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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Equisetinae; Equisetites; Equisetum; Equitationsanstalt; Equitatus; Equivoque; Equus; Er; Er.; Era; Eragróstis; Eran; Eranos

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Equisetinae - Eranos.

stände tragen. Sie wurden eine Zeitlang als Repräsentanten einer besondern, jetzt ausgestorbenen Pflanzenfamilie betrachtet und als Asterophylliteen bezeichnet; es unterliegt aber keinem Zweifel, daß es die Laubzweige der Kalamiten und deren Fruktifikationen sind. Sie stellen ebenfalls gegliederte Stengel dar, an deren Gelenken quirlständige Blätter sitzen, und welche an den Enden die ährenartigen Fruchtstände tragen. Diese beblätterten Äste werden als Calamoclodus Schimp., die Fruchtähren als Calamostachys Schimp. aufgeführt. Die in der Steinkohle vorkommenden Arten von Annularia Bgt., mit linealen oder lanzettförmigen, stumpfen, einnervigen Blättern, und von Sphenophyllum, mit keilförmigen, abgestutzten Blättern, gehören ebenfalls hierher. Im Keuper finden sich E., welche den jetzt lebenden näher verwandt sind, und die man in die Gattung Equisetum L. rechnet oder als Equisetites Sternb. bezeichnet. Sie haben gegliederte, längsgestreifte Stengel mit gezahnten. Blattscheiden. Die häufigste und riesenhafteste Art ist das Equisetum arenaceum Bronn. Es hatte über armsdicke, cylindrische Stämme, die eine Höhe von etwa 6 m erreicht haben mögen, und übertraf die größte noch lebende Art, das E. giganteum L. Südamerikas, an Dicke bedeutend. S. die Tafeln "Triasformation II" und "Steinkohlenformation II". Die E. sind durch den ungewöhnlich großen Gehalt an Kieselerde merkwürdig, welcher bei Equisetum hiemale 97 Proz. der ganzen Asche, bei andern Arten etwas weniger beträgt. Fast die gesamte Kieselerde hat ihren Sitz in der Epidermis und zwar in der Cuticula des Stammes und der Blätterscheiden, dergestalt, daß an eingeäscherten, geglühten und dann mit Salzsäure ausgezogenen Halmen ein vollständiges Kieselskelett der Epidermis in allen Struktureigentümlichkeiten derselben erhalten bleibt. Diesem Umstand verdanken die Schafthalme die große Härte und Rauhigkeit ihrer Oberfläche. Vgl. Equisetum. Monographische Werke über die E. sind: Duval-Jouve, Histoire naturelle des Equisetum (Par. 1864); Milde, Monographia Equisetorum, in "Nova acta Acad. Leop.-Carolinae", Bd. 32 (1865). Über die Entwickelung der E. haben Kramer, Pfitzer, Janczewski, Russow, Sadebeck u. a. Abhandlungen veröffentlicht.

Equisetinae (schachtelhalmartige Gewächse), kryptogame Pflanzenklasse unter den Gefäßkryptogamen, umfaßt Sporen erzeugende Gewächse mit deutlichen Gefäßbündeln und quirlig verzweigten Stengeln, deren Blätter scheibenförmig und am Rand gezahnt sind. Ihre Sporangien stehen an der Unterseite quirliger, schildförmiger Blätter, die am Sproßende zu Fruchtähren vereinigt sind. Die Sporen tragen zwei auf- und abrollbare Spiralbänder und entwickeln bei der Keimung selbständige, meist diözische Vorkeime. Die Klasse besteht nur aus der Familie der Equisetaceen, denen sich die fossilen Kalamiten anschließen.

Equisetites, s. Equisetaceen.

Equisetum L. (Schachtelhalm, Schafthalm), kryptogame Pflanzengattung, die einzige in der gegenwärtigen Flora noch erhaltene aus der Klasse der Equisetaceen (s. d.), fast über die ganze Erde verbreitet, zählt 25 Arten, welche alle auf feuchtem Boden, im Schlamm oder im Wasser wachsen. Von diesen kommen auf Europa 12 Arten, die mit Ausnahme einer einzigen auch in Amerika sich finden, welches 20 Arten besitzt; auf Asien kommen 14, auf Afrika 3 Arten, das Festland Australien hat gar keine. E. arvense L. (Ackerschachtelhalm, Kannen- oder Zinnkraut, Scheuerkraut, Katzenwedel, Duwock), mit zweierlei Stengeln, nämlich einfachen, blaß rötlichgelben, chlorophylllosen, mit trockenhäutigen, lanzettförmig gezahnten, schlaffen Scheiden bekleideten, welche den Fruchtstand tragen und im Frühling erscheinen, und grünen, 15-30 cm hohen, unfruchtbaren Stengeln mit einfachen, vierkantigen, scharfen Ästen, welche im Sommer sich bilden, ist gemein auf feuchten, sandigen und lehmigen Äckern, Ackerrändern und Triften durch ganz Europa, Asien, Nordamerika und Nordafrika und ein äußerst lästiges Unkraut, welches stark wuchert und den Boden aussaugt und durch mechanische Mittel durchaus nicht zu vertilgen ist, weil sein im Boden weit verbreitetes Rhizom bis 6 m in die Tiefe hinabgeht. Zur Ausrottung düngt man mit Kochsalz, erzeugt möglichst üppigen Graswuchs und entwässert den Acker. Wegen der in der Epidermis vorhandenen Kieselerde eignet sich das Kraut zum Scheuern zinnerner und kupferner Geschirre. Andre einheimische Arten sind das E. palustre L. (Sumpfschachtelhalm), mit einerlei Stengeln, und das bis 1,25 m hohe E. hiemale L. (Winterschachtelhalm). Von. E. giganteum L. (Riesenschachtelhalm), in Westindien und Südamerika, mit aufrechtem, bis 11,5 m hohem, aber schwachem, zwischen den Bäumen emporklimmendem Halm mit quirlständigen Ästen, werden in seinem Vaterland Wurzelstock und Stengel arzneilich benutzt. Noch weit riesenhaftere Formen von E., wie E. arenaceum Bronn., hat man fossil, besonders im Keuper, gefunden (s. Equisetaceen und die Tafel "Keuperformation").

Equitationsanstalt, offizieller Name der bayr. Militärreitschule (in München).

Equitatus (lat.), Reiterei; Ritterschaft. Vgl. Legion, Ritter, Turma.

Equivoque (franz., spr. ekiwóck), s. Äquivok.

Equus (lat.), s. Pferd.

Er, deutsches persönliches Fürwort der dritten Person, in der Anrede jetzt noch von den niedern Ständen, früher auch öfters von den Höhern gegen Niedere statt Du oder Ihr gebraucht. In Schweden wird Er (Eder) noch jetzt allgemein im Gespräch mit Personen von geringerm Stand angewendet, s. Duzen.

Er., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Wilh. Ferd. Erichson (s. d.).

Er, in der Chemie Zeichen für Erbium.

Era, Fluß in der ital. Landschaft Toscana, entspringt bei Volterra und mündet nach einem Laufe von 55 km bei Pontedera in den Arno.

Eragróstis Host., Gattung aus der Familie der Gramineen, Gräser mit gleichseitiger Rispe mit spiralig gestellten Ästen und vielblütigen Ährchen. Die Arten gehören sämtlich wärmern Erdstrichen an. E. abessinica Lk. (Tef), ein Gras mit sehr zahlreichen, kaum hirsekorngroßen Körnern, ist in Abessinien heimisch und wird in verschiedenen weißen, grünen und roten Spielarten bis 2000 m ü. M. kultiviert. Die Samen liefern ein Mehl, welches zu einem etwas säuerlichen, aber angenehm schmeckenden, leichtverdaulichen Brot verbacken wird.

Eran, Land, s. Iran.

Eranos (griech.), bei den alten Griechen ein Schmaus, wozu jeder Teilnehmende seinen Beitrag gab (Picknick); insbesondere bei den Athenern eine Art organisierter Genossenschaften zu gemeinschaftlichen Belustigungen und Schmausereien (oft in Verbindung mit gewissen Kulten) oder auch zur gegenseitigen Unterstützung durch Geldvorschüsse. Die Mitglieder solcher Vereine hießen Eranisten.