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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Exzidieren; Exzipieren; Exzision, Exzisūr; Eyach; Eyb; Eybel; Eybler; Eyck

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Exzidieren - Eyck.

teidigung treffen würde. Das deutsche Reichsstrafgesetzbuch (§ 53) erklärt den E. der Notwehr für nicht strafbar, wofern der Thäter in Bestürzung, Furcht oder Schrecken über die Grenzen der Verteidigung hinausgegangen ist. Strafbar dagegen sind Exzesse der Beamten (Amtsexzesse), worunter man Mißbräuche der Amtsgewalt versteht, deren sich Administrativ- und Justizbeamte durch willkürliche Verhängung, Verlängerung oder Erschwerung von Untersuchungen, Verhaftungen etc. schuldig machen können. S. Amtsverbrechen. Excessus in modo, Fehler in der Form einer Handlung.

Exzidieren (lat.), heraus-, entfallen; auch herausschneiden; Exzidenz, das Ausfallen eines Gliedes; Exzision, Ausschneidung; Exzisur, Ausschnitt.

Exzipieren (lat.), ausnehmen von etwas, etwas als Ausnahme hinstellen; in der Rechtssprache etwas als Einrede (s. d.) geltend machen. Vgl. Excipe.

Exzision, Exzisūr (lat.), s. Exzidieren.

Eyach, zwei Flüsse im württemberg. Schwarzwaldkreis. Der eine entspringt bei Pfäffingen am Rande der Alb, fließt in südlicher Richtung, tritt oberhalb Balingen aus der Alb und mündet unweit Horb nach 54 km langem Lauf in den Neckar; das Eyachthal, ungefähr 37 km lang, ist eins der schönsten Thäler der Alb. Die Schwarzwälder E. entspringt auf der Höhe des Schwarzwaldes aus dem Wilden See oberhalb Wildbad und mündet unterhalb Höfen in die Enz; ihr Thal ist rechts und links von hohen Felswänden eingeschlossen.

Eyb, 1) Ludwig von, fränk. Ritter, geb. 1417, trat in die Dienste der hohenzollerischen Burggrafen von Nürnberg und war besonders vertrautester Berater und Freund des Markgrafen Albrecht Achilles, den er bei der Verwaltung seines Landes unterstützte, als Feldhauptmann in den Krieg begleitete, und dem er die diplomatischen Verhandlungen führte. Den Söhnen desselben leistete er dieselben Dienste, daneben stand er auch lange Zeit in amtlicher Verbindung mit dem Stift Eichstätt. Er starb 1502. E. verfaßte die als Geschichtsquelle äußerst wertvollen "Denkwürdigkeiten brandenburgischer hohenzollerischer Fürsten" (hrsg. von Höfler im 1. Bd. der "Quellensammlung für fränkische Geschichte", Baireuth 1849); ferner eine wichtige Aktensammlung: "Das kaiserliche Buch des Markgrafen Albrecht" (1. Teil: vorkurfürstliche Periode 1440-70, hrsg. von Höfler ebenda, Bd. 2, 1850, und 2. Teil: kurfürstliche Periode 1470-80, von Minutoli, Berl. 1850).

2) (Eybe) Albrecht von, Schriftsteller, Bruder des vorigen, geb. 24. Aug. 1420 auf Schloß Sommersdorf in Franken, studierte zu Pavia die Rechte, wurde 1449 Archidiakon zu Würzburg, später Domherr zu Bamberg und Eichstätt, auch Kämmerling des Papstes Pius II. und starb 24. Juli 1475 in Eichstätt. Als Schriftsteller ist er besonders bekannt durch sein geistreiches "Ehestandsbuch" ("Ob ainem manne sey zu nemen ein Eelichs Weib oder nit", zuerst Nürnb. 1472, oft aufgelegt; sprachlich erneuert hrsg. von K. Müller, Sondersh. 1879), das großen Beifall fand, und in welches unter anderm zwei aus dem Italienischen übersetzte Novellen eingefügt sind. Andre Werke von ihm sind: "Margarita poetica" (zuerst Nürnb. 1472), eine lateinische Sammlung poetischer und prosaischer Stellen aus Klassikern, und eine erst nach seinem Tod erschienene moralische Chrestomathie: "Spiegel der Sitten" (Augsb. 1511), welche durch die beigefügten Übersetzungen zweier Komödien des Plautus ("Menächmen" und "Bacchides") sowie der "Philigenia" des Ugolini besonderes Interesse hat.

Eybel, Adolf, Maler, geb. 24. Febr. 1806 zu Berlin, bildete sich zuerst auf der Akademie der Künste daselbst, dann im Atelier Kolbes und ging 1835 nach Paris, wo er unter Delaroche studierte. Nach seiner Rückkehr malte er Porträte und Genrebilder und führte 1846 ein großes Historienbild: Schlacht bei Fehrbellin, aus, welches sich im königlichen Schloß zu Berlin befindet. 1849 wurde er Leiter der Tierklasse an der Akademie und 1851 Professor. Er starb 12. Okt. 1882 in Berlin. Von seinen Bildern sind ferner zu nennen: ein Fischer mit seinem Mädchen, Spaziergang aus Goethes "Faust", italienische Fischer, die Weinzeche, eine Szene aus Walter Scotts "Woodstock" und Richard Löwenherz und Blondel.

Eybler, Joseph (von), Kirchenkomponist, geb. 8. Febr. 1764 zu Schwechat bei Wien, 1777-79 Schüler von Albrechtsberger, auch mit Haydn und Mozart befreundet, wurde 1792 Chordirektor an der Karmeliterkirche in Wien, 1793 auch am Schottenstift, 1801 Musiklehrer der kaiserlichen Prinzen, 1804 Vizehofkapellmeister und nach Salieris Rücktritt (1824) erster Hofkapellmeister. Seit 1833 in Ruhestand versetzt, starb er 24. Juli 1846. E. hatte Mozart während seiner letzten Krankheit gepflegt und von dessen Witwe den Auftrag zur Vollendung des "Requiem" erhalten, auf den er indessen bald verzichtete. Als Kirchenkomponist nimmt er eine sehr achtbare Stellung ein, und viele seiner zahlreichen Werke (32 Messen, 2 Oratorien, 30 Offertorien etc.) werden noch jetzt in Wien aufgeführt. Seine Symphonien, Konzerte, Sonaten etc. sind heute vergessen.

Eyck, Hubert (Huybrecht) und Jan van, Brüder, niederländ. Maler, Begründer der altflandrischen Schule, stammten nach van Mander aus Maaseyck, einem Städtchen an der Maas bei Maastricht. Hubert, der ältere, mag um 1370 geboren sein. Über sein Leben ist sehr wenig bekannt; sicher weiß man nur, daß er 1421-22 sich zu Gent in die religiöse Genossenschaft der Maria mit den Strahlen einschreiben ließ. Jodokus Vyd, ein reicher Genter, bestellte damals ein großes Altarwerk mit der Anbetung des Lammes bei ihm, das van E. indes unvollendet hinterließ, indem ihn 18. Sept. 1426 der Tod wegraffte; er wurde in der Krypte von St. Bavo zu Gent begraben. Bekannter ist das Leben seines Bruders Jan, der um 1389 geboren zu sein scheint. Von 1422 bis 1424 hielt er sich als Maler und Diener (valet de chambre) an dem Hof Johanns von Bayern im Haag auf, und nach dessen Tode trat er in die Dienste des Herzogs Philipp des Guten von Burgund, der ihn 19. Mai 1425 zum Hofmaler und Kammerdiener mit einem Jahrgehalt von 100 Livres ernannte, worauf er seinen Wohnsitz in Lille genommen zu haben scheint. Philipp ließ ihn verschiedene Reisen unternehmen, so 1426, 1428-29 und 1436, von denen nur die zweite näher bekannt ist. Der Künstler begleitete damals vom Oktober 1428 an die burgundische Gesandtschaft nach Portugal, welche die Heirat Philipps mit der Prinzessin Isabella zu stande brachte; er malte das Porträt derselben und schickte es nach Burgund. Aus dieser spanischen Reise lernte J. van E. die südliche Vegetation kennen, welche er in den landschaftlichen Hintergründen seiner Bilder häufig zur Darstellung brachte. Ende Dezember 1429 kam die Gesandtschaft wieder zurück, und van E. nahm nun seinen Wohnsitz in Gent, wo seine Hauptaufgabe der Altar gewesen war, den er 6. Mai 1432 vollendete. Dann siedelte er nach Brügge über. 1436 schickte ihn Philipp wiederum auf "entfernte und fremde Reisen". Er starb 9. Juli 1440 in Brügge; 21. März