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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Eytelwein; Eyth; Ezan; Ezechiel; Ezekiel; Ezzelino da Romano

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Eytelwein - Ezzelino da Romano.

trefflicher Hafen, nördlich davon die Missionsstation für die Eingebornen, Poonindie.

Eytelwein, Johann Albert, Zivilingenieur, geb. 31. Dez. 1764 zu Frankfurt a. M., trat schon im 15. Jahr in die preußische Artillerie, nahm dann als Leutnant seinen Abschied, ward als Deichinspektor des Oderbruchs angestellt und 1794 zum Oberbaurat befördert. Unter seiner Direktion wurde 1799 die Bauakademie in Berlin eröffnet. 1816 zum Oberlandesbaudirektor ernannt, trat er 1830 in den Ruhestand und starb 18. Aug. 1848 in Berlin. Er leitete eine Reihe der wichtigsten Bauten, wie die Regulierung der Oder, Warthe, Weichsel und des Niemen, die Hafenbauten von Memel, Pillau und Swinemünde, sowie die Grenzregulierungen der Rheinprovinz und die Bestimmung eines definitiven Maßes und Gewichts für Preußen. Er schrieb: "Praktische Anweisung zur Konstruktion der Faschinenwerke an Flüssen und Strömen" (Berl. 1800, 2. Aufl. 1818); "Vergleichung der in den königlich preußischen Staaten eingeführten Maße und Gewichte" (das. 1798, 2. Aufl. 1810, Nachtrag 1817); "Praktische Anweisung zur Wasserbaukunst" (mit Dav. Gilly, das. 1802-1808, 4 Hefte; 2. Aufl. 1809-21); "Handbuch der Mechanik fester Körper und der Hydraulik" (das. 1801; 3. Aufl., Leipz. 1842); "Handbuch der Statik fester Körper" (Berl. 1808, 3 Bde.; 2. Aufl. 1832); "Handbuch der Perspektive" (das. 1810, 2 Bde.); "Grundlehren der höhern Analysis" (das. 1824, 2 Bde.); "Handbuch der Hydrostatik" (das. 1826).

Eyth, Max, Maschineningenieur und Schriftsteller, geb. 6. Mai 1836 zu Kirchheim unter Teck, Sohn des damaligen, auch als Dichter ("Gedichte", 3. Aufl., Stuttg. 1856) genannten Pfarrers Eduard E. (gest. 1884), studierte auf den Polytechniken zu Karlsruhe und Stuttgart Mechanik und Maschinenbaukunde, fungierte 1858-60 als Ingenieur in einer Maschinenfabrik zu Berg bei Stuttgart und ging 1861 nach England, wo er als Ingenieur in die große Maschinenfabrik von Fowler zu Leeds eintrat und sich hauptsächlich der Herstellung von Agrikulturmaschinen widmete. Im Auftrag seiner Fabrik bereiste er die meisten Länder Europas, begab sich 1863 nach Ägypten, um die Einführung des Dampfpflugs, der ihm wesentliche Verbesserung verdankt, zu überwachen und zu fördern, ward hier Chefingenieur des Prinzen Halim Pascha, verließ 1866 diese Stellung wieder und wirkte nun hauptsächlich für die Einführung des Dampfpflugs und eines neuen Schleppsystems in Nordamerika, Westindien, Österreich-Ungarn, Rußland, Rumänien, bis er endlich 1882 sein Verhältnis zur englischen Fabrik löste und sich in Bonn niederließ, wo ihn die Gründung eines Landwirtschaftlichen Reichsvereins (ähnlich der Royal Agricultural Society in England) beschäftigt. Das bewegte und erlebnisreiche Wanderdasein, das E. jahrzehntelang geführt, hat er in dem prächtigen, in seiner Art klassischen "Wanderbuch eines Ingenieurs. In Briefen" (Heidelb. 1871-84, 6 Bde.) geschildert. Als Ingenieur schrieb er außer zahlreichen Abhandlungen in Fachzeitschriften: "Das Agrikulturmaschinenwesen in Ägypten" (Stuttg. 1867); "Steam-cable towing" (New York 1868) u. a. Als belletristischer Schriftsteller veröffentlichte er: "Volkmar", historisch-romantisches Gedicht (3. Ausg., Heidelb. 1876); "Novellen", nebst einem Anhang von Gedichten (das. 1881, zugleich Bd. 3 des "Wanderbuchs"); das Lustspiel "Der Waldteufel" (Heilbr. 1878) und "Mönch und Landsknecht", Erzählung aus dem Bauernkrieg (2. Aufl., Heidelb. 1886).

Ezan (arab.), Gebetausruf der Mohammedaner, s. Muezzin.

Ezechiel (Jecheskiel), Prophet, s. Hesekiel.

Ezechiel (gräzisiert Ezekielos), jüd. Tragiker, lebte im 2. Jahrh. v. Chr. und schrieb zur Ermutigung seiner schwer heimgesuchten Volksgenossen in griechischer Sprache das Trauerspiel "Exagoge", d. h. die Ausführung der Israeliten aus Ägypten, von dem jedoch nur noch Fragmente vorhanden sind (herausgegeben, übersetzt und kommentiert von L. Philippson, Berl. 1830; auch abgedruckt in Delitzsch' Werk "Zur Geschichte der jüdischen Poesie", Leipz. 1836).

Ezekiel (spr. ehs-), Moses Jakob, nordamerikan. Bildhauer, geb. 1844 zu Richmond (Virginia), machte den Krieg in den Reihen der Südstaaten mit, nach dessen Beendigung er beschloß, Bildhauer zu werden. 1869 ging er nach Europa, wurde Schüler der Akademie in Berlin und trat 1871 in das Atelier von Alb. Wolff. Dort erlangte er 1873 den Preis der Michael-Beer-Stiftung und konnte infolgedessen zwei Jahre in Italien sich weiter ausbilden. Auch in den folgenden Jahren erwarb er sich ehrenvolle Anerkennungen, als er seine Arbeiten teils in Berlin und Rom, teils in der Nationalakademie zu New York und in Cincinnati ausstellte. Dieselben sind begründet auf das Studium Michelangelos und fesseln besonders durch die Wärme der Empfindung. Zu den bedeutendern derselben gehören: die Gruppe der Religionsfreiheit für Philadelphia, Israel, die sitzende Gestalt einer Eva, Pan und Amor, ein Märtyrer. Seine Auffassung und Formenbehandlung ist eine durchaus naturalistische. Er ist in Rom ansässig.

Ezzelino da Romano (Ezelin), das Haupt der Ghibellinen in Italien zur Zeit Kaiser Friedrichs II., ein Sohn Ezzelinos II., des Mönchs, stammte aus einem ursprünglich deutschen Rittergeschlecht ab, das, vom Kaiser Konrad II. mit den Burgen Onara und Romano belehnt, bald zu den mächtigsten Adelsfamilien Italiens gehörte, und war 26. April 1194 zu Onara in der Mark Treviso geboren. Schon von früher Jugend an nahm er an den Fehden seines Hauses Anteil, warf sich zum Podesta von Verona auf und schloß sich dann Kaiser Friedrich II. in dessen Kampf mit den Lombarden aufs engste an, wofür ihm derselbe seine natürliche Tochter Selvaggia zur Gattin und 1236 das Oberstatthalteramt über Padua gab. Von nun an verfolgte E. rastlos das Ziel, seinem Haus im Kampf gegen die Guelfen eine selbständige Macht zu erwerben, welche die ganze trevisanische Mark umfassen sollte. Vicenza, Verona, Feltre, Bassano, Belluno und das ganze nordöstliche Italien gehorchten bald seinem eisernen Zepter. Die Furcht, seine selbstgeschaffene Macht von irgend einer Seite gefährdet zu sehen, machte ihn zum grausamen Tyrannen. Wer sich ihm widersetzte oder verdächtig schien, ward eingekerkert, gefoltert und hingerichtet; die edelsten Geschlechter zu Padua und Verona wurden bis auf den letzten Mann vertilgt. Gegen Kaiser Friedrich II., dessen Schutz seine Macht aufrecht hielt, bewies er stets die größte Ergebenheit und Treue, wie er auch nachher dessen Sohn Konrad bei seinen Unternehmungen in Italien aufs eifrigste unterstützte. Allgemein gehaßt, trotzte er allen Nachstellungen durch seine Wachsamkeit sowie offenen Feinden durch seine Macht, gegen die selbst der Bannfluch des Papstes (1252) nichts vermochte. Als er 1256 auch Mantua angriff, zog ein Kreuzheer unter Erzbischof Philipp Fontana von Ravenna, dem sich die Flüchtlinge Paduas, Vicenzas, Trevisos und andrer Städte anschlossen, gegen ihn und eroberte im Juni Padua,