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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Epulosis; Epureano; Epurieren; Eques; Equilibrist; Equipage; Equipeur; Equipieren; Equirien; Equisetaceen

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Epulosis - Equisetaceen.

lum) der kapitolinischen Götter (s. Lectisternium) oblag. Dann wurde ihnen auch die Besorgung und Beaufsichtigung der öffentlichen Bewirtungen des Volkes (epulae), bei denen der Senat auf dem Kapitol speiste, übertragen, wie solche mit allen von Privaten oder vom Staat bei Gelegenheit von Götterfesten, Tempelweihen, Amtsantritten, Triumphen, Leichenbegängnissen, Geburtstagen der kaiserlichen Familie etc. veranstalteten Spielen verbunden waren. Ursprünglich zählte das Kollegium drei, später sieben Mitglieder; unter Cäsar wurde es auf zehn gebracht. Es ist bis zum Ende des 4. Jahrh. n. Chr. nachweisbar.

Epulosis (griech.), Vernarbung.

Epureano, Manolaki Costaki, rumän. Minister, geb. 1824, stammte aus einer angesehenen moldauischen Familie und spielte in der Geschichte seiner Heimat bald eine hervorragende Rolle. Unter seinem Vorsitz proklamierte 1866 die Nationalversammlung den Prinzen Karl von Hohenzollern zum Fürsten von Rumänien. Er gehörte zur gemäßigten Partei und übernahm die Ministerpräsidentschaft in einer sehr schwierigen Zeit, 2. Mai 1870. Die exaltierte nationale Partei glaubte den Ausbruch des deutsch-französischen Kriegs zur Verwirklichung ihrer Träume von einem Großrumänien benutzen zu können, zürnte dem Ministerium, daß es zu solchen Plänen nicht die Hand bot, auch ihrer Sympathie für Frankreich nicht entsprach, sondern strenge Neutralität einzuhalten beschloß, und trieb es bis zu dem Attentat vom 20. Aug. in Plojesti, wodurch Fürst Karl gestürzt, die Republik ausgerufen und eine aus dem General Golesco und den Bojaren Joan Ghika und Joan Bratianu bestehende provisorische Regierung eingesetzt werden sollte. E., von den Absichten der Verschwornen unterrichtet, kam ihnen zuvor und ließ die Hauptbeteiligten verhaften. Aber die angeklagten Verschwörer wurden 29. Okt. von den Geschwornen freigesprochen. Die 27. Nov. wieder eröffnete Kammer zeigte sich gegen den Fürsten und gegen das Ministerium E. sehr feindlich, verweigerte die Genehmigung einer zur Konsolidierung der schwebenden Schuld notwendig gewordenen Anleihe und erließ 21. Dez. eine Adresse an den Fürsten, welche einem Mißtrauensvotum gleichkam. Darauf gab das Ministerium E. 25. Dez. seine Entlassung. E. trat 11. Nov. 1872 als Justizminister in das Ministerium Catargiu ein, nahm aber 12. April 1873 wieder seine Entlassung. Nachdem er 1877-78 Finanzminister gewesen, starb er 19. Sept. 1880 in Schlangenbad.

Epurieren (lat.), reinigen; das Schlechte ausmerzen; Epuration, Reinigung, Ausmusterung.

Eques (lat., Mehrzahl equites), Reiter, Soldat zu Pferde; Ritter (s. d.).

Equilibrist (lat.), s. v. w. Äquilibrist.

Equipage (franz., spr. ekipahsch), Kutsche und Pferde mit der dazu gehörigen Bedienung; beim Militär s. v. w. Gepäck, Gerät, besonders Feldausrüstung (jetzt nur noch selten gebraucht); in der Kriegsmarine die gesamte zur Bedienung des Schiffs nötige Besatzung, s. v. w. Flottenmannschaft, entweder allgemein, wie in Frankreich üblich, oder als bestimmter Truppenverband (Rußland z. B. teilt die Bemannung für seine Ostseeflotte in drei Equipagen).

Equipeur (franz., spr. ekipör), in den Gewehrfabriken der "Fertigmacher", welcher die bearbeiteten einzelnen Teile des Gewehrs zusammensetzt.

Equipieren (franz., spr. eki-), mit dem Nötigen versehen, ausstatten; Equipierung, Ausrüstung, Ausstattung, z. B. der Offiziere mit den militärischen Ausrüstungs- und Bekleidungsstücken.

Equirien (lat.), im alten Rom Wagenrennen zu Ehren des Mars, fand jährlich Ende Februar statt.

Equisetaceen (Equisetaceae, Schafthalme, Schachtelhalme), Familie aus der Abteilung der Gefäßkryptogamen, am nächsten verwandt mit den Farnkräutern (Filices), stellt sich vorzüglich wegen ihrer durchaus eigenartigen vegetativen Organe als eine streng in sich abgeschlossene, selbständige Gruppe von Gewächsen dar. Die E. haben einen aufrechten, krautigen Stamm, welcher aus cylindrischen Gliedern besteht und an den Gelenken von häutigen Scheiden, den unvollkommenen Blattgebilden dieser Gewächse, umgeben ist. Letztere sind an ihrem Rand in eine bestimmte Anzahl gleicher Zähne gespalten; jedem solchen Zahn entspricht eine Längsriefe auf der Außenseite der Blätterscheide, und diese Riefen setzen sich auch auf dem darunterstehenden Stengelglied fort. Die Zähne der aufeinander folgenden Blätterscheiden alternieren regelmäßig und somit auch die Riefen der aufeinander folgenden Stengelglieder. Die über dem Boden stehenden Stämme sind meist grün, die Blätterscheiden meist trockenhäutig, ganz oder fast ganz chlorophylllos. Bei vielen E. bilden die Stämme Zweige; diese entspringen stets quirlständig, am Grunde der Blätterscheiden u. werden exogen, d. h. aus einer äußern Zelle des Stammes in der Blattachsel, angelegt, später aber von der Basis je zweier übereinander stehender Blätter völlig umgeben und brechen schließlich an der Außenseite des Grundes der Blätterscheiden hervor, so daß man sie früher für endogen angelegt hielt. Sie haben hier eine regelmäßige Stellung, indem zwischen je zwei Zähnen ein Zweig erscheint (Fig. 1). Die Zweige gleichen in der Hauptsache dem Stamm, nur sind sie dünner, und die Zahl ihrer Scheidenzähne und ihrer Riefen ist eine geringere; sie können wiederum nach dem gleichen Typus verzweigt sein. Die Stämme kommen aus einem im Boden wachsenden perennierenden Rhizom, welches von im wesentlichen ebenso gebauten, aber chlorophylllosen, braun gefärbten, oft mit Wurzelhaaren überzogenen Stammorganen gebildet wird, die bei manchen Arten stellenweise knollig anschwellen. Es ist mit Adventivwurzeln versehen, welche an den Gelenken des Stammes hervorbrechen und in ihrer Stellung den Zweigen entsprechen, indem unterhalb jedes Zweigs eine Seitenwurzel entspringt. Die vielverzweigten Rhizome dringen sehr tief in das Erdreich ein und bedingen die schwierige Ausrottbarkeit dieser Gewächse.

Der anatomische Bau weist weitere Eigentümlichkeiten auf, durch welche sich die E. von den Farnen unterscheiden und sich mehr den Phanerogamen nähern. Die Fibrovasalstränge des Stammes stehen

^[Abb.: Fig. 1. Zweigstellung der Equisetaceen.]