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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Flaschenapfel - Flaschenzug.

gestanden hat, schnell fortnimmt. Vortrefflich wirken Flaschenreinigungsmaschinen, bei denen vertikal gestellte Flaschenbürsten in schnelle Rotation versetzt werden. Stülpt man über diese Bürsten eine Flasche, so öffnet deren Druck ein Rohr, durch welches ein lebhafter Wasserstrahl in die Flasche gespritzt wird.

Flaschenapfel, s. Kürbis.

Flaschenbaum, s. Anona.

Flaschenbäume, s. Anonaceen.

Flaschenelement, s. Galvanische Batterie.

Flaschenett, s. v. w. Flageolett (s. d.).

Flaschenfüllmaschine, s. Flaschen.

Flaschenkapseln, Kapseln aus dünnem Blech, welche statt des Flaschenlacks zum Verschluß der Flaschen benutzt werden und vor jenem den Vorzug des eleganten Aussehens besitzen, während die Sicherheit des Verschlusses lediglich von der Güte der Pfropfen abhängt. Die F. kamen vor etwa 50 Jahren zuerst in England auf, fanden schnell auch in Frankreich, selbst bei den Schaumweinen, Anwendung und werden seit 1838 auch in Nürnberg, Münden, Eppstein, Wiesbaden etc. verfertigt. Das Material ist mit Zinn plattierte Bleifolie, welche man auf ein Druckwerk bringt, das dieselbe mittels einer ringförmigen Vorrichtung am Rand erfaßt und durch einen Stempel eindrückt, etwa so, wie man ein über einem Ring ausgespanntes geschmeidiges Leder mit einem Finger zu einem Säckchen ausweiten könnte. Die F. werden oft mit Firma versehen, lackiert etc. Man befestigt sie auf der Flasche durch die Reibung der Schlinge eines ledernen Bandes.

Flaschenlack, s. Flaschen.

Flaschenöfen, s. Kalk.

Flaschenpost, die Beförderung von Nachrichten in luftdicht verschlossenen und mit etwas Sand beschwerten Flaschen, welche von Bord aus dem Ozean anvertraut und durch Meeresströmungen fortgeführt werden. Derartige Flaschen benutzte man zuerst 1802 zur Erforschung des Golfstroms, und Berghaus stellte eine Tafel von 16 an den nordatlantischen Küsten aufgefundenen Flaschen zusammen. Belcher veröffentlichte 1843 die erste aus 119 Funden aufgebaute Flaschenkarte. Gegenwärtig ist die F., welche häufig auch zur Mitteilung von Unglücksfällen benutzt wird, völkerrechtlich geschützt, die aufgefundenen Flaschen werden an die Ortsbehörde abgeliefert und von dieser dem Konsul der betreffenden Nation übergeben. Das Schema für die in die Flaschen einzuschließenden Zettel ist folgendes:

^[Liste]

Diese Flasche wurde über Bord gesetzt:

am . . . . . . . . . . . . . . . . den . . . . (Datum) . . . . . . 18 . . .

in Breite . . . . . . . . . . . .

in Länge. . . . . . . . . . . . .

durch . . . . . . . . . . . . . . Name) . . . . . . . . . . . . an Bord

des Schiffs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . auf der Reise

von . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

nach. . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Die Flasche war mit Sand etc. beschwert. Wer diesen Zettel findet, wird ersucht, denselben an die (Adresse) zu senden, nachdem die umstehend verlangten Daten eingetragen sind.

Der Finder der Flasche oder die Behörde, an die er die Flasche abliefert, füllt folgendes Schema auf der Rückseite des Flaschenzettels aus:

^[Liste]

Die Flasche wurde . . . . . . . . . . . . . . . . verschlossen gefunden.

Name des Finders . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Datum und Zeit des Findens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Genaue Position des Fundorts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Breite . . . . . . . . . . . . . . . . .

Länge. . . . . . . . . . . . . . . . . .

An der Küste oder auf See?

War Wasser in der Flasche?

War Sand in der Flasche? (Unterschrift.)

Mit Hilfe der F. hat man nicht nur die Richtung der Strömungen nachgewiesen und bestätigt, sondern auch ihre Geschwindigkeit ermittelt. (Eine von der Brigg Marco Polo auf 48° 36' nördl. Br. und 6° 56' westl. L. über Bord geworfene Flasche wurde in Holland unter 53° 3' nördl. Br. und 4° 11' östl. L. angeschwemmt und hatte täglich 8,3 Seemeilen zurückgelegt.) Ebenso ergab sich, daß der Einfluß der Strömungen sich auf 0,75 m Tiefe erstreckt. In den arktischen Regionen hat man die F. mit Erfolg zur Beförderung von Nachrichten über Polarexpeditionen benutzt. So fand die Pandora 1876 zwei Flaschen mit wertvollen Nachrichten über die Expedition von Nares auf Littleton Island im Smithkanal. Einige wichtigere Beispiele von merkwürdigen Reisen von Flaschenposten s. unter anderm in Froriep, "Fortschritte" 1846, Bd. 1, S. 469; "Nautical Magazine" 1857, Oktober; "Petermanns Mitteilungen" 1860, S. 242, 1868, S. 99, und aus der neuesten Zeit die Reise einer Flasche von der Expedition des Prinzen Napoleon in die Nordpolarmeere vom 25. Jan. 1860 bis 10. Jan. 1875 in der "Ostsee-Zeitung" 1875, Nr. 33.

Flaschenreinigungsmaschine, s. Flaschen.

Flaschenverkorkungsmaschine s. Flaschen.

Flaschenzug (Rollenzug), Vorrichtung zum Heben von Lasten mittels Rollen und Seile oder Ketten. Der einfachste F. besteht in der Vereinigung einer festen und einer losen Rolle (s. d.). Der Kloben der festen Rolle a (Fig. 1) ist mit einem Haken an einem festen Gegenstand aufgehängt, derjenige der losen Rolle b trägt die Last Q. Das Seil ist an dem untern Haken des Klobens von a befestigt, geht nach unten, umschlingt b, geht dann nach oben und um a herum wieder abwärts. Die Last hängt hier an den beiden Seilstrecken c und d, so daß jede derselben die Hälfte zu tragen hat. Man kann daher durch eine an dem Seilende e ziehende Kraft P von einer der halben Last gleichen Intensität die ganze Last im Gleichgewicht halten. Das ist das Prinzip der Flaschenzüge. Zu berücksichtigen ist jedoch dabei, daß durch die Reibung der Rollen auf ihren Zapfen und durch Seilbiegungswiderstände nicht unbeträchtliche Kraftverluste stattfinden, so daß die Kraft zum Heben der Last mehr als die Hälfte der Last betragen muß. Was man nun aber an Kraft erspart, das muß man an Weg mehr aufwenden. Um nämlich die Last um 1 m zu heben, müssen beide Seilstrecken d und c um 1 m verkürzt, folglich das Seilende e um 2 m herausgezogen werden. Es wird also beim F. an mechanischer Arbeit nichts gewonnen. Gewöhnlich verwendet man beim F. mehrere feste und eine gleiche Anzahl loser Rollen, welche in je einem Gehäuse (Flasche) vereinigt sind. Das Seil geht dabei, von dem Haken der obern Flasche beginnend, abwechselnd um eine lose und eine feste Rolle, wobei durch jedes hinzukommende Rollenpaar die zur Hebung einer bestimmten Last nötige Kraft verringert oder umgekehrt bei einer konstanten Zugkraft die zu hebende Last vergrößert werden kann, und es braucht, von den Nebenwiderständen abgesehen, bei zwei Rollenpaaren die Zugkraft nur den vierten, bei drei den sechsten, bei vier den achten Teil der Last zu betragen. Derart hätte man

^[Abb.: Fig. 1. Einfacher Flaschenzug.]