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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Farnham; Farnkräuter; Farnkrautwurzel; Farnworth; Faro; Faro di Messina; Färöer

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Farnham - Färöer.

auch mehrere Arten der Gattung Cibotium) wächst auch auf Borneo, den Philippinen, in Kochinchina, China und im Innern Hochasiens; sein niederliegender Stamm wird 30 cm lang und ist dicht in schön goldgelbe, nicht verfilzte, 2-3 cm lange Haare eingehüllt. Dunklere Haare kommen als Paku-Kidang von einigen javanischen Baumfarnen und auch sonst von amerikanischen tropischen Farnen. Sie eignen sich sämtlich zur Anwendung als blutstillendes Mittel; wo Farnhaare in großer Menge und von besonderer Feinheit und Weiche zu haben sind, werden sie aber auch als Polstermaterial benutzt, z. B. das Pulu von mehreren Cibotium-Arten des Hawai-Archipels und ähnliche Haare von den Azoren, Madeira, Westindien, Neugranada etc. Das Paku-Kidang des holländischen Handels besteht aus glänzenden, bis 5 cm langen, hellgelben bis dunkelbraunen Haaren, die einfache, sehr dünnwandige, häufig bandartig zusammenfallende Röhren darstellen und sehr begierig Wasser einsaugen. Besonders dem Blut entziehen sie sehr kräftig Wasser und veranlassen dadurch schnelle Koagulation des Serums und Verstopfung der blutenden Gefäßöffnungen. Man muß sie vor der Anwendung zerreiben, um dem Blut möglichst viele Röhrenöffnungen darzubieten. Die Haare enthalten Gerbstoff, Harz, Wachs, Humusstoffe. Beim Erwärmen entwickelt Paku-Kidang angenehmen Geruch.

Farnham, Stadt in der engl. Grafschaft Surrey, am Wey, westlich von Guildford, mit einer alten Kirche, dem Schloß der Bischöfe von Winchester, berühmtem Hopfenbau und (1881) 4530 Einw. F. ist Geburtsort William Cobbets. Dabei Moor Park, wo Swift sich in Stella verliebte.

Farnkräuter, s. Farne.

Farnkrautwurzel (Farnkrautmännchen, Johanniswurzel), s. Aspidium.

Farnworth, rasch aufblühende Fabrikstadt in Lancashire (England), 2 km südlich von Bolton, mit (1881) 20,701 Einw., Baumwollfabriken, Papiermühlen, Eisenhütten und Kohlengruben.

Faro (ital.), Leuchtturm (s. d.).

Faro, Name eines besonders in Brüssel und Umgegend gebrauten Biers (s. Bier, S. 918).

Faro, Spiel, s. Pharo.

Faro, Hauptstadt der portug. Provinz Algarve, an der Südküste Portugals gelegen, besitzt einen geräumigen, durch eine vorgelagerte sandige Insel geschützten, aber seichten Hafen, eine Citadelle und (1878) 8671 Einw., welche lebhaften Exporthandel mit Südfrüchten, Öl, Sumach, Esparto und Fischen, dann Seilerei, Salzproduktion und Antimonbergbau treiben. Die Stadt ist Sitz eines Bischofs sowie auch eines deutschen Konsuls. König Alfons von Portugal nahm sie 1249 nach hartnäckiger Belagerung dem Miramolin von Marokko ab. 1596 landeten die Engländer hier und legten F. in Asche.

Faro (Paro), noch wenig bekannter Nebenfluß des Benue von S. her, unweit dessen Quellen im südlichen Adamáua er entspringt, nimmt links den bedeutenden Mao Deo auf und mündet mit reißender Strömung, 600 m breit, aber kaum 1 m tief, bei Taepe.

Faro di Messina, die am nördlichen Eingang 3,2 km breite, aber nach S. sich erweiternde Meerenge, welche aus dem Tyrrhenischen Meer zwischen Kalabrien u. Sizilien hindurch in das Ionische Meer führt. Hiernach ist die Nordostspitze der Insel Sizilien (mit Leuchtturm), das Capo di Faro, benannt.

Färöer (Schafinseln, von faar, "Schaf", oder vielleicht Federinseln, von fjär, "Feder", altnord. Färeyer), eine Dänemark gehörige Inselgruppe im Atlantischen Ozean, 300 km von den Shetlandinseln und 990 km von der nächsten dänischen Küste entfernt, zwischen 61° 26'-62° 25' nördl. Br. und 6° 19'-7° 40' westl. L. v. Gr., besteht aus 22 Inseln (die ganz kleinen ungerechnet), von denen 17 bewohnt sind, im ganzen 1333 qkm (24,2 QM.) groß. Als Zentralinsel der Gruppe ist Strömö zu betrachten. Auf diesen Felseninseln vulkanischen Ursprungs erheben sich steile Vorberge zu einer Höhe von 300-700 m, und wegen der Steilheit der Küsten müssen an manchen Stellen, namentlich auf Dimon, Personen und Waren mehr als 100 m hoch aus den Booten an Tauen ans Land geheißt werden. Im Innern erhebt sich das Land in terrassenförmigen Absätzen (Hamre) und endigt mit hohen Spitzen (Tindur); von diesen sind die höchsten: Slattaretindur auf Österö (882 m), Skellingfield auf Strömö (763 m), das Vorgebirge Mylingur auf Strömö (691 m) und Nakkin u. Kvannafjeld auf Suderö (542, resp. 534 m hoch.). Das Meer, welches diese Inseln mit tiefen und heftigen Strömen trennt, dringt in mehreren Fjorden und Buchten in dieselben ein; in diesen gibt es zwar Häfen und Plätze mit gutem Ankergrund, aber keiner gewährt eine dauernde Sicherheit wegen der häufigen Stürme und der plötzlichen und heftigen Wirbelwinde; sie besitzen aber die gute Eigenschaft, daß sie immer eisfrei sind. Zwischen der im S. von Suderö gelegenen Klippe Munken (Mönch), dem südlichsten Punkte der Inselgruppe, und einigen benachbarten Schären herrscht selbst bei stillem Wetter eine sehr starke Strömung. Das Klima ist im höchsten Grad ein insulares: der Winter im Verhältnis zu der nördlichen Lage äußerst mild, so daß im Winter Schafe und Pferde ihre Nahrung im Freien finden, der Sommer dagegen feucht mit einer mittlern Temperatur von ca. 10° C. Die Luft ist nebelig und das Wetter äußerst unbeständig; Gewitter sind selten, Stürme aber häufig und heftig. Die 17 bewohnten Inseln sind: Strömö, Österö, Suderö, Vaagö, Sandö, Bordö, Kalsö, Viderö, Kunö, Nolsö, Fuglö, Mygenäs, Svinö, Skuö, Hestö, Holterö und Store Dimon. Die Einwohner, abstammend von Norwegern, die im 9. Jahrh. hierher übersiedelten, sprechen die altnordische Sprache, obgleich die Dänen, an welche diese Inseln nebst Norwegen 1380 fielen, und denen sie auch 1814, als Norwegen wieder ein selbständiger Staat wurde, verblieben, ihre Sprache als Schriftsprache eingeführt haben und dieselbe auch beim Gottesdienst und vor Gericht gebraucht wird. Die Zahl der Bewohner ist (1880) 11,220 (während sie 1870: 9992 betrug), davon männlich 5472 und weiblich 5748. Die Religion ist die evangelisch-lutherische. Der Charakter ist ernst, die Lebensweise einfach. Die Bewohner leben vom Ackerbau und von der See; doch werden gewöhnlich Ackerbau und Fischerei nebeneinander betrieben, weil der erstere nur einen geringen Ertrag gibt. Von Getreide wird nur Gerste angebaut, und auch diese gelangt nicht immer zur Reise; dagegen gedeihen Kartoffeln und Rüben. Auf Suderö war bis vor kurzem das Verhältnis des Kulturlandes zu dem ganzen Areal am günstigsten, nämlich 1:36, am ungünstigsten auf Norderö, 1:96. Die Urbarmachung schreitet aber überall vorwärts, am stärksten auf Suderö. Einen bedeutenden Nebenerwerb gibt die Bearbeitung der Wolle, wie überhaupt die Schafe den größten Reichtum der Bewohner bilden: es werden jährlich 30-40,000 Schafe geschlachtet, und die Gesamtzahl der Schafe auf den Inseln beträgt ca. 150-200,000. Die Pferde sind klein, aber lebhaft, zuverlässig und stark; sie wer-^[folgende Seite]