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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Erigeron; Erigieren; Erigone; Erikaceen; Erin; Erinaceus; Erineum; Eringer Thal; Erinit

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Erigeron - Erinit.

zu finden meinte. Seine Schrift "De divisione naturae" (hrsg. von Gale, Oxf. 1681, und von Schlüter, Münst. 1838; deutsch von Noack, Berl. 1872-76, mit Biographie) enthält sein gesamtes philosophisches System, und eine Abhandlung: "De divina praedestinatione", widerlegt die der Augustinischen nachgebildete Prädestinationslehre des Mönchs Gottschall, seines Zeitgenossen. E. stellte eine mystisch-spekulative Emanationslehre auf, welche sich an den alexandrinischen Neuplatonismus anschloß, und nahm mit Augustinus an, daß die wahre Philosophie und wahre Religion identisch seien. Vgl. Taillandier, Scot Érigène et la philosophie scholastique (Straßb. 1843); Christlieb, Lehre und Leben des Joh. Scotus E. (Gotha 1860); Huber, Joh. Scotus E. (Münch. 1861); Kaulich, Das spekulative System des Scotus E. (Prag 1860); Hoffmann, Der Gottes- und Schöpfungsbegriff des Joh. Scotus E. (Jena 1878).

Erigeron L. (Berufkraut, Berufungskraut, Flöhkraut), Gattung aus der Familie der Kompositen, einjährige und ausdauernde Kräuter mit grundständiger Blattrosette und einköpfigen Blütenschäften oder mit beblätterten Stengeln und traubig, rispig oder doldenrispig gruppierten Köpfchen, meist lineal-länglichen, zusammengedrückten Achenen mit einreihigem Pappus. Etwa 100 Arten, besonders in Amerika und Ostindien. E. acre L. (blaue Dürrwurz), mit scharfhaarigem Stengel und rötlich-lilafarbenen, zurückgerollten Strahlenblütchen, wächst an dürren Stellen durch ganz Europa, war früher offizinell. E. canadense L., mit rauchhaarigem, steifem Stengel und kleinen, weißen oder rötlichen Blüten in verlängerter Rispe, ursprünglich in Amerika einheimisch, ist schon seit langer Zeit auf Schutthaufen, Mauern und wüsten Plätzen durch ganz Europa häufig anzutreffen und oft ein lästiges Unkraut, wird arzneilich benutzt. Andre Arten aus Nordamerika und E. alpinum Lam., mit lilafarbigen Strahl- und goldgelben Scheibenblüten, werden in Gärten kultiviert.

Erigieren (lat.), auf-, emporrichten, erheben; erigibel, aufrichtbar. Vgl. Erektion.

Erigone, s. Ikarios.

Erikaceen (Heidegewächse), dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Bicornes unter den Sympetalen, schön blühende, zierliche, immergrüne Sträucher oder kleine Bäumchen mit meist kleinen, nadelförmigen, seltener breiten, lederartigen, ganzen oder gesägten, stets nebenblattlosen Blättern. Die Blüten sind vier- oder fünfzählig, die Staubblätter bilden in der Regel zwei Kreise, von denen der äußere vor den Blumenblättern, der innere vor den Kelchblättern steht. Die Antherenfächer verlängern sich oft in einen röhrenförmigen Fortsatz, an welchem sie durch je ein Loch aufspringen. Bisweilen ist der Rücken jedes Antherenfaches mit einem borstenförmigen Anhang versehen. Der ober- oder unterständige Fruchtknoten ist aus ebenso vielen Karpellen zusammengesetzt, wie es Kelchblätter gibt, und bildet ebenso viele Fächer, welche in ihrem Innenwinkel an einem in das Fach vorragenden Samenträger zahlreiche Samenknospen tragen. Die Frucht ist meist eine Kapsel, welche fach- oder scheidewandspaltig mit Klappen sich öffnet, die sich von der samentragenden Mittelsäule trennen; selten wird die Frucht zu einer Beere. Die E. zerfallen in fünf Unterfamilien: die Ericineen mit oberständigem Fruchtknoten und fachspaltigen Kapseln, die Vaccinieen mit unterständigem Fruchtknoten und Beerenfrüchten, die Rhodoreen mit oberständigem Fruchtknoten und wandspaltigen Kapseln, die Piroleen mit freien Blumenblättern und die Monotropeen (s. d.). Die E. zählen gegen 1200 Arten und sind über die ganze Erde, vorzüglich in den kalten und gemäßigten Zonen, verbreitet; die größte Mehrzahl der Arten jedoch, nämlich fast 7/9, ist auf der Südspitze von Afrika einheimisch; viele bilden wegen ihres geselligen Vorkommens einen eigentümlichen Vegetationscharakter (Heiden). Auch vorweltliche E. aus den Gattungen Andromedites Ett., Arbutites Ett., Andromeda L., Dermatophyllites Göpp. und Erica L. sind aus mittlern und jüngern Tertiärschichten bekannt. Die Ericineen sind durch bittere und adstringierende Bestandteile ausgezeichnet; aus diesem Grund werden manche, wie die Blätter von Arctostaphylos uva ursi Spreng., arzneilich angewendet. Die Früchte von Arbutus Unedo L. sind eßbar, und Gaultheria procumbens L. liefert einen Thee und ätherisches Öl. Viele E. sind auch wegen ihrer schönen Blüten beliebte Zierpflanzen, wie zahlreiche Arten der Gattung Erica L. (s. d.) und mehrere Azalea- und Rhododendron-Arten.

Erin (kelt.), alter Name für Irland.

Erinaceus, Igel.

Erineum Pers., abnorme lokale Filzbildungen von meist lebhafter Farbe auf der Oberfläche der Pflanzenblätter, die früher als Pilzbildungen betrachtet wurden, aber abnorme Haarbildungen der Epidermis der Blätter (Filzkrankheit) und keine Pilze sind. Auf mehr oder weniger großen Stilen des Blattes wächst die Außenwand jeder einzelnen Epidermiszelle in Form eines Härchens aus, so daß kleine, dichte Räschen auf der Blattfläche entstehen. Die Härchen sind keulen- oder trichterförmig, gelblich, rötlich oder braun, treten in der Regel auf der untern Blattfläche auf und sind von einer mehr oder weniger starken Auftreibung der Blattsubstanz auf der entgegengesetzten Blattfläche begleitet; sie stellen allgemein durch Milben verursachte Gallenbildungen dar. Das auf den Weinblättern häufig vorkommende E. vitis Schrad. (Phyllerium viteum Fr.) wird z. B. von einer Milbenart, Phytopus vitis Land. ^[richtig: Phytoptus vitis Land.], verursacht. Die Tiere erscheinen im Frühjahr auf den Blättern als weißlicher Staub, und die Blattstelle, auf der sie sitzen, wird etwas konkav und bedeckt sich mit dem E. Die Tiere stechen mit ihren spitzigen Mandibeln das Blatt an. Die Weibchen legen die Eier an die Erineumfäden, und die Jungen zehren von den jungen Auswüchsen. In Einem Sommer können mehrere Generationen erzeugt werden. Wahrscheinlich überwintern die Milben nicht in den abgefallenen Blättern, wie früher angenommen wurde, sondern in den Knospen. Letzteres ist in einigen Fällen sicher konstatiert. Besonders häufig kommen außerdem Erineumbildungen vor an der Erle, Zitterpappel, am Spitz- und Bergahorn, an der Rotbuche, Linde, Birke, an Apfel-, Birn- und verwandten Bäumen, auch an Ebereschen. Gewöhnlich treten sie nur an einzelnen Blättern eines Baums auf, und auch die damit versehenen Blätter bleiben lebendig und verrichten ihre Funktionen, wenn nur einzelne Stellen derselben damit besetzt sind. Wo aber an einem Individuum die meisten Blätter von der Krankheit in hohem Grad ergriffen sind, da hat dies auch eine schädliche Rückwirkung auf die Pflanze überhaupt, und am Weinstock wird z. B. bei zu starker Erineumbildung die Traubenbildung beeinträchtigt. Als Verhütungsmittel kann nur das Zurückschneiden der milbenbeherbergenden Zweige angegeben werden.

Eringer Thal, s. Herens, Val d'.

Erinit (distomer Habronemmalachit), Mineral aus der Ordnung der Phosphate, findet sich in