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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Figuēras; Figuerōa; Figuerōla; Figuier

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Figueras - Figuier.

16,000 Mann Besatzung nebst 500 Pferden fassen. In der Nähe San Miguel de Culera, mit Gold- und Kupferbergwerken. - F. ward (nach der Zerstörung durch die Vandalen) 1267 vom König Jakob I. von Aragonien neu aufgebaut und erhielt Stadtrechte. Am 27. Nov. 1794 wurde F. von den Franzosen erobert, die dann 14. Juni 1795 hier eine Niederlage durch die Spanier erlitten. Im Juli 1808 abermals von den Franzosen erobert, ward es 21. April 1811 von den Spaniern durch Überrumpelung gewonnen. Die Franzosen schlossen darauf die Festung ein und zwangen sie, nachdem sie 3. Mai das 10,000 Mann zählende Entsatzheer Campoverdas zurückgeschlagen hatten, 19. Aug. zur Kapitulation. Am 13. Aug. 1813 mußten sie den Platz wieder räumen. Wieder von den Franzosen seit Frühjahr 1823 belagert, fiel F. 26. Sept. durch Kapitulation in deren Hände und wurde dann von den spanischen Truppen besetzt.

Figuēras (spr. figē-), Estanislao, span. Staatsmann, geb. 13. Nov. 1819 zu Barcelona, studierte in Cervera, Tarragona, Barcelona und Valencia die Rechte, schloß sich schon 1837 an die Progressisten an und ging von diesen 1840 zu den Republikanern über, welche damals noch eine sehr kleine Partei bildeten. Unter der Herrschaft der Moderados mußte er Madrid verlassen und kehrte erst 1848 dahin zurück, um die Republik in Szene zu setzen, worauf er sich, als dies nicht gelang, als Advokat in Tarragona niederließ. 1850 von Barcelona in die Cortes gewählt, bildete er hier mit Orense, Lozano und Jaen den ersten Kern einer republikanischen Partei, nahm nach dem Mißlingen des Revolutionsversuchs von 1866 an republikanischen Verschwörungen teil und wurde 12. Mai 1867 auf Befehl des Marschalls Narvaez ins Gefängnis gebracht. Nach der Vertreibung der Königin Isabella 1868 wurde F. Mitglied der revolutionären Junta, Alcalde eines Madrider Distrikts und aufs neue in die Cortes gewählt, in welchen er mit allen Mitteln für die Errichtung der Republik wirkte. Nach der Abdankung des Königs Amadeus 12. Febr. 1873 zum Präsidenten der republikanischen Exekutivgewalt ernannt, hatte er anfangs manchen Konflikt mit der Partei der Radikalen, welche die Mehrheit in den Cortes hatte, setzte aber 13. März den Beschluß durch, daß die damaligen Cortes aufgelöst und konstituierende Cortes einberufen werden sollten, die 8. Juni 1873 die Proklamierung der Föderativrepublik beschlossen und F. in seinem Amt bestätigten. Differenzen mit den übrigen Republikanern über finanzielle Fragen bewogen ihn aber, schon 11. Juni seine Entlassung zu nehmen. F. zog sich vom politischen Schauplatz auf einige Zeit ins Ausland zurück und starb 11. Nov. 1882 in Madrid.

Figuerōa (spr. fige-), 1) Francisco de, genannt el Divino ("der Göttliche"), span. Dichter, geb. 1540 zu Alcalá de Henares, besuchte die Universität daselbst, trat dann in das spanische Heer in Italien und erwarb sich hier den Ruf nicht nur eines tapfern Kriegers, sondern auch eines großen Dichters, so daß er zu Rom die Dichterkrone erhielt. Nach Spanien zurückgekehrt, begleitete er den Herzog Don Carlos de Aragon nach Flandern, kehrte aber bald in sein Vaterland zurück, wo er um 1620 starb. Er hatte kurz vor seinem Tod seine sämtlichen Gedichte verbrennen lassen; doch hatten sich von einigen Abschriften erhalten, die Don Luis Tribaldos de Toledo zuerst herausgab (Lissab. 1625; wieder abgedruckt in der Sammlung von Ramon Fernandez, Madr. 1785 und 1804). Sie bestehen aus Sonetten, Kanzonen, Elegien und der berühmten Ekloge "Tirsi", Figueroas poetischem Namen, unter welchem ihn auch Cervantes in der "Galatea" feiert. F. hat mit Boscan und Garcilaso italienischen Geschmack in die spanische Poesie eingeführt; er selbst dichtete mit gleicher Eleganz in italienischer wie in spanischer Sprache. Eine Anzahl seiner Gedichte, darunter "Tirsi", enthält die "Biblioteca de autores españoles", Bd. 42.

2) Cristóval Suarez de, span. Dichter, gebürtig aus Valladolid, lebte im Anfang des 17. Jahrh., war Rechtsgelehrter und brachte einen großen Teil seines Lebens in Italien zu, wo er ein Amt bei der spanischen Verwaltung bekleidete. Unter seinen verschiedenen Werken sind die Übersetzung des "Pastor fido" von Guarini (Neap. 1602, das. 1622) und der Schäferroman "La constante Amarilis" (Valencia 1609, Madr. 1701) am bekanntesten. Sein Geschichtswerk "Hechos de Don Garcia Hurtado de Mendoza" (Madr. 1613), welches die Kriegführung dieses Feldherrn gegen die Araukaner erzählt, ist dem Inhalt nach interessant, aber affektiert geschrieben. Außerdem veröffentlichte er das Prosawerk "El Pasagero" (Madr. 1617), das in zehn Abschnitten Novellen, welche Reisende erzählen, belehrende Gespräche und des Dichters Biographie enthält, sowie ein episches Gedicht: "La España defendida" (das. 1612).

Figuerōla (spr. fige-), Laureano, span. Finanzminister, geb. 4. Juli 1816, leitete 1841-47 die Normalschule in Barcelona, wurde daselbst Professor der Nationalökonomie, vertrat in den Cortes, in welche er 1854 gewählt ward, mit Eifer das Prinzip des Freihandels und wurde zum Professor des Handelsrechts an der Universität zu Madrid ernannt. 1856 nahm er an dem Brüsseler Kongreß teil, der eine Reform des Zollwesens zum Zweck hatte. Nach der Septemberrevolution von 1868 trat er in das 8. Okt. gebildete Ministerium Serrano ein und übernahm das Finanzministerium. Er hatte hier die schwierige Aufgabe, ein finanziell zerrüttetes Land in stürmischen Zeiten vor dem gänzlichen Ruin zu retten. Das Defizit betrug über 2490 Mill. Realen. Es blieb F. nichts andres übrig, als an den Ausgaben für die Armee und für die vom Staat pensionierten Mitglieder geistlicher Orden zu sparen. 1869 trat er auf kurze Zeit aus dem Ministerium und wurde durch Ardannez ersetzt, löste aber denselben 1. Nov. wieder ab und leitete das Finanzministerium bis 1871, zog sich aber dann vom öffentlichen Leben zurück.

Figuier (spr. fighjē), Louis, Schriftsteller, geb. 15. Febr. 1819 zu Montpellier, studierte daselbst Medizin, ward 1846 Professor in Montpellier, 1850 Dozent der Naturwissenschaften an der Fakultät zu Toulouse und erhielt 1853 eine Professur an der École de pharmacie zu Paris. F. veröffentlichte zahlreiche Arbeiten, welche, meist vielfach aufgelegt, alle Vorzüge des französischen Geistes, freilich auch viele Schwächen desselben zeigen. Besonders bemerkenswert sind: "Exposition et histoire des principales découvertes scientifiques modernes" (6. Aufl. 1862, 4 Bde.); "Histoire du mervellieux dans les temps modernes" (1859-62, 4 Bde.); "L'alchimie et les alchimistes" (3. Aufl. 1860); die die Unsterblichkeit der Seele verteidigende Schrift "Le lendemain de la mort" (8. Aufl. 1881; deutsch von Busch, Leipz. 1876); "Vies des savants illustres depuis l'antiquité jusqu'au XIX. siècle" (2. Aufl. 1875, 5 Bde.); "Les merveilles de la science" (1867-1870, 4 Bde.); "Les grandes inventions dans les sciences, l'industrie et les arts" (8. Aufl. 1874); "Les eaux de Paris" (2. Ausg. 1872); "Les merveilles de l'industrie" (1873-75, 4 Tle.); "Le tableau de la