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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Esch; Eschara; Eschatologie; Esche; Eschel; Eschenbach

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Esch. - Eschenbach.

1864) und veröffentlichte außerdem: "La guerre, l'organisation de l'armée, etc." (1867) u. a. E. starb 18. Dez. 1868 in Fontainebleau.

Esch., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Joh. Friedr. Eschscholtz (s. d.).

Eschara (griech., "Brandstelle"), Verschorfung, Verkohlung von Körperteilen, besonders bei Brand und nach Anwendung des Glüheisens oder eines Ätzmittels.

Eschatologie (griech., von eschaton, das "Äußerste, Letzte"), in der Dogmatik die der christlichen Zukunftshoffnung zum Ausdruck dienende Lehre von den letzten Dingen (res novissimae s. ultimae, novissima), d. h. vom Tod und Zwischenzustand, vom Tausendjährigen Reich, von der Auferstehung und dem das Los der Gerechten und Ungerechten entscheidenden Jüngsten Gericht. Das farbigste Kapitel in der E. liefert der Chiliasmus (s. d.), welcher die älteste Kirche beherrschte, aber selbst im Mittelalter jeweils apokalyptische Stimmungen und Unternehmungen hervorrief, die eine gesteigerte Fortsetzung in den wiedertäuferischen und sonstigen fanatischen Schwärmereien des Reformationszeitalters fanden. Sowohl diesen als der römischen Fegfeuerlehre gegenüber verhielt sich die protestantische Theologie kühl ablehnend, und erst die mystisch-theosophischen Theologen Petersen, Spener, Bengel, Ötinger haben die E. wieder reicher ausgebildet. Reduzierte der Rationalismus die E. auf die Unsterblichkeit der Seele, beseitigte der Pantheismus auch diese, so entstanden in Rothe und Martensen wieder geistvolle Vertreter einer realistischen Auffassung, während die modern protestantische Dogmatik seit Schleiermacher die E. gewöhnlich als Lehre von der Vollendung der Kirche behandelt und ihr zuweilen nur die Bedeutung eines Anhanges beläßt.

Esche (Fraxinus L., hierzu Tafel "Esche"), Gattung aus der Familie der Oleaceen, Bäume mit gegenüberstehenden, unpaarig gefiederten Blättern mit meist gesägten Fiedern, seitlich an vorjährigem Holz erscheinenden, unscheinbaren Blütenständen oder end- und seitenständige Rispen bildenden Blüten und einsamiger Flügelfrucht. Etwa 30 Arten in den gemäßigten und subtropischen Klimaten der nördlichen Erdhälfte. Die gemeine E. (Fraxinus excelsior L., s. Tafel), einer unsrer schönsten Waldbäume, mit hohem, schlankem Stamm, heller, rauher, im Alter borkenrissiger Rinde, ziemlich spät sich abwölbender Krone, schwarzen Knospen, unpaarig gefiederten Blättern mit länglichen oder elliptischen, gesägten, meist kahlen Blättchen, blumenblattlosen Blüten, die in ungleichen, kleinen Rispen vor dem Ausbrechen der Laubknospen erscheinen, und überhängender, breiter, geflügelter Frucht. Die Wurzel dringt nicht tief in den Boden, breitet sich aber ziemlich weit aus. Das Holz gleicht im Gefüge dem Rüsternholz, besitzt sehr zahlreiche schmale, feine Markstrahlen, ist gelbweiß, nur an stärkern Stämmen im Kern braun, fein, schwerspaltig, auf der Radialfläche ziemlich glänzend, hart, dient zu Drechsler- und Wagnerarbeiten, Turngeräten etc., junges Holz auch zu Faßreifen. Die E. findet sich in Europa bis 62° nördl. Br. und im Orient in feuchten Wäldern. Sie verlangt frischen, fruchtbaren Boden, wächst in der Jugend schnell und üppig und erreicht bei einem Stammdurchmesser von 90-125 cm eine Höhe von 40 m. In England soll es Eschen von nahe an 18 m Umfang geben. Die E. besitzt eine große Ausschlagsfähigkeit, an Krankheiten leidet sie wenig, bisweilen durch Spätfröste; Wild und Weidevieh benagen sie gern, und die Spanische Fliege frißt am liebsten Eschenlaub. Letzteres ist auch ein vorzügliches Schaffutter und wird als solches besonders in Steiermark und Kärnten benutzt. Die E. spielt in der nordischen Mythologie eine große Rolle: aus ihr ging der Mann hervor, aus der Erle das Weib. Man kultiviert viele Abarten, von denen die Trauer- oder Hängeesche (F. excelsior pendula Ait.) als Trauerbaum benutzt wird. Die E. kommt nicht in reinen Beständen in der Natur vor, sondern immer nur einzelständig oder in ganz kleinen Horsten. Reine Eschenbestände sind daher überall, wo man sie künstlich hervorgebracht hat, eine Unnatur und entspringen einem Zwange gegen die genannte Holzart, welcher sich durch totalen Mißerfolg rächt. Dagegen ist es durchaus ratsam, auf geeignetem kräftigen, thonreichen und frischen Boden in den Laubholzbeständen der E. im Einzelstand ihren Platz zu gönnen, ihr Vorkommen und ihren Wuchs möglichst zu fördern. Die E. ist heimisch auf dem kräftigen Buchenboden des Hügel- und untern Berglandes, meidet die Flachlandsändböden ebenso wie die rauhern Gebirgslagen, kommt aber in milden lehmigen Brüchern auch im Flachland gern vor, besonders an den etwas erhöhten und vor stauender Nässe geschütztern Rändern derselben. Will man sie an geeigneten Stellen in Verjüngungen einsprengen, so geschieht dies am zweckmäßigsten durch Pflanzung stärkerer, etwa 1 m hoher Pflanzen; kostspielige Heisterpflanzungen sind nur da ratsam, wo man fürchtet, daß die Pflänzlinge bald überwachsen werden. Dieselben sind gegen Wild (insbesondere gegen das Schlagen oder Fegen des Reh- und Rotwildes) sorgfältig zu schützen. Zur Erziehung der Pflanzen besäet man eine spatentief umgegrabene Fläche mit etwa 1 hl Samen pro Ar. Der Same reift im Oktober und wiegt pro Hektoliter etwa 17 kg. Er keimt meist erst im zweiten Jahr, und man bewahrt ihn daher auch in einem trocknen Graben, in welchem er etwa 15 cm hoch aufgeschüttet und mit Laub und Erde bedeckt wird, bis zum nächsten Herbst auf, um ihn dann auszusäen. Die jungen Pflanzen werden zweckmäßig einjährig verschult (in 0,3 m Quadratverband verpflanzt), wachsen dann aber in wenigen (2-3) Jahren zur kräftigen Lode oder zum Halbheister heran, wenn der Kamp eine frostfreie Lage hat. Gegen Frost sind die jungen Eschen überaus empfindlich. Die Mannaesche (Blumenesche, F. Ornus L.), ein hübscher, kleiner Baum oder Strauch in Südeuropa und im Orient, hat mit vier kleinen, zungenförmigen, weißen Blumenblättern versehene Blüten in ansehnlichen Trauben, auf der Unterfläche längs des Mittelnervs behaarte, drei- bis vierjochig unpaarig gefiederte Blätter und aufrechte Flügelfrüchte, findet sich in Bergwäldern Südeuropas, nordwärts bis zur südlichen Schweiz, Südtirol, Istrien, Ungarn, Siebenbürgen, in Kleinasien und Turkistan, wird besonders in Sizilien kultiviert und liefert die Manna, welche aus Einschnitten in die Rinde als süßer, an der Luft bald erhärtender Saft ausfließt. In unsern Parkanlagen werden auch mehrere nordamerikanische Eschen kultiviert, z. B. die Weißesche (F. americana L.), ein schöner, großer Baum von der Ostseite; die Rotesche (F. pennsylvanica Marsh); die Schwarzesche (F. nigra Marsh), gleichfalls von der Ostseite; die Blauesche (F. quadrangulata Mchx.), aus Ohio, Kentucky, Illinois, Tennessee, deren Holz gleich dem der Weißesche in der Heimat sehr geschätzt ist.

Eschel, die feinste Sorte der Schmalte (s. d.).

Eschenbach, 1) (Münchs-E.) Stadt im bayr. Regierungsbezirk Oberpfalz, Sitz eines Bezirksamts und eines Amtsgerichts, mit 2 Kirchen und (1885) 1402 kath. Einwohnern. -

2) Stadt im bayr. Kreis Mittelfranken, Bezirksamt Heilsbronn, mit einem Schloß,