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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Eugene City; Eugenglanz; Eugenia; Eugenie; Eugenol; Eugensäure; Eugubinische Tafeln

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Eugene City - Eugubinische Tafeln.

nach seinem Tod vom General v. Hobe herausgegeben worden sind (Frankf. a. O. 1862) und sehr interessante Details für die Geschichte der Jahre 1807-1814 wie für die innern Verhältnisse des russischen Heers und Hofs darbieten. Neuerlich wurde auch die "Nachgelassene Korrespondenz zwischen dem Herzog E. von Württemberg und dem Chef seines Stabes, Hofmann, 1813-14" (Kannst. 1883) von Hofmann-Chappuis herausgegeben. Vgl. v. Helldorf, Aus dem Leben des Prinzen E. von Württemberg (Berl. 1861-62, 4 Bde.). - Eugens einziger Sohn aus erster Ehe war Herzog Eugen Wilhelm Alexander Erdmann, geb. 25. Dez. 1820, erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses, preußischer General der Kavallerie, gest. 8. Jan. 1875 zu Karlsruhe in Oberschlesien; der Sohn desselben, Herzog Eugen Wilhelm August Georg, geb. 20. Aug. 1846, württembergischer Major, vermählt 1874 mit der Großfürstin Wjera von Rußland, Tochter des Großfürsten Konstantin, starb 27. Jan. 1877. Der älteste von Eugens Söhnen zweiter Ehe, der am 20. Juli 1828 geborne Herzog Wilhelm Nikolaus, österreichischer Feldzeugmeister, zeichnete sich im deutsch-dänischen Krieg 1864 bei Översee aus und ist kommandierender General in Lemberg.

Eugene City (spr. juhdschin ssitti), Hauptort der Grafschaft Lane im nordamerikan. Staat Oregon, am Willamette, der hier für Dampfschiffe schiffbar wird, ist Sitz einer Universität und hat (1880) 1117 Einw.

Eugenglanz (Polybasit, Sprödglaserz zum Teil), Mineral aus der Ordnung der Sulfosalze, kristallisiert in rhombischen Tafeln, findet sich auch derb und eingesprengt, ist eisenschwarz, in sehr dünnen Blättchen rot durchscheinend, metallglänzend, Härte 2-2,5, spez. Gew. 6-6,25, besteht aus Schwefelsilber mit Schwefelantimon 9Ag2S + As2S3 ^[9Ag_{2}S + As_{2}S_{3}], enthält aber auch Eisen, Kupfer, Zink und statt Arsen mehr oder weniger Antimon. Der Silbergehalt beträgt 64-72 Proz. Es findet sich auf Erzgängen bei Freiberg, Andreasberg, Joachimsthal, Schemnitz, in Mexiko, Nevada, Idaho und ist ein wichtiges Silbererz.

Eugenia Micheli (Kirschmyrte), Gattung aus der Familie der Myrtaceen, Bäume und Sträucher mit immergrünen, meist lederigen Blättern, einzeln achselständigen oder zu cymösen oder traubigen Infloreszenzen gruppierten Blüten und meist wenigsamigen Beeren, selten fast steinfruchtartigen oder lederigen, meist am bleibenden Kelche gekrönten Früchten. Etwa 500 Arten, meist im tropischen und subtropischen Amerika und im heißen Asien. E. Michelii Lam., ein Baum von 6 m Höhe, in Brasilien, wird hier wie in Westindien kultiviert, indem die angenehm riechenden und wohlschmeckenden Beeren häufig als Obst genossen und außerdem zur Bereitung eines Sirups, Essigs und eines weinartigen Getränks verwendet werden. E. pseudocaryophyllus Dec., ein Baum Brasiliens, in allen seinen Teilen von stark gewürzhaftem, den Gewürznelken ähnlichem Geruch, dessen Früchte wie diese in Brasilien in der Haushaltung, aber auch als Arznei gebräuchlich sind. E. australis Dec., ein 12 m hoher Strauch mit violettroten, länglichen, kirschgroßen Früchten, die durch Gärung einen angenehm schmeckenden Wein liefern. E. acris W. et A., in Westindien, liefert für Ebenisten brauchbares Myrtenholz. E. caryophyllata, s. Caryophyllus. Einige Arten werden als Zierpflanzen kultiviert.

Eugenie, 1) E. Marie de Guzman, Kaiserin der Franzosen, geb. 5. Mai 1826 zu Granada, die zweite Tochter des Grafen von Montijo und Teba, Herzogs von Peneranda, Granden von Spanien, und der Marie Manuela Kirkpatrick v. Closeburn aus einer katholischen schottischen Familie, brachte unter dem Namen einer Gräfin von Teba den größten Teil ihrer Jugend mit ihrer Mutter auf Reisen zu. 1851 erschien sie bei den Festen des Prinz-Präsidenten Ludwig Napoleon im Elysée und erregte durch ihre Schönheit und Anmut allgemeine Aufmerksamkeit. Da Napoleons Bewerbungen um Prinzessinnen aus alten Fürstenhäusern mißlangen, so erklärte er 22. Jan. 1853 dem Ministerrat, daß er sich mit der Gräfin von Teba vermählen werde. Am 29. Jan. 1853 wurde die Vermählung in der Notre Dame-Kirche gefeiert, und 16. März 1856 schenkte E. ihrem Gemahl einen Thronerben. Sie gab durch eleganten Luxus in der Pariser Modenwelt den Ton an, erlangte aber auch allmählich politischen Einfluß und führte wiederholt während der Abwesenheit des Kaisers die Regentschaft und den Vorsitz im Ministerrat. Auch vertrat sie Napoleon 1869 bei der Eröffnung des Suezkanals. Die Erfolge Preußens 1866 brachten sie an die Spitze der Kriegspartei. Sie glaubte, daß die Napoleonische Dynastie nur durch einen glücklichen Eroberungskrieg am Rhein sich halten könne, und erblickte als fanatische Katholikin in der Wiederaufrichtung der weltlichen und der Erweiterung der geistlichen Herrschaft des Papstes eine Lebensaufgabe. Die spanische Frage schien ihr 1870 ein passender Anlaß zur Entscheidung zu sein, und sie trieb daher mit Aufbietung alles Einflusses zum Krieg mit Preußen (ma petite guerre). Für die Dauer der Abwesenheit des Kaisers wurde ihr 23. Juli die Regentschaft übertragen; 24. Juli begab sie sich zur Flotteninspektion nach Cherbourg. Auf die Nachricht von den Niederlagen vom 6. Aug. erließ sie am 7. eine Proklamation an das französische Volk, worin sie die Fahne Frankreichs in jeder Gefahr zu verteidigen versprach. In Gemeinschaft mit Palikao erklärte sie sich aufs entschiedenste gegen die Rückkehr des Kaisers und den Rückzug der Mac Mahonschen Armee von Châlons nach Paris, beharrte auf dem Zuge gegen Metz und verschuldete so an ihrem Teil die Katastrophe von Sedan. Als 4. Sept. in Paris die Revolution ausbrach, mußte E. unter dem Schutz des Fürsten Metternich aus den Tuilerien flüchten, erreichte 7. Sept. den kleinen Hafenplatz Deauville und schiffte sich am andern Tag nach England ein. Dort traf sie ihren Sohn und nahm mit demselben vom 24. Sept. an ihren Aufenthalt zu Chiselhurst, in der Nähe von London. Dorthin kam auch der Exkaiser Napoleon, aus seiner Haft auf Schloß Wilhelmshöhe entlassen, 20. März 1871. Die kaiserliche Familie blieb in Chiselhurst. Am 9. Jan. 1873 ward E. Witwe. Sie nahm fortan teil an allen wichtigen Ereignissen in Frankreich und gab viel Geld aus, um die bonapartistische Partei zu stärken. Durch den Tod ihres Sohns, des kaiserlichen Prinzen, 1. Juni 1879 in Südafrika wurden alle ihre Hoffnungen grausam zerstört. Nachdem sie 1880 eine Reise nach der Unglücksstätte unternommen, zog sie sich unter dem Namen einer Gräfin von Pierrefonds gänzlich vom öffentlichen Leben zurück.

2) E. Adelaide Louise von Bourbon, s. Adelheid 2).

Eugenol, s. Nelkensäure.

Eugensäure, s. Nelkensäure.

Eugubinische Tafeln (Tabulae Iguvinae), sieben große kupferne Tafeln mit umbrischen und lateinischen Inschriften, in der Stadt Gubbio oder Eugubio (dem alten Iguvium) 1444 in einem Gewölbe gefunden und in dem Rathaus daselbst aufbewahrt.