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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Flinders - Flintshire.

gerettet und gelangte nach Ile de France, wo ihn die Franzosen gefangen nahmen und längere Zeit festhielten. Er starb 19. Juli 1814 in London. Über seine Reise berichtete er in dem Werk "Voyage to Terra Australia" (Lond. 1814, 2 Bde.).

Flinders, Fluß im nördlichen Teil der britisch-austral. Kolonie Queensland, entspringt auf dem großen Tafelland im Innern und fällt nach Aufnahme des Cloncurry u. a. in den Golf von Carpentaria. Stokes entdeckte seine Mündung 1841 und befuhr ihn eine Strecke aufwärts; den mittlern Teil erforschte Walker 1862, den obern Landsborough 1868.

Flindersinsel, s. Furneauxinseln.

Flindrich, frühere Bremer Scheidemünze, = 4 Grote = 0,177 Mk., 18 F. = 1 Rthlr. bremisch; dann auch (Flinder und Flinderke) ostfriesische Silberscheidemünze, im Werte der vorigen gleich.

Flindt (Flynt, Vlyndt), Paul, Nürnberger Goldschmied, besonders geschätzt als Ornamentstecher, Schüler von Wenzel Jamnitzer, wurde 1563 Meister, war eine Zeitlang in Wien thätig und starb um das Jahr 1620 in Nürnberg. F. hat sich durch eine größere Anzahl (bekannt sind 72 Blätter) Kupferstiche in gebunzter Manier (die Linien derselben sind aus einzelnen Punkten zusammengesetzt), Vasen, Schalen, Becher, Leuchter, Kartuschen, Blumen, Früchte, Masken, Landschaften mit Tieren, auch Historien darstellend, überhaupt Ornamente als Vorlagen für Goldschmiede, bekannt gemacht, welche in einzelnen Sammlungen (8 Stück 1592 zu Wien, 40 Stück 1594) erschienen. Sein Monogramm ist P. V. N. Diese für die Geschichte und Technik der Goldschmiedekunst wichtigen Blätter sind außerordentlich selten. Die vollständigste Sammlung derselben besitzt das Kunstgewerbemuseum zu Dresden. F. wird von vielen Seiten als Erfinder der gebunzten Manier bezeichnet, jedoch mit Unrecht; denn es gibt, abgesehen von italienischen Arbeiten, auch deutsche Blätter in dieser Manier aus dem 15. Jahrh. Ausgeführte Silberarbeiten von F. sind nicht bekannt.

Flinsberg, Dorf und besuchter Badeort im preuß. Regierungsbezirk Liegnitz, Kreis Löwenberg, 467 m ü. M., im lieblichen Thal des Queis am Fuß des Iserkammes, 8 km von Station Greiffenberg der Schlesischen Gebirgsbahn (Kohlfurt-Sorgau), hat eine Pfarrkirche und (1885) 1066 meist evang. Einwohner, welche besonders Holzhandel und Holzwarenfabrikation treiben. Flinsbergs Mineralquellen, schon im 16. Jahrh. bekannt, gehören zu der Klasse der eisenhaltigen Säuerlinge, enthalten verhältnismäßig nur wenig feste Bestandteile, aber viel kohlensaures Gas. Als Getränk allein oder in Milch und Molken sowie in Form von Bädern wird dies Mineralwasser namentlich bei chronischen Leiden des Nervensystems, bei Schleim- und Blutflüssen, Krankheiten der Verdauungswerkzeuge, Hämorrhoiden, Bleichsucht, Anomalien der Menstruation etc. angewandt. Die Zahl der Kurgäste belief sich 1885 auf 2800. Vgl. Adam, Bad F. als klimatischer Kurort (Görlitz 1874); Neugebauer, Führer für F. (das. 1884).

Flinsch, Ferdinand Traugott, Kaufmann und Industrieller, geb. 19. Aug. 1792 zu Blankenberg a. d. Saale als Sohn eines kleinen Papiermüllers, ward für den Kaufmannsstand bestimmt und gründete 1819 in Leipzig ein Papiergeschäft, welches zum erstenmal in Deutschland ein bedeutendes, gut assortiertes Lager von Druck- und Schreibpapieren unterhielt und dadurch der damals noch wenig entwickelten deutschen Papierindustrie erheblichen Vorschub leistete. Das Geschäft nahm einen schnellen Aufschwung; F. errichtete in Annaberg, Hof, Baireuth und Straßburg kleinere und dann 1827 in Offenbach ein zweites großes Papierlager. Die Leitung des letztern übernahm sein Bruder Heinrich (geb. 21. März 1802, gest. 20. Juni 1865), welcher in dem Leipziger Geschäft seit dessen Gründung thätig gewesen war. Die kleinern Lager wurden in der Folge mit den beiden größern verschmolzen, und das Offenbacher siedelte nach Frankfurt a. M. über. Die Papierfabrikation war bis dahin fast ausschließlich auf Handarbeit angewiesen; doch wurden bereits im Ausland gute Resultate mit Maschinen erzielt, und dies bewog F., die Papierfabrik seines Vetters Keferstein in Penig in eine Maschinenpapierfabrik umzuwandeln. Er lieferte bald ein vortreffliches Papier und erzielte dadurch einen solchen Aufschwung des Geschäfts, daß er 1841 in Blankenberg eine zweite Maschinenpapierfabrik anlegen mußte. In Leipzig erwarb sich F. große Verdienste um die Stadt: er war wiederholt Vorsteher der Handelslehranstalt, gründete die Arbeitsnachweisungsanstalt und beteiligte sich an der Gründung der Pestalozzi-Stiftung. Blankenberg erhob sich durch ihn zu großem Wohlstand. Er starb 11. Nov. 1849 in Leipzig. Das Leipziger Geschäft übernahmen nun sein Bruder Karl August (geb. 28. Aug. 1799) und seine Söhne Gustav (gest. 21. Juli 1875), Heinrich und Alexander, das Frankfurter Haus sein Bruder Heinrich (gest. 20. Juni 1865), der auch in Freiburg i. Br. eine Maschinenpapierfabrik besaß. Gustav F. erwarb 1852 die Papierfabrik Kospuden. 1863 wurde die Fabrik in Penig neu gestaltet und zu einem Musteretablissement erhoben. Dasselbe ging 1872 an eine Aktiengesellschaft über. 1863 wurde eine Filiale des Handlungshauses in Berlin, 1881 eine solche in London errichtet, während das Frankfurter Geschäft seit 1859 auch eine Schriftgießerei betreibt. Vgl. Süs, Das Handlungshaus Ferd. F. (Frankf. 1869).

Flint, s. Feuerstein.

Flint, 1) Städtchen in Flintshire (Wales), am Ästuar des Dee, mit versandetem Hafen, Ruinen einer Burg, in der Richard II. als Gefangener saß, bis er 1399 seine Krone an Heinrich IV. abtrat, und (1881) 5126 Einw. Dabei chemische Fabriken, Bleischmelzen und Papiermühlen. -

2) Stadt im nordamerikan. Staat Michigan, Grafschaf ^[richtig: Grafschaft] Genesee, am Flint River, 90 km nordwestlich von Detroit, hat ein Taubstummeninstitut, Säge- und Hobelmühlen und (1880) 8409 Einw.

Flinte, das zu Ende des 17. Jahrh. eingeführte und nach dem Feuerstein (Flint) benannte Steinschloßgewehr, bei dem gleichzeitig das Bajonett zur Anwendung kam. Die F. war gegen die ältern Gewehre bedeutend erleichtert und schoß Kugeln von 30 g; s. Handfeuerwaffen.

Flintenstein, für Benutzung im Steinschloßgewehr zugerichtete Stücke Feuerstein, s. Handfeuerwaffen.

Flintglas, bleihaltiges Glas, s. Glas.

Flintkonglomerat, s. Puddingstein.

Flint River, Fluß im nordamerikan. Staat Georgia, vereinigt sich nach 480 km langem Lauf mit dem Chattahoochee zum Appalachicola. Er ist bis Albany, 225 km aufwärts, für Dampfboote schiffbar.

Flintshire, Grafschaft in Nordwales, am Ästuar des Dee und von Denbighshire und Cheshire umgeben, mit einem abgetrennten Streifen Landes im SW., dem sogen. Maelor Saesneg oder Sachsenland, hat ein Areal von 655 qkm (11,8 QM.) und (1881) 80,587 Einw. Der Strich längs des Dee, das Sealand, ist ebener und fruchtbarer Alluvialboden; im W. aber erheben sich Gebirge, die im Moel Fammau eine Höhe