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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Eulersche Zahlen; Eulogie; Eultschek; Eulysit; Eumäos; Eumenes

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Eulersche Zahlen - Eumenes.

die vom Staat eingerichteten Kurse zur Ausbildung von Turnlehrerinnen. E. steht auf dem Standpunkt der Turnrichtung von Spieß und sucht zugleich den Jahn-Eiselenschen Anschauungen gerecht zu werden. Von seinen Schriften nennen wir: "Erzbischof Willigis von Mainz" (Naumb. 1860); "Verordnungen und amtliche Bekanntmachungen, das Turnwesen in Preußen betreffend" (mit Eckler, Leipz. 1869); "Lehrbuch der Schwimmkunst" (mit Kluge, Berl. 1870); "Turngeräte und Turneinrichtungen" (mit Kluge, das. 1872); "Das Jahndenkmal" (Leipz. 1874); "Der Unterricht im Turnen" (in der Neubearbeitung von Diesterwegs "Wegweiser", Essen 1878); "Die Geschichte des Turnunterrichts" (in Kehrs "Geschichte der Methodik", Gotha 1880); "Das Leben Jahns" (Stuttg. 1880), dessen Schriften er (Berl. 1883 ff.) neu herausgab; "Friedr. Friesen" (das. 1885).

Eulersche Zahlen (Sekanten-Koeffizienten), gewisse Zahlen, die als Koeffizienten der Glieder in der Entwickelung von sec x (s. Trigonometrie) in eine nach Potenzen von x fortschreitende Reihe auftreten. Die sechs ersten sind 1, 5, 61, 1385, 50521, 270715.

Eulogie (griech., "schöner, wohlklingender Ausdruck"), bei den ältern Kirchenschriftstellern teils der Segen, den der Presbyter oder Bischof über die Gemeinde spricht, teils (nach 1. Kor. 10, 16) gleichbedeutend mit den gesegneten Elementen der Eucharistie (s. d.); später besonders das zur Oblation dargebrachte Brot, von welchem die Hostie genommen war, und dessen Überreste, als Surrogat derselben, am Schluß der Messe unter den Anwesenden verteilt und auch Abwesenden überbracht wurden, was besonders in der griechischen Kirche üblich blieb.

Eultschek, türk. Bezeichnung für Liter.

Eulysit, Mineral, ein Olivin mit 53-56 Eisenoxydul, 8-9 Manganoxydul und nur 2,5-3,5 Magnesia, bildet mit Augit und Granat ein Gestein im Gneis bei Tunaberg in Schweden.

Eumäos, der "göttliche Sauhirt" des Odysseus, Sohn des Königs Ktesios von Syria, ward von phönikischen Seeleuten geraubt und kam durch Kauf in die Hände des Laertes. Als Odysseus in Bettlergestalt nach Ithaka zurückkehrte, nahm ihn E., ohne ihn zu erkennen, gut auf und leistete seinem Herrn nachher gegen die Freier die treuesten Dienste. S. Odysseus.

Eumenes, 1) E. aus Kardia in Thrakien, makedon. Feldherr, wurde, kaum 20 Jahre alt, Geheimschreiber Philipps von Makedonien und bekleidete dieselbe Stellung auch unter Alexander d. Gr., der ihn besonders zu diplomatischen Verhandlungen verwendete. Nach dessen Tod erhielt er durch Perdikkas die Statthalterschaft über Kappadokien und Paphlagonien. Er war des Perdikkas treuer Ratgeber und Kriegsgefährte und siegte über Krateros, der mit Antipatros gegen Perdikkas ausgezogen war, 321 v. Chr. in einer Schlacht, in welcher Krateros selbst und dessen Verbündeter Neoptolemos fielen. Nach des Perdikkas Ermordung 321 geächtet, zog sich E. nach Kappadokien zurück. Antigonos verfolgte ihn in das Innere des Landes, wußte die Treue seiner Truppen zu lockern und nach einer blutigen Schlacht ihn so in die Enge zu treiben, daß er sein Kriegsheer auflöste und sich mit wenigen Getreuen in das feste Bergschloß Nora warf, wo er sich über ein Jahr hielt. Als Antigonos nach Antipatros' Tod sich zum Reichsverweser (anstatt Polysperchons) zu machen suchte, verweigerte ihm E. die begehrte Unterstützung, entkam aus Nora, sammelte ein Heer, mit dem er sich Phönikiens bemächtigte, und wurde von Polysperchon zum Strategen in Asien ernannt. Als solcher wußte er die berittene Königsgarde, von ihren silbernen Schilden Argyraspiden genannt, auf seine Seite zu ziehen und zog aus Kilikien nach Syrien in das Gebiet von Susa und Persepolis, um hier das makedonische Königtum gegen die abtrünnigen Statthalter Seleukos von Babylon und Peithon von Medien, des Antigonos Bundesgenossen, zu verteidigen. Mit wunderbarem Geschick wußte er die unzuverlässigen, nur auf eignen Vorteil bedachten Satrapen zu gemeinsamem Handeln zu vereinigen und zur Anerkennung seiner Feldherrnwürde zu bringen, widerstand dem an Truppen ihm weit überlegenen Antigonos in den unentschieden gebliebenen Kämpfen in Parätakene und Gabiene mit Erfolg und wußte den Gegner durch seine Kriegskunst und seinen erfinderischen Geist im Schach zu halten, so daß das Heer ihn zum alleinigen Führer wünschte. Aber die übrigen Feldherren und Satrapen haßten den "Schreiber" und "Fremdling", zettelten eine Verschwörung gegen ihn an und wußten die Argyraspiden in ihrer Treue wankend zu machen, so daß sie, um ihre während der Schlacht bei Gadamarta vom Feind entführten Frauen und Schätze zurückzuerhalten, ihren Führer verräterischerweise an Antigonos auslieferten, der ihn (316) im Gefängnis töten ließ. Aus dem Altertum haben wir Biographien des E. von Plutarch und Cornelius Nepos.

2) E. II., ältester Sohn Attalos' I., König von Pergamon seit 197 v. Chr. Treuer Bundesgenosse der Römer, schlug er ihnen zu Gefallen die Schwägerschaft mit Antiochos d. Gr. von Syrien aus, unterstützte die Römer 195 gegen den spartanischen Tyrannen Nabis, nahm eifrigen Anteil an dem Krieg Roms gegen die Ätolier und den syrischen König Antiochos d. Gr. und verhalf ihnen in der Schlacht bei Magnesia 190 zum Sieg. Aus Dankbarkeit schenkte ihm der Senat alle Länder, die Antiochos diesseit des Taurus besessen hatte, Lykien und Karien ausgenommen, und machte ihn dadurch zu einem der mächtigsten Könige in Asien und zu einem Gegengewicht gegen die immer noch ansehnliche Macht Makedoniens. Bald darauf wurde E. mit dem bithynischen König Prusias in Krieg verwickelt, in welchem dieser durch Hannibals Anschläge einen Sieg zur See und zwei zu Land erfocht. Nachdem durch Vermittelung der Römer der Friede wiederhergestellt war, sah sich E. von Pharnakes, dem König von Pontus, angegriffen, nötigte ihn aber mit Hilfe der Römer durch siegreichen Kampf zum Frieden. Hierauf geriet er mit den Rhodiern in einen Streit, welchen die Römer absichtlich nährten, um E. nicht zu mächtig werden zu lassen. Doch erlangte er die Gunst des römischen Senats wieder, als er demselben bei einem Besuch in Rom 172 die Pläne des Königs Perseus von Makedonien enthüllte. Auf der Rückreise durch Griechenland entging er mit Not den Dolchen der von Perseus gedungenen Meuchelmörder. Im zweiten Makedonischen Krieg stand E. anfangs auf seiten der Römer, ließ aber allmählich, da er sich in seinen Hoffnungen auf den Besitz Makedoniens getäuscht sah und ihm die Römer allzu mächtig wurden, in seinem Eifer nach und knüpfte selbst mit Perseus Unterhandlungen an, die sich aber an dessen Geize zerschlugen. Er wurde daher nach der Beendigung des Kriegs von den Römern, die ihn jetzt nicht mehr brauchten, sehr ungnädig behandelt und auf allerlei Weise gekränkt. Nur sein Tod (159) verhinderte den offenen Ausbruch von Feindseligkeiten mit Rom. Er hinterließ das Reich, da sein Sohn noch unmündig war, seinem Bruder Attalos.