich in Innsbruck und 1841 in München nieder, wo er als magnetischer Arzt einen großen Ruf erlangte. Er starb 19. Sept. 1854 in Egern am Tegernsee. Von seinen Schriften erwähnen wir: "Der Magnetismus in seiner geschichtlichen Entwickelung" (Leipz. 1819), von dessen 2. Auflage, die den Titel: "Geschichte des tierischen Magnetismus" führt, die "Geschichte der Magie" (das. 1844) den ersten Teil bildet; "Historisch-psychologische Untersuchungen über den Ursprung und das Wesen der menschlichen Seele" (Bonn 1824; 2. Aufl., Stuttg. 1851); "Anthropologische Ansichten zur bessern Kenntnis des Menschen" (Bonn 1828); "Der Magnetismus im Verhältnis zur Natur und Religion" (Stuttg. 1842, 2. Aufl. 1853); "Der Geist des Menschen in der Natur" (das. 1849); "Anleitung zur Mesmerschen Praxis" (das. 1852); "Das Horoskop in der Weltgeschichte" (Münch. 1860).

Ennen, Leonhard, Geschichtsforscher, geb. 5. März 1820 zu Schleiden in der Eifel, wurde zu Münster, Bonn und Köln zum katholischen Geistlichen gebildet und war 1845-57 Kurat-Vikar in Königswinter am Siebengebirge. Er beschäftigte sich eifrig mit historischen Studien, veranlaßte 1854 die Stiftung des Historischen Vereins für den Niederrhein und benutzte, 1856 in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt, auch den Aufenthalt in Berlin zu wissenschaftlichen Studien. Seit 1857 Archivar der Stadt Köln, starb er daselbst 14. Juni 1880. Außer zahlreichen kleinern Arbeiten in verschiedenen historischen Zeitschriften schrieb er: "Geschichte der Reformation im Bereich der alten Erzdiözese Köln" (Köln 1847); "Joseph Clemens und der spanische Erbfolgekrieg" (Jena 1851); "Frankreich und der Niederrhein" (Köln 1856, 2 Bde.), die Frucht mit preußischer Staatsunterstützung ausgeführter archivalischer Forschungen in Paris; "Zeitbilder aus der neuern Geschichte der Stadt Köln, mit besonderer Beziehung auf F. Wallraf" (das. 1857); "Quellen zur Geschichte der Stadt Köln" (das. 1860-79, Bd. 1-6); "Geschichte der Stadt Köln" (das. 1863-75, 5 Bde.; Auszug in 1 Bd. 1880); "Über den Geburtsort des Peter Paul Rubens" (das. 1863); "Die Wahl des Königs Adolf von Nassau" (das. 1866).

Enneoctonus, s. Würger.

Enneper Straße (Emper Straße), ein von der Ennepe durchflossenes Thal im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, von Hagen aufwärts bis Gevelsberg, 11 km lang und 1 km breit. Ein Fabriketablissement reiht sich hier an das andre; die Bergisch-Märkische Eisenbahn durchzieht das Thal und entsendet mehrere Zweigbahnen nach Kohlengruben oder Fabriken (s. Gevelsberg und Haspe).

Ennes, Antonio, portug. Schriftsteller, geb. 1848 zu Lissabon, studierte daselbst und wandte sich dann (1872) der litterarischen Thätigkeit zu, indem er die Redaktion der Journale "Gazeta do Povo" und "O Paiz" übernahm, die er bis 1877 führte. E. hat sich namentlich als Bühnendichter Lorbeeren errungen; schon sein erstes Stück: "Os Lazaristas" (1874), erregte großes Aufsehen und hat sich auch in Brasilien auf der Bühne eingebürgert. Von seinen übrigen Dramen sind zu erwähnen: das Lustspiel "Eugenia Milton" (1874) und die Dramen: "Os trovadores" (1875), "O saltembanco" (1876), "A emigração" (1878), "Um divorcio" (1879, mehrfach übersetzt) u. a.

Enningdal, Kirchspiel im norweg. Amt Smaalenene. Hier Sieg der Norweger unter Herzog Christian von Schleswig-Holstein über die Schweden unter General Armfelt 10. Juni 1808.

Ennis, Hauptstadt der irischen Grafschaft Clare, am schiffbaren Fergus, über den vier Brücken führen, hat ein katholisches Seminar, eine Lateinschule, ein Krankenhaus, Irrenhaus, ein Denkmal O'Connells, die Ruinen eines 1240 gestifteten Klosters, Ölmühlen und (1881) 6307 Einw., welche ausgedehnten Handel mit landwirtschaftlichen Produkten treiben.

Enniscorthy, Stadt in der irischen Grafschaft Wexford, auf steiler Anhöhe am schiffbaren Slaney, hat unbedeutende Tuchweberei, Brauereien und Brennereien und (1881) 5666 Einw. Cromwell nahm die Stadt 1649, und die irischen Insurgenten erstürmten dieselbe 1798 und legten sie in Asche.

Enniskillen, Stadt in der irischen Grafschaft Fermanagh, auf einer Insel und an den Ufern der Erne zwischen dem Obern und Untern Ernesee gelegen, hat ein Rathaus (in welchem die in der Schlacht am Boyne eroberten Fahnen aufgehängt sind), eine berühmte Lateinschule (Portora School), eine Leinwandfabrik, Brauerei und Brennerei, bedeutenden Handel mit Flachs, Schweinefleisch, Getreide und Butter und (1881) 5712 Einw. Zwei Forts verteidigen den Flußübergang. Unterhalb der Stadt, auf der Devenishinsel, ein "runder Turm" und Ruinen kirchlicher Gebäude; oberhalb die Ruine der Abtei Lisgoole.

Ennius, Quintus, der Vater der röm. Poesie, geb. 239 v. Chr., stammte aus Rudiä in Kalabrien. Nachdem er in Sardinien Kriegsdienste geleistet, ließ er sich in Rom nieder, wo er, seit 184 im Besitz des Bürgerrechts und mit den angesehensten Männern, namentlich dem ältern Scipio, befreundet, als Lehrer und Dichter bis zu seinem Tod (170) thätig war. Sein Hauptwerk war ein Epos in 18 Büchern, betitelt "Annales", welches in dem hier zuerst in die römische Litteratur eingeführten griechischen Hexameter die traditionelle Geschichte Roms von der Ankunft des Äneas in Italien an bis auf die Zeit des Dichters herab behandelte. Es galt den Römern der Republik als Nationalepos und ward erst durch Vergils Dichtungen aus dieser Stellung verdrängt. Auch als dramatischer Dichter leistete E. Bedeutendes, weniger in der Komödie als vielmehr in der Tragödie, und zwar verfaßte er neben mehr oder minder freien Nachdichtungen griechischer Originale, besonders des Euripides, von denen über 20 durch Titel und Fragmente bekannt sind, auch nationale Stücke, sogen. praetextae. Außerdem schrieb E. mehrere Bücher "Saturae", Gedichte mannigfaltigen Stoffes und Metrums enthaltend, zu denen vermutlich eine Anzahl unter besonderm Titel angeführter Dichtungen gehörten, wie Epigramme, "Scipio", "Heduphagetica" (gastronomischen Inhalts nach Archestratos von Gela), "Epicharmus" (naturphilosophischen Inhalts), eine Übersetzung des Rationalisten Euhemeros u. a. Von entschieden künstlerischer Begabung, dazu bewandert in der griechischen Wissenschaft und Litteratur, hat E. als der erste in Rom das Feld der Poesie auf kunstgemäße Weise angebaut und ihr die Wege gezeigt und eröffnet, auf denen sie jahrhundertelang fortwandelte, wenn auch seine eignen Werke noch öfters gegen die Regeln der Schönheit und des guten Geschmacks verstoßen. Sammlungen seiner Fragmente veröffentlichten Vahlen (Leipz. 1854) und Lucian Müller (Petersb. 1885), die dramatischen finden sich auch in Ribbecks "Scaenicae Romanorum poesis fragmenta" (2. Aufl., Leipz. 1871-73). Vgl. Luc. Müller, Quintus E. (Petersb. 1884); Ribbeck, Die römische Tragödie, S. 77 ff. (Leipz. 1875).

Ennodius, Magnus Felix, Bischof von Ticinum (Pavia), wegen seiner klassischen Bildung hochgeschätzt,